Luxemburger Lampenhersteller hat sein Tochterunternehmen in Sachsen-Anhalt angesiedelt

„An einer 16-Amperesicherung können bis zu 170 Röhren angeschlossen werden“, vermittelt Oliver Grim, Geschäftsführer des Luxemburger Lampenproduzenten ECRES, eine Vorstellung vom geringen Stromverbrauch seiner LED-Lampen. Eine ganz neue Generation wurde in der luxemburgischen Tüftler-Werkstatt geboren. Nun kommen die Lampen der Zukunft auch nach Sachsen-Anhalt und leuchten hier die Energiewende ein. ECRES hat sein Tochterunternehmen in Bartensleben im Bördekreis angesiedelt – und noch eine innovative „Neuheit“ mitgebracht: das Lampen-Leasing.

Als halte er einen Stock in der Hand schlägt Oliver Grim mit der Stableuchte schwungvoll auf den Tisch. Instinktives Kopfeinziehen: Doch der erwartete Flug von Glassplittern bleibt aus. Mehr noch: An das Stromnetz angeschlossen strahlt diese Stableuchte mit ihrer ganzen Kraft. Der ECRES-Geschäftsführer strahlt ebenso ob des gelungenen Vorführ-Effektes. ECRES, das luxemburgische European Center for Renewable Energy Systems, wirbt nicht nur damit, dass seine LED-Lampen extrem tritt-, schlag- und stoßfest sind. „Sie verbrauchen zudem 60 bis 90 Prozent weniger Strom als die gegenwärtig gebräuchlichen Leuchtmittel“, verweist Grim auf ihr enormes Energieeinsparpotenzial. „ECRES-Lampen arbeiten in einem Spannungsbereich von 85 bis 240 Volt und einem Frequenzbereich zwischen 47 bis 63 Herz.“ Und: „Auf ECRES-LED’s gibt es sechs Jahre Garantie, mindestens 53.000 Betriebsstunden lang bringen sie ihre volle Leistung.“ Oliver Grim setzt an dieser Stelle seiner Rede akustische Achtungszeichen. Denn ab 2014 müssen europaweit alle Firmen, die jährlich über 100.000 Kilowattstunden Strom verbrauchen, ein DIN-gemäßes Energiemanagement vorweisen.

Das junge luxemburgische Unternehmen will auch in Mitteldeutschland in den Startlöchern stehen, wenn hier die Betriebe und Unternehmen ihre Beleuchtung auf LED umrüsten.

Immer öfter pendeln der ECRES-Geschäftsführer und sein Finanzchef zwischen ihrem Stammsitz in Luxemburg und dem 2012 gegründeten Tochterunternehmen in Sachsen-Anhalt. Es wird derzeit in Bartensleben im Bördekreis aufgebaut. Ab August 2013 sollen dort die mechanischen Teile für LED-Lampen und –Leuchten produziert werden.

Gute Gründe hätten sie davon überzeugt, dass ihr Unternehmen in Sachsen-Anhalt richtig angesiedelt sei, meinen die beiden Geschäftsleute. Mit Hilfe der Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) Sachsen-Anhalt  haben sie einen guten Standort nahe der Autobahn A2 gefunden und hier auch gleich einen wichtigen Partner, was den Vertrieb der LED-Lampen betrifft: das Hövelmann Logistik-Unternehmen aus Haldensleben. IMG-Unterstützung bekommt ECRES auch, wenn es darum geht, Kontakte zu den Betrieben und Unternehmen im Land zu knüpfen. Ein Vertrag mit Enercon Magdeburg, dem Erbauer von Windenergieanlagen, ist schon zustande gekommen.

Interesse haben Unternehmen der Stahlbau-Branche und aus der Glasherstellung signalisiert. „Für diese Industriezweige sind unsere LED-Lampen besonders interessant“, verweist Geschäftsführer Grim stolz auf die Eigen-Entwicklung eines bislang einzigartigen Nischenproduktes: LED-Lampen, die Temperaturen von +85 Grad bis -45 Grad schadlos aushalten. Letztere, erklärt Grim, würden zum Beispiel in Kühlhäusern eingesetzt. Für deren Beleuchtung werde es nämlich kritisch, wenn nach einem Umlade-Vorgang bis zu -50 Grad kalte Luft in den Raum geblasen wird, um ihn wieder runter zu kühlen. Bislang müssten die Lampen dabei ausgeschaltet werden.

Heiß her geht es dagegen in Werkhallen, in denen bei hohen Schmelztemperaturen gearbeitet wird. Hier müssen die Produktionsstraßen ausgeschaltet werden, um kaputte Lampen zu ersetzen. Da könne ein Lampentausch wegen des Produktionsausfalls bis zu 20.000 Euro teuer werden, meint Grim und betont die Vorteile der ECRES-Lampe. Unter anderem halte sie länger und sei innerhalb von zwei Minuten ausgewechselt, weil sie ohne Gehäuse frei aufgehängt werden kann.

Zur Zielgruppe mit speziellen Anforderungen gehört neben dem Handel und dem Bau ein in Sachsen-Anhalt starker Wirtschaftszweig, die Lebensmittelindustrie. Zum einen, so Grim, entspräche das helle Licht der ECRES-LED-Lampen dem Tageslicht, zum anderen würden sie keine störenden Pulsfrequenzen, also kein Flackern erzeugen. Was letztlich auch der Gesundheit der Belegschaft in den Betrieben zugute käme.

Als ein Novum in seiner Branche bietet ECRES das Lampen-Leasing. Es scheint wie maßgeschneidert für die Bedürfnisse der kleinen und mittleren Unternehmen in Sachsen-Anhalt. „Auch für die großen“, sagt der Finanzexperte Claude Schettgen. Schließlich bliebe dadurch Geld für andere wichtige Investitionen übrig. Und spätestens nach drei Jahren habe sich das Lampen-Leasing schon rentiert.

In die Aufbauphase des ECRES-Werkes in Bartensleben hat das Luxemburger Unternehmen 1,5 Millionen Euro investiert. „Weitere anderthalb Millionen werden hinzukommen“, sagt Finanzchef Schettgen. Wenn er und sein Geschäftsführer drei Jahre weiter in die Zukunft blicken, haben sie eine Vision von etwa 100 Angestellten vor Ort, die mit der Fertigung der mechanischen Teile etwa 5.000 bis 10.000 Lampen am Tag komplettieren. Zunächst wird die Produktion in Bartensleben im August mit sechs Mitarbeitern starten. Das sollen Fachleute aus der Region sein – Werkzeugmacher und Ingenieure.

BU: Finanzchef Claude Schettgen und Geschäftsführer Oliver Grim (v.l.) präsentieren eine von fünf Modellserien der ECRES-LED-Lampen. Die Röhren sind alleintragend und machen teure Wannen in den Decken überflüssig. Mit Hilfe von Magnetkappen können sie auch in einer Linie ausgerichtet werden.

 

Autorin: Kathrain Graubaum
Kontakt:

ECRES S.A.
Oliver Grim
Chief Executive Officer
Eco Start Bat.1, rue de I’Industrie
L-3895 Foetz
Tel. (+352)261746-21
oliver.grim@ecres.eu

www.ecres.eu

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