Hochschule Harz nutzt als erste deutsche Hochschule neuen Personalausweis für eigene Verwaltung

Seit dem 1. November 2010 gibt es den neuen Personalausweis. Fast 20 Millionen Deutsche haben ihn schon. Der Neue ist weit mehr als die persönliche Legitimation. Im Ausweis steckt ein elektronischer Chip, der die Nutzung wichtiger Online-Angebote mit hohem Sicherheits- und Datenschutzniveau für Bürger und Kunden ermöglicht: Autofahrer können ihre Punkte in Flensburg abfragen, Kreditsucher die Einschätzung der Schufa, Arbeitnehmer die Höhe ihrer künftigen Rente und Eltern aktuelle Informationen zum Kindergeld  und das jeweils auch nur die Berechtigten selber.

Als erste deutsche Hochschule nutzt auch die Hochschule Harz die Online-Funktionen des neuen Personalausweises zur datensicheren, unkomplizierten Registrierung für Prüfungen und Labortestate. Weitere Einsatzmöglichkeiten wie für Einschreibungen zum Studienbeginn sind in Vorbereitung. Ein Kooperationsvertrag mit dem Bundesministerium des Innern zielt auf die Ausweitung dieses erfolgreichen Projekts bei der Hochschulverwaltung ab. Die Wissenschaftler und Studenten des Hochschul-Fachbereichs Automatisierung und Informatik sind geradezu prädestiniert für die Anwendung und Weiterentwicklung solcher Innovationen – sie waren schließlich bereits maßgeblich beteiligt an der Einführung von neuen Anwendungen und Komponenten für die sichere elektronische Verwaltung (E-Government) im Bund und im Land Sachsen-Anhalt, wie beispielsweise für Verwaltungsportale oder im elektronischen Meldewesen, berichtet  Projektleiter Professor Dr. Hermann Strack.

660 Studenten bereiten sich im Harzer Fachbereich auf ihren Bachelor vor, darunter  allein 300 Informatiker. Sieben Semester müssen sie studieren. Manche müssen sich gleich in den ersten Studienmonaten von Illusionen verabschieden. „Sie erkennen schnell, dass Informatik eine Wissenschaft ist und das Studium deshalb kein Surfkurs für Fortgeschrittene und Virenentwickler“, weiß Dekan Prof. Dr. Bernhard Zimmermann. Unsere Gesellschaft wandelt sich mit hohem Tempo von der Industrie- zur digitalen Wissensgesellschaft: Wissen wird zur wichtigsten Produktivkraft. „Wer Wissen „produziert“, muss lernen, mit Wissen zu arbeiten, meint Prof. Zimmermann. „Bei Internetrecherchen erfahre ich oft, dass meine Probleme vor mir schon ein anderer hatte. Es gibt Vorwissen, und mein Job als Ingenieur, als Informatiker ist doch, daraus bessere oder völlig neuartige Lösungen zu entwickeln.“

Sehr schnell begreifen die Studenten, dass „Wissen-wo-es-steht“ zwar wichtig ist, aber nur der Anfang eines Denkprozesses sein kann. Prof. Dr. Hardy Pundt muss neuen Studenten anfangs oft sagen: „Du hast da in kurzer Zeit eine schnelle Dokumentation zusammengestellt. Aber verstehst du auch, was du da erzählt und gezeigt hast? Weißt du, worüber du sprichst?“

Fundiertes, anwendungsorientiertes Wissen – das ist der hohe Anspruch an Absolventen der Hochschule. Das Informatikstudium vermittelt in den ersten drei Semestern praktische Kenntnisse in Mathematik, Betriebswirtschaftslehre und speziellen Informationstechnologien, der Medieninformatiker muss sich in Gestaltung, Projektmanagement und Vermarktung eindenken, der künftige Bachelor für Mechatronik-Automatisierungssysteme kämpft sich durch Physik, Elelektrotechnik, Messtechnik und Programmstrukturen. Mit diesem Grundlagenwissen fällt es zunehmend leichter, Informationen nicht nur zu finden, sondern vor allem zu verstehen, zu überprüfen, zu beurteilen, zu filtern, zu reflektieren, zu kritisieren und weiterzuentwickeln.

Im Auftrag von Unternehmen, öffentlicher Hand, Verbänden und in Kompetenz-Netzwerken bearbeitet der Fachbereich Automatisierung und Informatik viele Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die gerade das studentische Wissen herausfordern. Eines der Projekte ist TECLA, „Technische Pflegeassistenzprobleme“. Zu lösen sind Fragen wie: „Wird es möglich sein, den aktuellen Standard in der häuslichen Pflege von älteren oder hilfsbedürftigen Menschen in einer rapide älter werdenden Gesellschaft aufrecht zu erhalten? Welche Rolle werden technische Unterstützungssysteme zukünftig spielen - und werden sie die Pflege vereinfachen oder entmenschlichen?“ Auch die Entwicklung einer marktfähigen Sensorplattform zur Erfassung von Bild- und Umweltdaten mittels Flugrobotern stellt die Studenten schon im Studium vor so interessante Aufgaben, wie sie im Berufsleben später noch viele zu lösen haben.


Autor: Regio M
Foto: Hochschule Harz

Kontakt:
Hochschule Harz
FB Automatisierung und Information
Prof. Dr. Bernhard Zimmermann,
Tel.: +49 394 3659-300
E-Mail: bzimmermann@hs-harz.de

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