Meyer Burger eröffnet neues Werk zur Herstellung von Hochleistungs-Solarzellen in Thalheim (Stadt Bitterfeld-Wolfen)

  • Start zu umweltfreundlicher Solarzellentechnologie 'Made in Europe' und wichtiger Schritt zu mehr Energiesouveränität in Europa.
  • Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, und Wirtschaftsminister Prof. Armin Willingmann zeigen sich beeindruckt von den Investitionen in diese Zukunftstechnologie und das Entstehen hochwertiger Arbeitsplätze.
  • Fertigung startet mit einer jährlichen Kapazität von 400 Megawatt, Kapazitätsausbau auf 5 Gigawatt bis 2026 angestrebt.

Die Eröffnung des neuen Werks fand vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie digital statt. Vor Ort begrüsste CEO Gunter Erfurt persönlich und virtuell einige Personen, darunter den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, den Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Armin Willingmann, und Armin Schenk, Oberbürgermeister von Bitterfeld-Wolfen. Zudem hatte der Schweizer Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Paul R. Seger, ein Grusswort geschickt. Die Eröffnung wird in einem Film verarbeitet, der auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen von Meyer Burger zu sehen ist.

Das «Solar Valley» wird wieder zum Symbol für eine erfolgreiche europäische Solarindustrie. Meyer Burger setzt neben der idealen Infrastruktur auf erstklassig ausgebildetes und erfahrenes Personal in der Region. Mit der ersten Ausbaustufe von 400 Megawatt hat Meyer Burger bereits etwa 350 hochwertige Arbeitsplätze an zwei neuen Standorten geschaffen. Die von Meyer Burger in zwölf Jahren entwickelte und patentgeschützte Heterojunction/SmartWire-Technologie ermöglicht neue Bestmarken bezüglich Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit bei Solarmodulen. Meyer Burger baut seine Lieferketten so lokal als möglich auf; der wichtigste Rohstoff, Polysilizium, stammt aus Europa. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme bestätigte Anfang dieses Jahres, dass die Solarzellenproduktion in Bitterfeld-Wolfen gegenüber herkömmlicher Fertigung erhebliche Vorteile für die Umwelt aufweist. Das honorierte das Bundesland Sachsen-Anhalt mit einer Zusage für eine Umweltschutzbeihilfe in Höhe von bis zu 15 Millionen Euro sowie einem Investitionszuschuss von bis zu 7,5 Millionen Euro.

Die bei Meyer Burger an den Standorten Neuchâtel und Thun entwickelten und in Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) gebauten Fertigungsanlagen werden nun in Betrieb genommen. Im Juni wird die Produktion in Thalheim hochgefahren. Im hochautomatisierten Vollbetrieb werden täglich bis zu 200 000 Solarzellen vom Band laufen. Am Standort Thalheim steht derzeit eine Gesamtfläche von 27 000 Quadratmetern zur Verfügung. Diese ist ausreichend für den angestrebten schnellen Ausbau auf 1,4 Gigawatt Solarzellenkapazität. Hier wird Meyer Burger neben der Produktion wichtige Unternehmensbereiche unterbringen, darunter Vertrieb und Marketing. Die Solarzellen werden in Freiberg zu Solarmodulen verarbeitet. Sein dortiges Solarmodulwerk eröffnet Meyer Burger am 26. Mai 2021. Ab Juli werden die ersten Module von dort ausgeliefert.

Reiner Haseloff sagte: «Mit dieser Investition bekommt die Energiewende in Sachsen-Anhalt eine weitere konkrete Gestalt und neuen Schub. Mit den vierzig Jahren Erfahrung in der Photovoltaik ist Meyer Burger ein Unternehmen, das zum Standort Bitterfeld-Wolfen passt. Denn hier verfügen wir über vielfältige Erfahrungen in der Branche und natürlich über motivierte und gut ausgebildete Arbeitskräfte. Meyer Burger setzt in der Technologie für erneuerbare Energie tatsächlich Maßstäbe und wir sind darum froh, das Unternehmen in Sachsen-Anhalt begrüßen zu können.'

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann zur Eröffnung: 'Meyer Burger ist es in kürzester Zeit gelungen, in Bitterfeld-Wolfen einen neuen Produktionsstandort für Solarzellen und Module aufzubauen und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Dies zeigt beispielhaft, dass sich Sachsen-Anhalt zu einem attraktiven Standort für nationale und internationale Investoren entwickelt hat. Dass die Solarindustrie hier neuen Schwung aufnimmt, ist kein Zufall: Wir haben insbesondere in den vergangenen fünf Jahren Wirtschaft und Wissenschaft enger vernetzt und in beide Bereiche gezielt investiert. Die Verfügbarkeit von Fachkräften und die Möglichkeit, in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen Entwicklungsprojekte voranzutreiben, macht den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt heute so attraktiv. Die Großinvestition von Meyer Burger trägt entscheidend dazu bei, Sachsen-Anhalt weiter zu einem Land der Zukunftstechnologien zu entwickeln.'

CEO Gunter Erfurt bedankte sich für die Unterstützung durch die Politik und sagte: 'Meyer Burger setzt am historischen Solarstandort «Solar Valley» einen Meilenstein auf dem Weg Europas zu mehr strategischer Unabhängigkeit bei der Schlüsseltechnologie Photovoltaik. Das ist ein Beispiel für die erfolgreiche Transformationsfähigkeit der europäischen Industrie hin zu nachhaltigem Wirtschaften. Es bietet sich die einmalige Chance, innovativer globaler Taktgeber im Bereich Erneuerbarer Energien zu werden, hochwertige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und unseren Kunden attraktive Produkte für die Erzeugung klimafreundlicher und wettbewerbsfähiger Elektroenergie zur Verfügung zu stellen.'

