Mit Kooperationen und Innovationen neue Arbeitsplätze schaffen

CEMTOP feiert Premiere auf der HANNOVER MESSE

Auf dem Weg in die Industrie 4.0 stärkt das Land Sachsen-Anhalt seine industriellen Kompetenzen durch Kooperations-Verbünde von KMUs, Hochschulen und  Forschungseinrichtungen. CEMTOP heißt ein neues Netzwerk, das sich auf der HANNOVER MESSE präsentieren wird.

CEMTOP soll die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus auf den Gebieten der Produktion, Wartung, Reparatur und Modernisierung von Industrie- und Zementanlagen erhöhen. Ein Ziel ist es, durch Kooperationen und Einbeziehung innovativer Ideen sowie von Patenten aus den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen neue, weltmarktfähige Verfahren und Industrieerzeugnisse zu entwickeln. 

Einzelkämpfer haben es oftmals schwer

Innovation, Engineering, Produktion und Handel sind in einem immer stärkeren Maße vernetzt. Mehr denn je wird der wirtschaftliche Unternehmenserfolg von der Digitalisierung und Einbindung in Firmen-Netzwerke abhängen. Dieser Herausforderung müssen sich klein- und mittelständische Unternehmen stellen. „Woran es oftmals den klein- und mittelständischen Industriebetrieben Sachsen-Anhalts mangelt, ist die industrielle Forschung“, bedauert Eckhard Netzmann, langjähriger Unternehmensberater und Mitinitiator des CEMTOP-Netzwerkes. Eine gezielte Unterstützung bietet den KMUs die ESA Patentverwertungsagentur Sachsen-Anhalt GmbH (PVA). Sie sondiert und prüft innovative Ideen aus dem Hochschulbereich hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Verwertbarkeit und vermittelt sie gezielt an  Unternehmen. Beispiele für diese Patente aus den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen Sachsen-Anhalts sind eine Erfindung deren Ziel es ist, innerhalb der Maschine-zu-Maschine Kommunikation eine selbstständige Entscheidung zum Verbindungsaufbau bzw. über das Versenden von Daten zu treffen sowie ein neuartiges Laser-Messsystem, das die Vermessung von Werkstücken noch innerhalb des Bearbeitungsprozesses ermöglicht. Auf diese Weise können Fehlerraten in der Produktion deutlich reduziert werden.

Netzwerk stärkt Anlagenbau und Baustoffindustrie

Dem CEMTOP-Netzwerk, dessen Partner sich in diesem Jahr erstmals auf der HANNOVER MESSE auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Sachsen-Anhalt präsentieren werden, gehören acht Unternehmen rund um den Industriestandort Dessau-Roßlau an. Zu den Partnern zählen die auf Industrie- und Zementanlagen spezialisierten Ingenieurbüros ZADCON GmbH und ZEMDES GmbH sowie die im Komponenten- und Anlagenbau für die Zementindustrie und andere Bereiche tätigen Fertigungs- und Montageunternehmen Thyrolf und Uhle GmbH, Schöneich & Co. GmbH sowie MAS Maschinen- Anlagenbau und Service GmbH aus Bitterfeld, der Förderanlagenspezialist ABP Maschinenbau GmbH aus Magdeburg, das Elektroengineering–Unternehmen TACK GmbH Automation und IT-Systeme in Köthen sowie die PROMECON Prozess- und Messtechnik Conrads GmbH in Barleben – ein Spezialist auf dem Gebiet moderner Messverfahren, der u.a. NOx und andere Emissionen in verwendeten Drehrohröfen,  Kühltrommeln und Rohrleitungssystemen messen kann. „Die ESA Patentverwertungsagentur Sachsen-Anhalt GmbH sichert im Rahmen des CEMTOP-Netzwerkes die Schutzrechtsbegleitung entstehender Technologieansätze  und unterstützt die mögliche Überführung von relevanten Patenten und Know-how aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu den industriellen Netzwerkpartnern“, so ESA PVA-Geschäftsführer Eric Bourgett.

Ein Beispiel für gemeinsame Projekte im Rahmen von CEMTOP ist eine Anlage zur thermischen Wiederaufbereitung chemisch kontaminierter Böden im mitteldeutschen Deutzen Das Projektmanagement verantwortete ZEMDES, während Thyrolf & Uhle sowie Schöneich & Co. Ausrüstungen lieferten und montierten. Des Weiteren konnten CEMTOP-Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt ihre Kompetenzen auch in internationalen Projekten u.a. in Österreich, der Schweiz, in Brasilien, Russland und Saudi-Arabien unter Beweis stellen. Die Angebotspalette reicht von der Anlagenplanung, dem Bau, der Erweiterung und Modernisierung bis hin zur Wartung und Instandsetzung bestehender Anlagen der Baustoffindustrie. Auch zur Verarbeitung anderer Schüttgüter, beispielsweise von Zucker- und Rübenschnitzel oder Getreide sowie zur Bearbeitung von Abfallprodukten in Pyrolyseöfen bieten die Unternehmen im CEMTOP-Verbund energiesparende und umweltfreundliche Lösungen an.

www.cemtop.de

Autor: Uwe Seidenfaden