Sachsen-Anhalt bieten einen echten Dauerbrenner.

Der Dorfplatz, irgendwo in Afrika, war hell erleuchtet, als Jonas Taureck in seinem gewaltigen LKW Magirus-Deutz, Baujahr 1963, vorfuhr, auf der Suche nach einem Nachtlager – und Strom. „Den gab es aber gar nicht. Trotzdem war es total hell: Das Licht kam nur von Petromax-Lampen mit ihrer enormen Strahlkraft“, erinnert sich der Magdeburger Unternehmer. Vierzehn Jahre ist das her. Taureck war auf Abenteuerreise, im Lkw wollte der damals 20-Jährige von Hannover bis nach Durbon, Südafrika, fahren. Die legendären Gasdrucklampen, manche waren schon Jahrzehnte in Betrieb, sind Taureck in Afrika überall begegnet. Irgendwo in Tansania ist der Magirus Deutz dann endgültig liegen geblieben, das Leuchten der Petromax aber lässt Taureck seither nicht mehr los. Buchstäblich: 2006 hat er die Lizenz gekauft, ein eigenes Unternehmen gegründet, und seit sieben Jahren baut er die Legende in Magdeburg nun selbst. 

Die Petromax ist die berühmteste Starklicht-Lampe der Welt. Der Grund ihres Erfolges: Sie ist wirklich hell und praktisch unverwüstlich. Gleißende 400 Watt schafft sie, rund acht Stunden lang leuchtet sie mit einer Petroleum-Füllung. Das erste Modell der Lampe hatte 1910 der Berliner Handwerker Max Graetz gebaut. „Das war eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Schließlich hatten die bisherigen Dochtlampen nur eine Leistung von fünf bis sechs Watt“, sagt Geschäftsführer Taureck. Aus genau 229 Einzelteilen besteht eine klassische Petromax. „Bis auf ein einziges Stück passen unsere heutigen Teile problemlos auch in 40 oder 50 Jahre alte Lampen.“

Im Magdeburger Betrieb montieren 20 Mitarbeiter die Einzelteile dieses Dauerbrenners. „Wir haben ganz bewusst die Produktion, die bis dato in Asien lief, nach Deutschland verlegt. Auch rund die Hälfte unserer Zulieferer haben wir uns in der Region gesucht.“ Denn die Zulieferer sind ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Produkte am Markt. „Kurze Wege, schneller Kontakt und mögliche Korrekturen sind dabei wichtig“, sagt Taureck. Als Endfertiger hänge er in besonders hohem Maße von den Zulieferern ab. „Uns fehlte mal eine winzige Hülse aus Graphit, ein einziges Teil nur, aber es hat die Produktion eine ganze Zeit stillgelegt.“ Auch die Material-zusammensetzungen müssten genau stimmen.

Die Strategie war erfolgreich. Wurden zu Beginn rund 2.000 Exemplare im Jahr verkauft, sind es heute bis zu 50.000 Lampen, in drei Ausführungen in Messing poliert, vernickelt und verchromt und matt. Bis zu 40 Prozent gehen in den Export, geliefert wird in 81 Länder. „Wir verschiffen beispielsweise viele Lampen für internationale Hilfsorganisationen nach Afrika“, erzählt der Geschäftsführer. Auch Armeen aus mehreren Ländern nutzen die Starklichtlampen. „Bei der finnischen Armee zählen die Lampen sogar zur Grundausstattung.“

Der Grund ist einleuchtend: Die Gasdrucklampen sind jederzeit einsatzbereit – auch wenn sie längere Zeit im Depot gelagert wurden.  Die Funktionsweise ist dabei noch immer dieselbe wie 1910. Das Herzstück ist ein Glühstrumpf aus Kunstseide im Glaszylinder. Das Gewebe wird zuvor in verschiedene Leuchtsalze getaucht. Nach dem Entzünden wird Petroleum unter Druck durch einen vorgeheizten Vergaser geleitet. Der verdampfende Brennstoff bringt anschließend die getränkte Kunstseide zum Glühen. Wichtig ist, dass der Vergaser mit Spiritus zunächst auf 250 Grad vorgeheizt wird.

Im vergangenen Jahr hat Sachsen-Anhalts Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring die Magdeburger Petromax GmbH mit dem neuen Unternehmerpreis des Ministeriums, der „AURA – Auszeichnung für herausragendes unternehmerisches Wirken in Sachsen-Anhalt“, geehrt. „Hier ist eine brillante Idee professionell umgesetzt worden, so dass ein erfolgreiches, marktfähiges Produkt daraus entstanden ist“, sagte der Minister. Mit der „AURA“ werden Unternehmen ausgezeichnet, die neue Wege gehen, querdenken, Bestehendes hinterfragen, innovative Produkte entwickeln und erfolgreich auf den Markt bringen.

Die Ideen gehen Jonas Taureck nicht aus. Mittlerweile wurde die Produktpalette der Petromax GmbH erweitert. Es geht klar in Richtung Lagerfeuer: Feuertöpfe, Pfannen, Kannen und ein Gerät, das als Grill, Ofen, Herd oder Feuerschale verwendet werden kann. „Wir schauen uns an, was es auf dem Markt gibt, und versuchen es zu verbessern“, sagt der 34-Jährige.

Auch den in Tansania verlorenen LKW hat Taureck inzwischen wieder: Ein Oldtimer Magirus–Deutz, Baujahr 1967, wirbt etwa auf Outdoor-Messen für Petromax aus Magdeburg.

(Autor: Michael Falgowski im Auftrag der IMG Sachsen-Anhalt mbH)

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39116 Magdeburg
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