Ärmel hochkrempeln und einfach machen

Das Team der „Magdeburger Developer Days“ im Jahr 2018 vor dem „AMO“-Kulturhaus, ganz links steht Michael Blume.

CurrentSystem 23 Chef Michael Blume organisiert „Magdeburger Developer Days“

Mehr als 2.000 Unternehmen in der Informations- und Kommunikationstechnologie prägen den IT-Standort Sachsen-Anhalt. Nicht nur Branchenriesen wie „DELL“ oder Global Player wie „IBM“ und „T-Systems“ fühlen sich hier zu Hause, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen wie die „CurrentSystem 23 GmbH“ wirken richtungsweisend. Der Magdeburger IT-Dienstleister etabliert in Eigenregie mit den „Magdeburger Developer Days“ eine Community-Konferenz. Vom 20. bis zum 22. Mai 2019 wird Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt wieder zum Treffpunkt für Entwickler.

Die Initialzündung kam vor Jahren bei einer IT-Konferenz weit weg von der Heimat. Michael Blume, Geschäftsführer des Magdeburger Unternehmens „CurrentSystem 23“, lauscht gespannt bei fachlichen Panels, knüpft Kontakte und denkt sich: „Leute treffen, neues Wissen bekommen, das könnte man doch auch in Magdeburg machen.“ Seine Idee stimmt ihn positiv unruhig. Er spricht sofort Teilnehmer an – erntet Verwunderung und Zuspruch. „Wenn du das wirklich machst, sind wir als Aussteller dabei“, hört der Elbestädter. Kaum wieder zu Hause, sucht und findet Michael Blume Sponsoren wie „regiocom“ und einen Veranstaltungsort – die Magdeburger Messehallen. Er baut eine Webseite und ein Ticketsystem auf, druckt Flyer, putzt Klinken, schüttelt Bedenken ab. „Ich wollte unbedingt eine IT-Konferenz vor meiner Haustür haben und wollte all jenen, die nicht daran glaubten, das Gegenteil beweisen“, erinnert er sich. 

„Magdeburger Developer Days“ laden 2019 zum 4. Mal ein: vom 20. bis zum 22. Mai

Zu den ersten „Magdeburger Developer Days“ kommen 270 Teilnehmer. Ein Jahr später sind es 400 im ehemaligen Kultur- und Kongresszentrum „fichte“. Bei der dritten Veranstaltung kommen 530 Interessierte. Da traut sich Michael Blume zu sagen: „Unser Konzept funktioniert.“ Kleine „Stolpersteine“ der Premiere sind aus dem Weg geräumt, die „Magdeburger Developer Days“ werden zu einer gefragten Veranstaltung. Das treibt den Unternehmens-Chef an, weiterzumachen. Auch in diesem Jahr wird es die Community-Konferenz geben. Vom 20. bis zum 22. Mai 2019 laden Michael Blume und sein Orga-Team wieder ins Magdeburger „AMO-Kulturhaus“ ein. Wie jedes Jahr fiebert der 44-Jährige dem Termin entgegen. Viel Arbeit, Zeit und Geld steckt er in die „Magdeburger Developer Days“. Gewinne könne er damit nicht einfahren, sagt Michael Blume. Sein Lohn ist die steigende Nachfrage und „dass man jetzt in IT-Kreisen auch weiß, was wir hier alles leisten können“.

IT-Standort Magdeburg: „Niemals von hier weggehen“

Das Publikum, das den Fachvorträgen lauscht und die Gelegenheit zum Netzwerken nutzt, kommt größtenteils aus regionalen Firmen. Aber auch bundesweit hat die Magdeburger Konferenz inzwischen einen guten Namen. In diesem Jahr haben zudem Österreicher und eine israelische Delegation Tickets bestellt. „Das wird alles immer größer“, sagt Michael Blume. Die Freude darüber ist ihm ins Gesicht geschrieben. Einen guten Nebeneffekt nennt er: „So können wir Sachsen-Anhalt auch weiter als einen IT-Standort bekannt machen, der kurze Wege hat, wo Fachkräfte ausgebildet werden, und es gute Infrastrukturen gibt.“ Unterstützung dafür bekommt er von vielen Unternehmen und von der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (IMG). „Bei der IMG, dem Verband der IT- und Multimediaindustrie Sachsen-Anhalt und anderen Einrichtungen bin ich offene Türen eingerannt, das Interesse ist auch so ein Standortvorteil“, sagt er und schiebt nach, dass er „niemals auf die Idee kommen würde, aus Magdeburg wegzugehen“.

