Multimodale Lösungen für die Mobilität der Zukunft

Hafen Magdeburg

Modern, intelligent, ökologisch – Sachsen-Anhalt entwickelt innovative Verkehrssysteme

Sachsen-Anhalt liegt im Herzen Deutschlands und im Zentrum des europäischen Wirtschaftsraumes. Von hier aus sind es kurze Wege zu internationalen Märkten und Kunden. Das macht Sachsen-Anhalt zu einer Drehscheibe für Transport und Logistik zwischen Ost und West. Straßen-, Schienen-, Wasser- und Luftwege sind hier einzigartig miteinander verzahnt.

Das Verkehrsnetz besteht aus über 11.000 Kilometern modern ausgebauter Straßen mit Anbindung an die paneuropäischen Verkehrswege A2, A9, A14, A38 und A143. Rund 600 Kilometer Binnenwasserstraßen führen über Elbe, Mittellandkanal, Elbe-Havel-Kanal, das Wasserstraßenkreuz Magdeburg und zu 18 Häfen bzw. Umschlagstellen. Die Binnenhäfen Magdeburg, Aken und Dessau-Roßlau sind eine wichtige Hinterland-Drehscheibe für die Seehäfen Wilhelmshaven, Bremerhaven, Hamburg, Lübeck und Rostock.

Rund 3.100 Kilometer Gleisanlagen bilden eines der dichtesten Schienennetze der Welt. Bis 2018 wird der Rangierbahnhof in Halle/Saale für 146 Millionen Euro zu einer der modernsten Zugbildungsanlagen Europas umgebaut. Der Flughafen Leipzig/Halle ist der zweitgrößte Frachtflughafen in Deutschland und zählt zu den Top 10 der europäischen Frachtflughäfen. Das parallele Start- und Landebahnsystem von jeweils 3.600 Metern Länge ermöglicht auch den derzeit größten Flugzeugen – Airbus A 380 und Antonov 225 – das Landen und Starten. Über 910.000 Tonnen werden hier jährlich umgeschlagen.

Die Logistik- und Verkehrsdienstleistungsbranche Sachsen-Anhalts hat derzeit 61.000 Beschäftigte, davon sind 3.000 in Logistikunternehmen tätig. Die bewegen jährlich etwa 370 Millionen Tonnen an Waren, Produkten und Rohstoffen und machen insgesamt einen Jahresumsatz von rund 2,8 Milliarden Euro.

Die zunehmende Internationalisierung sowie das wachsende Verkehrsaufkommen für den Personen- und Gütertransport unter Berücksichtigung von Klima- und Umweltschutz spielen beim Ausbau der Logistik-Branche für die Zukunft eine große Rolle. Bund und Land Sachsen-Anhalt wollen bis 2030 weitere zwei Milliarden Euro in eine moderne, intelligente und ökologische Verkehrsinfrastruktur investieren.

Schon in den zurück liegenden Jahren haben sich bedeutende Handelsketten mit ihren Distributionen hier angesiedelt; darunter EDEKA, Ernstings Family, Hermes Fulfilment (Otto-Group), Kaufland, Lidl, Netto, REWE, Rossmann und Mobis Parts Europe, ein Zuliefer- und Verteilzentrum für Autoteile von Hyundai und Kia. Zu den namhaften Logistik- und Transportunternehmen am Standort Sachsen-Anhalt zählen u.a. DHL und die Deutsche Post, Dachser, Schenker, Hellmann, Rosner Logistik, Finsterwalder, Hoyer, Offergeld, Dettenthaler und die Nagel Group.

Sachsen-Anhalt hat Branchen zu bieten, die für Hersteller, Verlader und Logistiker ein großes Marktpotenzial besitzen. An vorderer Stelle stehen die Chemische Industrie, der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobilindustrie, das Ernährungsgewerbe und die Landwirtschaft, die Energieproduktion, erneuerbare Energien, die Holz- und Papierindustrie, der Bergbau und die Gewinnung von Steinen und Erden.

Zu den Unternehmen, die sich zu Innovationstreibern auf dem Logistikmarkt entwickelt haben, gehört die Mitteldeutsche Eisenbahn GmbH. Die MEG ist europaweit das erste unter den mit Rangierlokomotiven agierenden Unternehmen, das eine Hybridlokflotte einsetzt. Es ist damit Vorreiter bei der Reduzierung der Schadstoffemissionen und der Lärmminderung.

Die Hoyer GmbH gehört zu den Weltmarktführern für flüssige Transporte und realisiert die gesamte Containerlogistik für den Dow Olefinverbund in Schkopau. Mit dessen Markterweiterung in Richtung Osteuropa ist hier der Umschlag auf 93.000 Container und damit an die Kapazitätsgrenzen angestiegen. Hoyer hat das Problem gelöst und ein zukunftsfähiges Kombi Terminal mit einer Jahresleistung von 130.000 Containern errichtet.

Die Binnenschifffahrtslinie Börde Container Feeder GmbH bietet ihren Kunden eine softwaregestützte Nachverfolgung des Transportweges. Der ist logistisch so organisiert, dass der Hauptlauf auf dem Wasser stattfindet und somit die Straßen entlastet werden.

Unter dem Motto „Vernetzte Logistik für einen starken Wirtschaftsstandort“ bündelt Sachsen-Anhalt seine entsprechenden Kompetenzen und entwickelt sie stetig weiter. Ein wichtiger Akteur und Partner bei der Umsetzung einer intelligenten, emissionsarmen Verkehrsinfrastruktur ist die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH. Die NASA entwickelt kundenfreundliche, effiziente und verkehrsmittelübergreifende IKT-Dienste und -Services.

Zudem ist Sachsen-Anhalt eine Hochburg der Forschung, was moderne Logistikprozesse und -systeme betrifft. An der Otto-von Guericke Universität Magdeburg ist das Institut für Logistik und Materialflusstechnik angesiedelt. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat einen Lehrstuhl für Produktion und Logistik. Die vier Hochschulen im Land bieten Studiengänge an, die Logistikmanagement, Logistikwirtschaft und Infrastruktur sowie Logistiksysteme und -netzwerke beinhalten.

Die Hochschulen und Institute verbinden ihre Grundlagenforschung mit industrieller Auftragsforschung. Zu diesem Zweck betreiben das Land Sachsen-Anhalt und die Otto-von-Guericke-Universität ein gemeinsames Projekt: Das Galileo-Testfeld ist ein Entwicklungs- und Versuchslabor für Orientierung, Navigation und Kommunikation im Verkehr und in der Logistik. Auf diesem Testfeld begegnen und verknüpfen sich Forschung und Praxis, um die künftigen Herausforderungen an Telematik, Logistik, Navigation, Digitalisierung und IKT-Systeme zu bewältigen. Gemeinsam werden anwendungsorientierte Lösungen konzipiert, entwickelt und realisiert.

Neue Formen der Mobilität, eine effiziente Verkehrssteuerung und die intelligente Verzahnung von Produktion und Logistik sind die Aktionsfelder, auf denen Sachsen-Anhalt innovativ unterwegs ist.