Modernste Medizintechnik bezahlbar machen

Die schweizerische Vitruvia GmbH ist als erster Dienstleister in Europa auf Reinigungssysteme für Robotik-Instrumente aus dem OP spezialisiert und hat jetzt ihren Hauptsitz nach Schönebeck verlegt

Im Fokus der Vitruvia GmbH steht die absolute Hygiene. Das Dienstleistungsunternehmen reinigt und sterilisiert Medizintechnik aus Krankenhäusern. An seinem neuen Standort im sachsen-anhaltischen Schönebeck (Elbe) bringt es als erstes in seiner Branche Reinigungssysteme für Robotik-Instrumente zum Einsatz, die mit Künstlicher Intelligenz arbeiten.

Der Einsatz von Medizinprodukten und -technik im Operationssaal ist ein besonders ressourcenintensiver Bereich mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Als Einmalprodukt dekliniertes medizinisches Zubehör muss weggeworfen werden. Dennoch lasse sich das Circular-Economy-Modell auch im Gesundheitswesen durchsetzen, sagt Rainer Grabow, Geschäftsführer der Vitruvia GmbH. Das in der Schweiz und in Deutschland ansässige Technologieunternehmen reinigt, desinfiziert und sterilisiert Geräte aus Krankenhäusern unter Einsatz modernster Technik.

Jetzt hat Vitruvia ihren Hauptsitz in das sachsen-anhaltische Schönebeck bei Magdeburg verlegt. Grabow begründet die Wahl unter anderem mit der günstigen Logistikanbindung und den guten Fachkräften in der Region. Bis Mitte 2020 soll hier ein Circular Clinic Supply Center für Instrumente aus der roboterassistierten Chirurgie mit zunächst 15 Arbeitsplätzen entstehen. „Roboter revolutionieren auch die Medizinwelt“, sagt der Vitruvia-Geschäftsführer und dass sich sein Unternehmen auf diesem Markt mit weltweit größten Wachstumschancen gut platzieren will. Als erster Dienstleister in Europa hat es sich auf Reinigungssysteme für Robotik-Instrumente spezialisiert.

Patienten schützen, Ressourcen schonen, Abfall vermeiden

An seinem neuen Hauptsitz in Schönebeck (Elbe) investiert der Spezialist für Kreislaufsysteme rund um den OP 2,5 Millionen Euro in eine Best-Practice-Anlage auf 2000 Quadratmetern. Hier werden die in Kliniken eingesetzten technisch hochkomplexen Roboterassistenten dekontaminiert, gereinigt, sterilisiert, geprüft und für den erneuten Einsatz konfektioniert. „Tatsächlich lässt sich medizinisches Zubehör so gut reinigen, dass auch sogenannte Wegwerfprodukte völlig keimfrei gemacht und wiederverwendet werden könnten“, sagt Rainer Grabow mit Hinweis auf das Circular-Economy-Modell: „Patienten schützen, Ressourcen schonen und Abfall vermeiden“. Nach ihrem Lebenszyklus könnten die Geräte sogar recycelt und die Rohstoffe einer Wiederverwertung zugeführt werden. Letztlich gehe es in der Medizintechnik auch um sehr viel Geld. „Unter Nutzung neuester Technologien und Verfahren wollen wir die Voraussetzungen schaffen, dass moderne Medizintechnik bezahlbar ist“, sagt Rainer Grabow.

Als Pionier in der Branche ist Vitruvia in der Forschung und Software-Entwicklung sehr aktiv und setzt großes Vertrauen in die Künstliche Intelligenz. „Die selbstlernenden Methoden der KI sind sehr gut geeignet, die sensorüberwachte Aufbereitung von Robotik-Instrumenten zu optimieren“, sagt Rainer Grabow. Partner in der Forschung und Entwicklung seien u.a. die Technische Universität Berlin und die Universitätsklinikum in Jena. Mit Inbetriebnahme des Standortes Schönebeck würden dann auch Kontakte zur Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg geknüpft. Dort gibt es den internationalen Studiengang Medizintechnik. „Vitruvia kann beispielsweise Bachelor- und Masterarbeiten begleiten oder Themen für Projekte vergeben“, sagt Grabow.

Reinigungen nach europäischen Hygienestandards

Sein Unternehmen entwickelt eigene Anwendungen von Algorithmen und Strategien des Machine Learning. So können Prozessparameter automatisiert angepasst werden und die Reinigungen nach höchsten Prozess- und Hygienestandards der EU erfolgen. Gleichzeitig erhalten die Kliniken eine umfassende Dokumentation über die einzelnen Prozessschritte. Grabow nennt als Beispiel die hochkomplexen chirurgischen Instrumente, mit denen das „da Vinci-Operationssystem“ arbeitet. Die bestehen aus elektronischen und mechanischen Steuereinheiten, aus Seilen und verschraubten Gelenken. „Wir entwickeln für diese schwer zu reinigenden Instrumente eigene Verfahren unter Nutzung von hochreinem Wasser, sauberster Luft in Reinräumen und keimfreier Druckluft für die Trocknung“, sagt Grabow. „Unser Ziel ist die absolute Keimfreiheit.“

Mit Inbetriebnahme des Standortes in Schönebeck will Vitruvia seinen Kundenkreis in Deutschland und Europa ausweiten. „Wir planen zudem eine Erweiterung unseres Leistungsportfolios auf Medizinprodukte für die allgemeine Chirurgie und die Herzchirurgie, auf Endoskope und den gesamten Recycling-Bereich“, stellt Geschäftsführer Grabow in Aussicht.

Autorin: Kathrain Graubaum


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