Zukunftsbranche MedTech: Health + IT Campus in Magdeburg

Innovationstreiber und Chancengeber in Sachsen-Anhalt

Das Gelände des Health + IT Campus in Magdeburg füllt sich. Gut ein Jahr nach seiner Eröffnung sind mittlerweile bereits acht Unternehmen in den Gebäuden an der Ölweide ansässig, darunter zwei ausländische Firmen. Mit optimalen Bedingungen für Neugründungen oder Weiterentwicklungen innovativer Medizintechnik konnten Geschäftsführer Mathias Schulz und sein Team selbst gegen Standorte in Japan oder Südkorea punkten. „Und das ist erst der Anfang...“, so Schulz.

Sprungbrett MedTech Accelerator

Der MedTech Accelerator in Magdeburg startet erstmals im Januar 2022. Interessierte Teams können sich mit ihren Projektideen aus den Bereichen Medizintechnik, IT oder Engineering bewerben und diese im Rahmen eines Pitch vorstellen. Eine Jury aus Unterstützern wählt entsprechend aus, wer in das Programm aufgenommen wird. Dabei kann es sich sowohl um Gründungsinteressierte, Startups oder auch junge Unternehmen handeln. Ziel ist es, durch interdisziplinäre und interkulturelle Zusammenarbeit zukunftsfähige, vielleicht auch verrückte Produktideen und Geschäftsmodelle zur Marktfähigkeit zu verhelfen. Dazu gehört auch, den Projekten eine individuelle Entwicklungszeit zu bieten. Daher ist das Med Tech Accelerator Programm nicht zeitlich begrenzt. Etwa einmal im Jahr werden bei einem Pitch Day die Ergebnisse den unterstützenden Unternehmen und der Öffentlichkeit präsentiert. „Mit diesem sehr praxisorientierten, pragmatischen Ansatz wollen wir jungen Unternehmen einen ordentlichen Anschub für die Markteinführung bieten“, betont Schulz. „Eine zeitliche Befristung wäre da kontraproduktiv.“

Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ist der Accelerator allemal. Menschen mit großartigen Ideen bekommen technische, fachliche und finanzielle Unterstützung, um diese marktfähig umzusetzen. Beteiligende Firmen haben die Chance, Vertriebspartnerschaften einzugehen, sich mit eigenen Produkten oder Dienstleistungen im Startup einzubringen oder sich langfristig am Unternehmen zu beteiligen. „Damit das gelingt, werden die Projekte und die Unterstützer im Vorfeld gematcht“, so Schulz. „Nur wenn beide Profile zusammenpassen, haben die Projekte Zukunft.“

Geschützter Raum für den Technologiefortschritt

Zwei besondere Alleinstellungsmerkmale des Health + IT Campus sind Diskretion und überregionale Vernetzung. Denn gerade in der Entwicklungsphase schätzen Unternehmen den geschützten Raum, den Schulz und sein Team ihnen bieten können. Labore, Büroräume und auch die Medizin-Technik Werkstatt stehen zur Verfügung, um in aller Ruhe und unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Produkte bis zur Marktreife zu bringen. Zu viel Aufmerksamkeit oder gar Medienrummel können da kontraproduktiv sein. Daher ist Schulz sehr zurückhaltend mit Informationen zu den ansässigen Firmen, die in den Bereichen Engineering, Energie- & Umwelttechnologien, Social-Media-Tools und Sensorik agieren. Sie werden auch nicht aktiv auf der Webseite benannt.

Mathias Schulz als bekennender Netzwerker ist gleichzeitig Geschäftsführer von innoMed, dem Netzwerk für Medizintechnik in Sachsen-Anhalt e.V.. Er bringt Unternehmen, Wissenschaftler, Investoren und Startups aus aller Welt zusammen, um gemeinsam in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus die Medizintechnik voranzubringen. Im kommenden Jahr möchte Schulz einen Austausch mit israelischen Teams initiieren, um ihnen die Vorteile des hiesigen Standorts zu vermitteln. Gleichzeitig gilt es, als Partner wahrgenommen zu werden, der den Marktzugang in Deutschland erleichtert und regulatorische Aufgaben übernimmt. Die Resonanz potenzieller Investoren zeigt, dass der gemeinsame Plan von Schulz und Matthias Weber, Geschäftsführer der HASOMED GmbH in Magdeburg, ein Innovationszentrum für zukunftsweisende Gesundheitstechnologie aufzubauen und die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzubringen, aufgegangen ist.

Medizin-Technik entwickeln und präsentieren

In Bewegung ist auch einiges auf dem Gelände. Derzeit wird eine weitere Halle zum „CampusCommunityCenter“ (CCC) umgebaut, die u.a. mit 3D-Druckern für den Prototypenbau ausgestattet wird. Darüber hinaus stellt HASOMED als Mutterunternehmen den ansässigen Firmen am Campus auch die eigenen Werkstätten zur Verfügung. CNC-Fräsen, Abkantbänke und weitere Maschinen können von den jungen Unternehmen in Absprache genutzt werden. Neben der aktiven Rolle des Health + IT Campus und der Unterstützung durch HASOMED hat sich zwischen den Firmen auf dem Campus auch eine fruchtbare Eigendynamik entwickelt. So unterstützen sich Firmen und Startups gegenseitig, tauschen sich aus und nutzen Synergien bei Werkzeugen und Materialien. „Dieser lebendige Austausch und die gegenseitige Hilfestellung ist genau das, was unseren Campus ausmacht“, so Schulz. „Wir wollen gemeinsam etwas bewegen.“

Darüber hinaus können Bestandsfirmen die Räumlichkeiten des Health + IT Campus für Produktpräsentationen und Fachmeetings nutzen. So hat beispielsweise ein Unternehmen aus Bayern seine neuesten Hochleistungskameras für medizinische Forschungs- und Diagnosegeräte diversen Forschungsteams vorgestellt. Individuelle Gesprächszeiten bieten die Möglichkeit zur vertrauensvollen Geschäftsanbahnung.

Mit dieser Vielfalt an Ideen und Kooperationsmöglichkeiten soll der Health + IT Campus eine wichtige Schnittstelle bilden und Innovationstreiber in der Medizintechnik und dem digitalen Gesundheitswesen werden.

Autorin: Miriam Fuchs/IMG Sachsen-Anhalt

vorheriger Beitrag nächster Beitrag