Neue Betriebsstätte mit grünem Hintergedanken

Ganz im Gegenteil. Für sein Unternehmen hat er große Pläne, die schon bald  - unter anderem mit Unterstützung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes (IMG), die das Unternehmen bereits seit 2017 begleitet -  in die Tat umgesetzt werden sollen. Ein paar Kilometer vom jetzigen Standort in Stadtzentrum-Nähe möchte der Inhaber der „CurrentSystem 23 GmbH“ bald den Grundstein für ein eigenes Gebäude legen. Das soll den IT-Dienstleister nicht nur räumlich vergrößern, sondern mit einer eigenen Erdwärme-Versorgung und ressourcenfreundlichem Bau auch möglichst umweltfreundlich sein. Das Motto der diesjährigen „Magdeburger Developer Days“ heißt „Nachhaltigkeit und Green IT“ – Umweltschutz ist ein Thema, das den Magdeburger in allen Lebens- und Arbeitsbereichen umtreibt. Genau wie Nachhaltigkeit. Darum sind seine Expansionspläne genauso darauf ausgerichtet, wie seine Arbeit in der Firma und außerhalb davon. Nachhaltig, das bedeutet für Michael Blume auch, den Nachwuchs zu fördern. „Nur nach Fachkräften Ausschau zu halten, das bringt nichts“, sagt der Mann, der seit vielen Jahren in Schulen geht und Kindern auf spielerische Art das Programmieren beibringt, einen 10-wöchigen Kurs für Grundschulen entwickelt hat und bei Pädagogen Hemmschwellen zum Vermitteln von IT-Themen abbaut. Auch bei den „Magdeburger Developer Days“ sind stets Schüler mit dabei. „Dass sie so eine Gemeinschaft erleben, war mir von Anfang an wichtig“, sagt Michael Blume. Im neuen Firmensitz möchte er ein Schulungs- und Beratungszentrum integrieren. Auch für solche Pläne und Themen nimmt er in Kauf, dass seine Arbeitstage selten nach acht Stunden enden.

Selbst etwas zu gestalten, treibt Michael Blume an.

Der Unternehmer ist viel unterwegs, pendelt derzeit häufig zwischen Magdeburg und Braunschweig, um einen Großkunden bei der Entwicklung einer Software zu unterstützen. Auch in vielen anderen Themenbereichen ist der Magdeburger IT-Dienstleister unterwegs, der Individual-Software entwickelt, administrative IT-Begleitung übernimmt oder Beratungen bei prozessualer Gestaltung anbietet. In Kooperation mit der Magdeburger Firma „SocialMap GmbH“ entwickeln Michael Blume und sein Team beispielsweise derzeit eine App, die als Eskalationssystem im Bereich der Kindeswohlgefährdung zum Einsatz kommen soll.

Die Erweiterung seines 2005 gegründeten Unternehmens sieht der Magdeburger als einen weiteren Meilenstein. Nicht immer sei es einfach gewesen, „als Selbstständiger alle Bälle in der Luft zu halten“, meint Michael Blume, der als Unternehmer einige Umwege gegangen ist. Die Frage danach, was ihn als Chef und als Organisator der Konferenz antreibe, beantwortet er schnell: „Ich möchte selbst entscheiden, und ich möchte gestalten.“

Für die „Magdeburger Developer Days“ krempelt der Unternehmer monatelang die sprichwörtlichen Ärmel hoch. „Wir fangen immer gleich nach einer Konferenz damit an, die nächste zu planen“, sagt er. Für 2020 hat er auch schon so seine Pläne. „Schön wäre es, wenn uns noch mehr Firmen unterstützen würden“, wünscht sich Michael Blume. „Sich auszutauschen, das ist fast immer von Vorteil, und wenn Dinge verbessert werden können, dann müssen wir einfach etwas machen. Sonst ändert sich ja nichts.“

Autorin:  Manuela Bock

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