citim liefert 3D-Druck-Bauteile in die ganze Welt

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Additive Manufacturing ist die Technologie der Zukunft, für die citim GmbH aus Sachsen-Anhalt ist das häufig als „3D-Printing“ bezeichnete Verfahren schon lange Gegenwart: Das mittelständische Unternehmen mit 135 Mitarbeitern ist einer der weltweit führenden Anbieter additiv gefertigter Metallbauteile.

Knapp 20 schrankgroße „3D-Drucker“ stehen in der neuen Produktionshalle der citim GmbH. In den Maschinen blitzt es: Auf gut 1.000 Grad Celsius erhitzt ein Laser metallisches Pulver; durch das Ablagern und Verschmelzen des Materials wird auf der Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten ein dreidimensionales Objekt aufgebaut. Schicht für Schicht wächst so ein Bauteil aus Metall, das aufgrund seiner komplexen Geometrie mittels konventioneller Verfahren gar nicht hergestellt werden könnte. Der „Druck“ eines besonders komplexen Bauteils kann bis zu zwei Wochen dauern. Für die Kunden von citim lohnt sich die Additive Fertigung von Prototypen oder in Kleinserien dennoch. Denn durch die werkzeugfreie Fertigung lassen sich Produktentwicklung und Markteinführung entscheidend verkürzen.

Neue Technologien im 3D-Druck

Seit rund 20 Jahren ist citim nun schon auf Rapid Prototyping, Additive Fertigung sowie Kleinserienfertigung spezialisiert und deckt als Dienstleister dabei die gesamte Produktionskette ab, von der Konstruktion bis zur Fertigstellung des Bauteils, egal ob aus Kunststoff, Metall oder Verbundstoffen. Dafür investiert die Firma immer wieder in modernste Technik. Im November 2017 wird bei citim beispielsweise die weltweit erste sogenannte XJet-Maschine montiert. Mit der inkjetbasierten Technologie können die 3D-Druck-Experten aus Sachsen-Anhalt nun auch Bauteile aus Keramik additiv herstellen. Zuletzt wurde im Oktober 2017 mit neuen Maschinen der Firma Carbon die CLIP-Technologie (Continuous Liquid Interface Production) eingeführt. Dabei werden bei der Fertigung von Bauteilen aus flüssigem Polymer durch die kontinuierliche Bestrahlung mit ultraviolettem Licht außergewöhnlich kurze Bauzeiten erreicht. Was deutlich höhere, seriennahe Stückzahlen ermöglicht. Diese Technologie anzubieten, ist für den weltweit tätigen Dienstleister citim wichtig, denn inzwischen hält die Additive Fertigung zunehmend Einzug in die Serienfertigung.

3D-Druck für den Weltraum

Wie kaum ein anderes Unternehmen auf der Welt beherrscht citim die immer noch junge Technologie der Additiven Fertigung. „Citim ist tätig für sehr innovative Firmen. Unsere Kunden kommen meistens aus den Bereichen, die neue Produkte entwickeln und den Mut haben, neue Fertigungstechnologien einzusetzen“, sagt Andreas Berkau, Geschäftsführer von citim. Maschinenbauer, Flugzeugbauer und Energieunternehmen gehören zu den Auftraggebern; die Automobilbranche und -zulieferer lassen Teile für den Abgasbereich, Pumpen und Antriebseinheiten „drucken“. Ein Beispiel für ein sehr spezielles, additiv gefertigtes Bauteil und die Vorteile der Technologie ist etwa der Antennenarm des Sentinel-1-Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Für den Erdbeobachtungssatelliten haben die Experten von citim gemeinsam mit Partnern den Antennenarm einer vernieteten, mehrteiligen Blechbaugruppe für den Metall-3D-Druck optimiert. So konnte das ursprüngliche Gewicht des Bauteils von 1,6 Kilogramm fast halbiert werden - bei gleicher Festigkeit.

Branchenführer durch Mut und Innovationsfreude

Mut und Innovationsfreude zeigt die Firma aus Sachsen-Anhalt seit sie 1996 als Spin-Off der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gegründet wurde. Das Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) in Barleben, einer Gemeinde in unmittelbarer Nachbarschaft von Magdeburg, der Hauptstadt des ostdeutschen Bundeslandes, bot ideale Voraussetzungen für Wachstum. Der Fokus von citim lag zunächst auf Prototypenwerkzeugen, also der Entwicklung von Werkzeugen, mit denen sich Anschauungs- und Funktionsprototypen herstellen lassen. Das Portfolio wurde jedoch lauf end um neue Technologien erweitert. Bereits seit 1999 begleiten Forschungsprojekte zur additiven Bauteilfertigung das mittelständische Unternehmen. 2004 wurde dann das Lasersintern, die Additive Fertigung von Kunststoffbauteilen, eingeführt. Damals war das Thema 3D-Printing noch absolutes Neuland. Ein weiterer Meilenstein war die Einführung des Laserschmelzens im Jahr 2009, also die Additive Fertigung von Metallbauteilen. In diesem Bereich ist citim heute weltweit sogar Branchenführer. Diese Position möchte das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ausbauen, das seit vier Jahren auch ein Schwesterunternehmen in den USA hat, einem großen Markt für Additive Fertigung.

Das Können der 3D-Druck-Spezialisten aus Sachsen-Anhalt hat Begehrlichkeiten geweckt: Seit Januar 2017 ist citim Teil des Oerlikon-Konzerns. Der liefert unter anderem das Metallpulver, das das ostdeutsche Spezialunternehmen zum Metall-3D-Druck verwendet. Die Strategie ist klar: Im Bereich Oberflächenlösungen, moderne Werkstoffe und Werkstoffverarbeitung will der weltweit tätige Schweizer Technologiekonzern Weltmarktführer werden. Mit einer über 100-jährigen Tradition ist das Unternehmen mit mehr als 13.500 Mitarbeitern an über 170 Standorten in 37 Ländern präsent. „Als Teil der Oerlikon Gruppe wird citim in der Lage sein, seinen Kunden auf der ganzen Welt erweiterte Technologien und Kompetenzen im Bereich der additiven Fertigung sowie umfassende Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette anzubieten“, sagt Frank Lehmann, ebenfalls Geschäftsführer von citim. So könnten künftig alle Prozessschritte der additiven Fertigung aus einer Hand angeboten werden. „Wir sind überzeugt davon, dass wir in Kombination mit Oerlikon die Industrialisierung der additiven Fertigung beschleunigen und uns als weltweit führender Dienstleister im Bereich der Additiven Fertigung profilieren werden“, so citim-Geschäftsführer Andreas Berkau.

Autor: Michael Falgowski

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