Größter Produzent von Lochblechen mit Tradition aus Raguhn

Als Gottlob Heerbrandt 1861 in Raguhn eine Drahtweberei gründete, ahnte er nicht, dass er den Grundstein für ein Unternehmen gelegt hatte, dass gut 150 Jahre später einer der größte Produzenten von Lochblechen  sein sollte – RMIG GmbH Raguhn! Und er ahnte nicht, dass „seine“ Firma 2012 auf der „Hannover Messe International“ (23. bis 27. 04) auf dem Stand von Sachsen-Anhalt vertreten sein wird.

„Wir verdienen mit Löchern Geld“, lacht Marketing-Manager Gunnar Trautwein (34): „Wir produzieren Lochbleche aller Art.“ Diese liefert die  RMIG in 60 Staaten auf der ganzen Welt und für alle Bereiche, in denen Lochbleche verwendet werden als qualitative Spitzenprodukte aus Raguhn:Für den Maschinenbau Filter. Für die Lebensmittelindustrie Zuckersiebe. Für den Fahrzeugbau Hitze- und Schallschutz. RMIG liefert perforierte Siebe für Geschirrspülmaschinen, stanzt edel designte Kühlergrills, und, und, und… Auch hochwertige Balkon- und Fassadenverkleidungen zählen mittlerweile zum Portfolio der Raguhner Stanzer. Die sind nicht nur wetterfeste, stabile Tragwerke sondern architektonische Meisterwerke mit
„Kunst-Charakter“. Sei es die Oper in Oslo, die dank einer Loch-Fassade einen unvergesslichen Eindruck hinterlässt. Oder ein Shoppingcenter in Lyon, der Marthahof in Berlin… Alle haben eines gemeinsam – die Außenfassaden stammen von RMIG: „Nicht zu vergessen, die Außenfassaden neuer AUDI-Autohäuser. „Auch diese Lochblechfassaden haben wir bereits produziert“, sagt Gunnar Trautwein.

135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich im fast rund um die Uhr um Löcher:  „Wir arbeiten in drei Schichten an sechs Tagen in der Woche.“31 Millionen Euro setzte das RMIG-Raguhn 2011 um.

Rückblick: Wenige Jahre nach Gründung beschäftigt Gottlob Herbrandt 120 Arbeiter an 23 Webstühlen. Sie stellten Siebe für Papierfabriken her. Zu DDR-Zeiten firmierte das Unternehmen unter „Prestara“ (Press- und Stanzwerke Raguhn), beschäftigte weit über 1000 Frauen und Männer. Nach der Wende 1989 wurde das Unternehmen vom  dänischen Konzern „RM Industrial Group“ (RMIG) gekauft. „Dort wurde unsere Qualität geschätzt und die Manager wollten den Standort unbedingt erhalten und ausbauen“, sagt Gunnar Trautwein.

Die Strategie ging auf: Heute ist RMIG Raguhn größter Produzent in der Gruppe, zählt weltweit zu den innovativsten Unternehmen.“ Kein Wunder: Mittlerweile umfasst die Produktpalette 1.000 Lochblechprodukte. Davon verlassen viele Teile die Werkshallen quasi „von der Stange“ - Ware, die in Shop bestellt wird und in der Regel in 24 Stunden beim Kunden ist. Einwichtiges Standbein für RMIG. In den letzten Jahren hat sich aber deutlich herauskristallisiert, dass Kunden mehr wünschen und auf individuelle Lösungen setzen: „Wir haben umgedacht und unser Angebot erweitert.“
Die Idee ist so einfach wie genial: „Wir sind quasi der Assistent und stehen unseren Kunden wahlweise als Ingenieur, Techniker, Zeichner, qualifizierter Werkstattmeister mit Maschinenpark oder als Projektberater bei der Realisierung ihrer Vorhaben zur Verfügung“, sagt Gunnar Trautwein. Vorteil: Der „Assistent“ hält dem Aufraggeber den Rücken frei, er kann sich um andere Dinge kümmern. Die Voraussetzungen sind vorhanden: Hochqualifiziertes, motiviertes Personal und modernste Technik bilden eine perfekte Symbiose.

RMIG Raguhn arbeitet mit einer Vielzahl an Breit- und Streifenpressen und mehreren Stanzautomaten. Alles ist CNC gesteuert, besticht durch superpräzise Lasertechnik. „Trotz aller moderner Technik steht der Mensch im Vordergrund der Unternehmensphilosophie“, sagt Gunnar Trautwein: „Alle sollen vom Erfolg, den wir nur gemeinsam erreichen können, profitieren.“ Eine weiteres Firmenthema ist Transparenz: „Ist die Auftragslage gut oder schlecht? Haben wir Fehler gemacht? Überall werden diese Informationen ausgehängt. Jeder weiß Bescheid oder kann sich bei Fragen an die entsprechenden Stellen wenden.“ Zu dieser Transparenz gehört auch, dass die Mitarbeiter andere Arbeitsplätze im Betrieb kennenlernen: „Zum Beispiel arbeiten Vertriebsmitarbeiter an der Maschine. Umgekehrt lernen Arbeiter den Vertrieb kennen. Alle entwickeln so mehr Verständnis füreinander. Jeder sieht seine Aufgabe aus einem anderen Winkel, das wirkt sich positiv für alle aus.“ Beweis: RMIG-Raguhn verfügt über eine gesunde Altersstruktur. Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter scheiden fast nur aus Altersgründen aus und jüngere Beschäftige rücken nach: „Ältere Mitarbeiter bilden ihre Nachfolger aus – das Wissen bleibt im Unternehmen.“

Kompetenz, Erfahrung, Zuverlässigkeit – drei Grundvoraussetzungen, die mit dazu beitrugen, dass aus der unbekannten Firma RMIG ein weltweit anerkanntes Unternehmen wurde. Ein Unternehmen, das sich nun bei der HMI auf dem Stand von Sachsen-Anhalt vorstellt: „Vor Jahren waren wir schon einmal in Hannover“, erzählt Gunnar Trautwein, „aber das war noch zu früh“. Jetzt sieht das anders aus: „Sachsen-Anhalt hat sich wirtschaftlich weiter entwickelt und wir sind auch vorangekommen“, sagt der Manager, „das möchten wir zeigen.“ Und fügt hinzu: „Mehr als 20 Jahre nach der Wende wird das wirtschaftliche Potential von Sachsen-Anhalt nicht in dem Maße wahrgenommen wie es angebracht wäre. Vielleicht können wir mit unserem Auftritt einen Beitrag dafür leisten, dass sich das ändert.“


Autor: Thomas Pfundtner

Kontakt:
RMIG - perforation without limits
RMIG GmbH
Hallesche Strasse 39
06779 Raguhn-Jeßnitz
Web: www.rmig.com

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