Digitaler Hotspot Sachsen-Anhalt

Region im Wandel

Im Windschatten von Forschungsinstituten und Investitionen globaler Player schreitet die Digitalisierung in Sachsen-Anhalt mit großen Schritten voran. Vor allem die Zukunftssektoren Big Data, Cloud Computing und IT-Sicherheit machen das Bundesland zu einem attraktiven Standort.

Der Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum digitalen Hotspot entwickelt. So ist in Biere bei Magdeburg eines der größten und modernsten Cloud-Rechenzentren Deutschlands entstanden. 2014 hatte die Telekom-Tochter T-Systems das Data Center Campus Biere eröffnet und zwei Jahre später bereits kräftig erweitert. Aufgrund der großen Nachfrage nach der „German Cloud“ investiert die Telekom aktuell einen dreistelligen Millionenbetrag in den Bau von Biere 2. Nach der Fertigstellung wird T-Systems zu den führenden Anbietern im europäischen Cloud-Markt aufsteigen. Ausschlaggebend für den Standort war für T-Systems vor allem auch die Unterstützung durch das Land Sachsen-Anhalt und die landeseigene Investitions- und Marketinggesellschaft.

Doch das „Fort Knox der Daten“ ist nur ein Leuchtturmbeispiel für die zunehmende Bedeutung des IKT-Standortes Sachsen-Anhalt: Mit inzwischen mehr als 2000 Unternehmen, die 2017 fast 16.000 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von über 2 Milliarden Euro erwirtschaften, hat die IKT-Branche längst ihr Nischendasein verlassen. Obwohl die IT-Landschaft vorwiegend vom Mittelstand geprägt ist, haben sich hier längst auch Global Player wie IBM oder Dell angesiedelt.

„Ein zentraler Erfolgsfaktor des Standortes liegt in der dichten Hochschul- und Forschungslandschaft,  die leistungsstarke Fachkräfte hervorbringt“, erklärt Thomas Einsfelder, Geschäftsführer der IMG Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH. So sind an den Hochschulen des Landes aktuell über 3.500 Studierende in IT-spezifischen Studiengängen eingeschrieben. Insgesamt zählt Sachsen-Anhalt 29 Forschungseinrichtungen, darunter Fraunhofer-, Leibniz-, Max-Planck-, Robert-Koch-Institute sowie Helmholtz Zentren. Außerdem befindet sich an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg das weltweit größte SAP University Competence Center, das mehr als 500 Universitäten in aller Welt betreut.

Der Schwerpunkt der IKT-Branche Sachsen-Anhalts liegt im Bereich Software und IT-Services. Vor allem Automobilzulieferer, Energieversorger und Maschinenbauer profitieren von Software made in Sachsen-Anhalt. Zu den Erfolgsbeispielen zählen etwa die GISA GmbH, der größte unabhängige IT-Dienstleister Mitteldeutschlands sowie die Regiocom-Gruppe, der bedeutendste IT-Dienstleister der deutschen Energiewirtschaft.

Doch auch in den vielversprechendsten IT-Zukunftssektoren ist das Bundesland gut vertreten. So hat sich im Bereich Big Data die Firma Datameer vom Spin-off der Martin-Luther-Universität Halle zu einem internationalen Anbieter von Analyseprogrammen entwickelt. Und im Sektor IT-Sicherheit ist die AV-Test GmbH zu einem weltweit führenden Anbieter von Services in der Antiviren-Forschung aufgestiegen.

Wie attraktiv der Standort auch für Global Player ist, zeigt das Engagement des US-Konzerns Nielsen. 2016 hat der Marktführer bei Marketing- und Werbeforschung die Tochterfirma Nielsen Tele Medical GmbH in Magdeburg gegründet. Das Unternehmen hat mit den Neurologen der Otto-von-Guericke Universität das weltweit erste drahtlose EEG-Headset entwickelt, das die Beobachtung neurologischer Risikopatienten durch Messung der Hirnaktivität zu Hause möglich macht.

Das sind nur einige Beispiele für die zunehmende Bedeutung IKT-Standortes Sachsen-Anhalt. „Die zunehmende Vernetzung von Forschungsinstituten, global Playern, innovativen Mittelständlern und Start-ups bilden beste Voraussetzungen dafür, dass sich dieser Wachstumskurs auch in Zukunft fortsetzt. Gerade, wenn es um Industrie 4.0-Anwendungen geht, punktet die IKT-Branche Sachsen-Anhalts mit Know-how, mit Ressourcen und mit klugen Köpfen“, erklärt Thomas Einsfelder.

Das Wichtigste im Überblick: Standortfaktoren, die Sachsen-Anhalt für Unternehmen aus der IKT-Branche attraktiv machen.
Mehr unter: investieren-in-sachsen-anhalt.de

Autor: Markus Hofelich