MCS Sachsen-Anhalt erfolgreich auf drei Märkten

Papst Benedikt der XVI. würdigte bei seinem Deutschlandbesuch im September vergangenen Jahres den Reformator Martin Luther als „leidenschaftlichen Gottsucher“. Übertragen wurden diese Worte aus dem Augustinerkloster in Erfurt vom Hörfunk und Fernsehen der ARD in alle Welt. Das Audiosignal und die Beschallung dafür realisierte die Media & Communication Systems (MCS) GmbH Sachsen-Anhalt.

Im „Hauptberuf“ ist die MCS von Geburt an der technische Betreiber des Hörfunk- und Fernsehbereichs im Landesfunkhaus des MDR in Magdeburg. Zunehmend wird sie aber auch auf zwei anderen Geschäftsfeldern aktiv. Das sind sowohl das MDR- und ARD-Programm als auch Großveranstaltungen außerhalb der öffentlich-rechtlichen Anstalten.

Der Mitteldeutsche Rundfunk MDR verfügt in seinem Funkhaus in der Landeshauptstadt über keine eigene Produktions- und Studiotechnik, weder im Hörfunk- noch im Fernsehbereich. Die stellt ihm die eigenständige MCS Sachsen-Anhalt als professioneller Full-Service-Partner gegen Rechnung bereit. „Wir verstehen uns als Funkhausbetriebsgesellschaft“, beschreibt der Geschäftsführer der MCS Sachsen-Anhalt, Dieter Sommerfeld, die Funktion der Firma. Im Magdeburger Landesfunkhaus ist die MCS mit einem 200 Quadratmeter großen Studio, einer 300 Quadratmeter großen Spielfläche im Foyer, der Fernseh-Produktions- und Senderegie sowie sieben speziellen Schnittplätzen laut Sommerfeld in der Lage, neben Nachrichten- und Magazinsendungen auch Quiz- und kleine Unterhaltungsformate zu produzieren. Die Hörfunkwelle MDR 1 Radio-Sachsen-Anhalt wird von der MCS täglich 24 Stunden betreut.

Entstanden ist das Unternehmen durch die Auslagerung technischer MDR-Bereiche Ende der 1990er Jahre. Seitdem gehört es zur Drefa-Media Holding GmbH, einer 100-prozentigen MDR-Tochter. Daraus folgte ein Schub an Effektivität bei der Nutzung der Übertragungstechnik, der Ü-Wagen und Studios. Das eröffnete neben ökonomischen Effekten zugleich die Möglichkeit, frei werdende Mitarbeiter für zusätzliche Aufgaben einzusetzen, erinnert sich Sommerfeld. Er führt die MCS seit ihrem Entstehen im Jahr 1998. Auch in Sachsen und Thüringen gibt es solche Service-Gesellschaften. Sie haben sich unterschiedlich  profiliert. Die MCS Sachsen konzentriert sich in ihrem Drittgeschäft auf die Produktion von Imagefilmen für die Industrie. Die Erfurter liefern Produktionen für Kinder. Die Magdeburger Hörfunk- und Fernsehtechniker haben sich neben ihrem täglichen Brot im Landesfunkhaus darauf spezialisiert, Großveranstaltungen komplett technisch zu organisieren und sie mit eigener Beschallungs-, Licht- und Großbild-Projektionstechnik auszustatten.

„Dieses Geschäft ist von Jahr zu Jahr gewachsen“, erklärt Diplomingenieur für Elektronik Sommerfeld.  Bei Konferenzen mit und ohne Dolmetscher kann die MCS eigene hochwertige Technik einsetzen.