Eröffnung online: 

Deutsch: https://www.meyerburger.com/de/eroeffnung-thalheim

Quelle: www.meyerburger.com


Wirtschaftsminister Willingmann eröffnet Solarzellen-Werk von Meyer Burger in Bitterfeld-Wolfen

Solarindustrie im Aufschwung

Der börsennotierte Schweizer Maschinenbauer Meyer Burger Technology AG hat am Dienstag in Thalheim im Landkreis Bitterfeld-Wolfen sein neues Solarzellen-Werk im Beisein von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann offiziell eröffnet. Für den Aufbau des neuen Standorts hatte das Unternehmen den Großteil der Mittel eingesetzt, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung über 165 Millionen Schweizer Franken (rund 150 Mio. Euro) aufgebracht wurden.

„Meyer Burger ist es in kürzester Zeit gelungen, in Bitterfeld-Wolfen einen neuen Produktionsstandort für Solarzellen und Module aufzubauen und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Dies zeigt beispielhaft, dass sich Sachsen-Anhalt zu einem attraktiven Standort für nationale und internationale Investoren entwickelt hat“, sagte Willingmann bei der feierlichen Eröffnung des Werks, die aus Infektionsschutzgründen digital vom Unternehmen übertragen wurde. Dass die Solarindustrie neuen Schwung aufnimmt, sei kein Zufall, betonte Willingmann weiter: „Wir haben insbesondere in den vergangenen fünf Jahren Wirtschaft und Wissenschaft enger vernetzt und in beide Bereiche gezielt investiert. Die Verfügbarkeit von Fachkräften und die Möglichkeit, in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen Entwicklungsprojekte voranzutreiben, macht den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt heute so attraktiv. Die Großinvestition von Meyer Burger trägt entscheidend dazu bei, Sachsen-Anhalt weiter zu einem Land der Zukunftstechnologien zu entwickeln.“

Willingmann zeigte sich ferner optimistisch, dass „Comeback“ der Solarindustrie in Sachsen-Anhalt nachhaltig sein werde. „Wir erleben im globalen Markt einen immer stärkeren Trend zur Produktion vor Ort“, erläuterte der Minister. „Produktion findet heute in aller Regel hoch automatisiert statt. Dadurch fallen Personalkosten für Unternehmen heute weniger ins Gewicht, wohingegen die Transportkosten insbesondere in den vergangenen Jahren global gestiegen sind. Dadurch gewinnt die Produktion auch in Hochlohn-Ländern wieder verstärkt an Attraktivität.“ In der Wirtschaft sei zudem das Interesse gewachsen, in Zeiten des Klimawandels Komponenten und Produkte nicht mehr um jeden Preis rund um die Welt zu verschiffen. Europa sei für die Unternehmen angesichts ambitionierter Klimaziele und notwendiger Investitionen in erneuerbare Energien langfristig ein attraktiver Markt.

Das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt unterstützt die Errichtung des neuen Produktionsstandortes im Solar Valley mit 22,5 Millionen Euro (7,5 Mio. Euro GRW-Investitionsförderung sowie 15 Mio. Euro Umweltschutzbeihilfe). Die Fertigungskapazität in Bitterfeld-Wolfen soll vorbehaltlich einer erfolgreichen Fremdkapitalfinanzierung zunächst auf 1.4 GW, im Anschluss auf 5 GW im Jahr 2026 ausgebaut werden. Willingmann würdigte die ehrgeizigen Pläne des Schweizer Unternehmens: „Nach diesen Plänen wird in Sachsen-Anhalt eines der größten Solarzellen-Werke Europas entstehen.“

In den vergangenen vier Jahren hat das Wirtschaftsministerium gleich mehrere Großinvestitionen im Kreis Bitterfeld-Wolfen gefördert. Im August 2020 nahm der Wellpappenhersteller Progroup die nach Unternehmensangaben modernste Papierfabrik der Welt für 465 Millionen Euro nach nur 18 Monaten Bauzeit in Betrieb. Rund 500 direkte und indirekte Arbeitsplätze sind mit dem Fabrikneubau verbunden. Im September 2020 eröffnete die FEV-Gruppe das nach Unternehmensangaben größte, unabhängige Batterieprüffeld der Welt für etwa 70 Millionen Euro, schaffte damit rund 100 neue Arbeitsplätze. Zudem kündigte der amerikanisch-chinesische Batterie-Hersteller Farasis Energy Europe an, neben dem geplanten Batteriewerk im Solar Valley für 600 Millionen Euro auch ein Batterie-Kompetenzzentrum anzusiedeln. Perspektivisch will Farasis in Bitterfeld-Wolfen somit insgesamt rund 2.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

„Es wird darauf ankommen, auch in den kommenden Jahren gezielt in Wirtschaft und Wissenschaft zu investieren, um diese erfreuliche Entwicklung zu verstetigen“, betonte Willingmann. „Jeder Euro, der in Zukunftstechnologien investiert wird, ist gut und effektiv angelegt. Denn mit den neuen oder erweiterten Produktionsstandorten gibt es neue, hochwertige Arbeitsplätze, mehr Wertschöpfung und am Ende auch höhere Steuereinnahmen, von denen Land und Kommunen profitieren.“

Quelle: mw.sachsen-anhalt.de

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