Wolfener Folien Werk fährt mit Messeneuheit zur K

Mit dem Griff zur Kreditkarte hält Mann oder Frau rund um den Globus nicht selten ein Produkt aus Sachsen-Anhalt in der Hand. Scheckkartengroße Ausweise österreichischer und kanadischer Krankenkassen haben den gleichen Ursprungsort. Personalausweise oder Reisepässe in Marokko oder Mexiko setzen ebenfalls auf dieses Know-How. Günther Burkardt, Geschäftsführer der Folienwerk Wolfen GmbH, nennt unzählige Anwendungsmöglichkeiten für die Erzeugnisse seines Unternehmens. Folien für die so genannten Smardcards oder Personaldokumente sind nur ein Teil der Produktpalette.

Über 200 verschiedene Ausgangsmaterialen für die Weiterverarbeitung laufen von den Bändern. Die Folien unterscheiden sich durch Farbe, Gleitfähigkeit und Stärke. Andere erhalten während der Produktion einen UV-Schutz, um später in ihnen verpackte Erzeugnisse besser zu schützen. Zu den Spezialitäten aus dem Süden Sachsen-Anhalts gehören auch Folien, in denen Medizintechnik wie künstliche Gelenke oder Operationsbestecke ihre Reise zu Ärzten und in Kliniken antreten. Auf einer speziellen Flachfolienanlage entstehen Hartfolien, bei denen sich bis zu fünf unterschiedliche Materialien zu einem einzigen Produkt verbinden lassen. Seit 2003 gehören Folien aus Polymilchsäure (PLA) zum Sortiment, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und biologisch abbaubar sind. Nischen prägen die Vielseitigkeit der Wolfener und begründen den Erfolg.

"Wir stellen uns auf Kundenwünsche ein, entwickeln in deren Auftrag neue Produkte und können als klassischer Mittelständler schnell reagieren und mit kurzen Lieferzeiten punkten", sagt Günther Burkardt. Eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung habe alle Hände voll zu tun. Die Ingenieure kooperierten ständig unter anderem mit den Hochschulen Merseburg und Anhalt. Diese enge Verzahnung zahle sich aus, helfe auch Fachpersonal frühzeitig zu binden.

Zur weltweit größten Kunststoffbranchenmesse K 2013, in Halle 08b am Stand D58, wartet das Folienwerk aus Wolfen mit einer Neuheit auf. EVA-Folien für die Glasindustrie: Sie bestehen aus Copolymer Ethylen-Vinylacetat, sind in den vergangenen Jahren entwickelt worden. Wegen ihrer hervorragenden Wärme- und Alterungsbeständigkeit finden sie bei Verbundglas Anwendung und eröffnen im Architekturbereich völlig neue Möglichkeiten. Sie helfen auch, Solarzellen vor äußeren Einflüssen, wie Feuchtigkeit zu schützen. Durch ihre große Transparenz sichern sie eine hohe Lichtdurchlässigkeit.

In diesem Jahr rechnet das Wolfener Folienwerk mit einer Umsatzsteigerung von bis zu sieben Prozent. 2012 verkaufte es Waren für 40 Millionen Euro. Die Exportquote liegt bei rund 70 Prozent, berichtet der Geschäftsführer. Neben dem EU-Raum gehen Lieferungen in die Schweiz, nach Russland, die USA und nach Nigeria.

"Die Geschäfte laufen gut", sagt Günther Burkardt. Längst seien die  Einschnitte durch die Finanzkrise überwunden. Mit der frühen Entscheidung für den Standort Wolfen lag man richtig. 1991 schlug die Geburtsstunde des Unternehmens. Es war die erste Ausgründung aus dem einstigen Fotochemischen Kombinat Wolfen. Dort wurden schon lange Polyesterfolien, allerdings für andere Anwendungen, produziert. Mit den bestens ausgebildeten Mitarbeitern fiel es relativ leicht, eine komplett neue Firma aufzubauen. Mehr als 20 Millionen Euro wurden in den vergangenen zwölf Jahren investiert. 1999 bezog das Folienwerk einen neuen Standort im Industriegebiet des Ortsteils Thalheim. Der Geschäftsführer lobt die idealen Bedingungen dort. Nur sechs Wochen habe der Kauf des Firmengeländes gedauert, Genehmigungen wurden zügig erteilt und die logistische Anbindung habe sich als bestens erwiesen. Fördermittel flossen unkompliziert.
 
Heute verfügt der Betrieb über ein 60.000 Quadratmeter großes Grundstück. Das ermöglicht auch weitere Expansionen, zumal die 8.000 Quadratmeter Produktionsfläche an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt sind. Es gibt Überlegungen, in neue Anlagen zu investieren. Aus den 40 Mitarbeitern 1991 sind inzwischen 150 geworden. Der Frauenanteil liegt bei einem Drittel. Durchschnittlich sechs bis acht Lehrlinge befinden sich in jedem Jahr in der Ausbildung.  


Autor (Text/Foto): Klaus-Peter Voigt

Kontakt:
Günther Burkardt
Folienwerk Wolfen GmbH
Guardianstraße 4
06766 Bitterfeld-Wolfen
Tel.: +49 3494-69790
E-Mail: info@folienwerk-wolfen.de
Web: www.folienwerk-wolfen.de

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