Als Beispiel für die Leistungsfähigkeit in diesem Bereich führt Sommerfeld die Konferenz der Ministerpräsidenten in Magdeburg im Jahr 2010 an. Dabei ist die MCS mit ihren Mitarbeitern und ihrer hochwertigen Technik höchsten Ansprüchen gerecht geworden. Gern verweist der Geschäftsführer auf den Einsatz der MCS als Technischer Komplettdienstleister. Das war sie beispielsweise für zwei Messehallen während des 33. Evangelischen Kirchentages in Dresden, für die während der Berliner Berlinale stattfindende Cinema for Peace Gala im Berliner Konzerthaus und auch für den Treff der internationalen Tourismusbranche Germany Travel Mart in Rostock-Warnemünde. Bei der Hanse-Sail in Rostock oder bei einem Großen Zapfenstreich der Bundeswehr in Magdeburg sorgte die MCS für die Beschallung. Zudem bietet sie auch Schall-Pegelmessungen nach DIN 15905-5 bei Großveranstaltungen an. Dafür verfügt die MCS nicht nur über die spezielle Technik, sondern ist dafür auch zertifiziert. In harten Ausschreibungswettbewerben muss sich die Firma dabei gegenüber anderen Anbietern behaupten. „Wir sind keine Billigheimer“, räumt Sommerfeld ein. „Wir verfügen über Spitzentechnik, wir haben Spitzen-Fachleute, wir liefern ein Spitzenprodukt. Das alles hat seinen Preis. Dafür liefern  wir aber auch hochwertige Leistungen“, versichert der 65-Jährige, der im Sommer in den Ruhestand geht.

Zum Drittgeschäft zählen auch Sendungen, die von der MCS betreut, aber nicht nur für Sachsen-Anhalt, sondern für das MDR- oder ARD-Gesamtprogramm produziert werden. Dazu gehören die Feste der Volksmusik, die Talkshow Riverboat, täglich „MDR um zwölf“, die politische Talk-Sendung „Fakt ist..“ aus Magdeburg oder die samstägliche Vorabendsendung „Quickie - das schnelle Quiz“. 2006 hat der Dienstleister begonnen, die Sommertouren des NDR in Mecklenburg-Vorpommern bühnen-, licht- und tontechnisch auszustatten. Die jährlich neun Veranstaltungen mit jeweils bis zu 15.000 Besuchern liefen so gut, dass ein Jahr später MDR-Sommertouren nach dem gleichen Muster gestartet wurden.

All diese Aufgaben erfüllt die GmbH mit 70 festen und rund 30 freien Mitarbeitern. Zu ihnen gehören Kameraleute, Tontechniker, Betriebsaufsichtsingenieure, Schnittmeister, IT-Administratoren, Veranstaltungstechniker und Bildmischer. Sie erwirtschaften jährlich einen Umsatz von sechs bis sieben Millionen Euro. Zu schaffen sei das stark angewachsene Pensum bei gleich gebliebenem Personal nur, weil das Unternehmen unter anderem einschneidende technische Veränderungen hinter sich habe, sagt Sommerfeld. So werden Hörfunk- und TV-Beiträge jeder Art heute bandlos bearbeitet. „Bänder gibt es bei uns nur noch im Archiv“, sagt der MCS-Chef. Zudem werde kontinuierlich in die technische Infrastruktur investiert. Im Jahr 2014 wird der MDR komplett den HDTV-Standard einführen, wie die Kurzbezeichnung für hochauflösendes Fernsehen lautet. Dafür müsse die technische Basis komplett umgestellt werden, blickt Sommerfeld voraus.  Seinem Nachfolger rät er aber, das Hauptaugenmerk nicht auf die Technik, sondern auf die Mitarbeiter zu richten. „Ohne sie ist die MCS nichts“, erklärt er. Deshalb wird auch viel Wert auf die Aus- und Weiterbildung von Film- und Video-Editoren, von Veranstaltungstechnikern oder Kameraleuten gelegt. Angeboten werden Praktika für Diplomanden, Bachelor- und Master-Studenten. Über Ingenieurpraktika hätten sich schon Anstellungen ergeben, so Sommerfeld. Für das Geschäft im eigenen Hause scheint die MCS damit ebenso gut gerüstet zu sein wie für Aufgaben innerhalb des gesamten MDR als auch für das Geschäft mit Großveranstaltungen auf anderen Drittmärkten.


Kontakt:
Dieter Sommerfeld
MCS Sachsen-Anhalt
Media & Communication Systems GmbH Sachsen Anhalt
Stadtparkstraße 8
39114 Magdeburg
Tel.: 0391 539 24 00
E-Mail: Dieter.Sommerfeld@drefa.de
Web: www.mcs-sachsen-anhalt.de

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