Schweizer Präzision trifft deutsche Gründlichkeit

Maschinenbauer US Engineering schätzt die Standortvorzüge im Bundesland Sachsen-Anhalt

Das historische Städtchen Wernigerode Sachsen-Anhalt ist reich an Geschichte und ein beliebtes Tourismusziel. Genau hier hat sich der Schweizer Unternehmer Urs Schweinfurth vor einigen Jahren dafür entschieden, einen zweiten Firmenstandort zu gründen – etwa acht Autostunden nördlich der Schweizer Kleinstadt Dällikon, wo die US Engineering AG ihren Hauptsitz hat.

Das Kerngeschäft der weltweit agierenden Firma sind die Projektierung, die Herstellung und der Verkauf von Maschinen und Anlagen zur industriellen Fertigung von Elektromotoren. Urs Schweinfurth hatte im deutschsprachigen Raum nach einem Ort gesucht, an dem sein Unternehmen expandieren konnte. „Wir brauchen für unsere Produkte mehr Platz und für unsere Aufträge mehr Mitarbeiter“, hatte er beim Richtfest im Sommer 2012 sein Engagement in Wernigerode begründet.

Über persönliche Kontakte zu einem Unternehmer aus der Region, der sich ebenfalls mit Elektro-Maschinenbau beschäftigt, kam er nach Wernigerode. Hier bemühte man sich um den potenziellen Investor. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt und die Investitions- und Marketinggesellschaft des Bundeslandes unterstützten die Ansiedlung – zum einen durch zinsgünstige Darlehen, andererseits durch die Beratung hinsichtlich der Fördermöglichkeiten und der Suche eines geeigneten Standortes.

In Sachsen-Anhalt befindet sich die US Engineering Deutschland GmbH in guter Gesellschaft; der Maschinenbau hat in der Region eine lange Tradition und zählt zu den bedeutendsten Industriebranchen. Durch Kooperationen bündeln die zumeist mittelständischen Unternehmen ihre Kompetenzen im Land und verbessern so ihre Marktchancen. Bestehende Kontakte zu pflegen und sich in der Branche weiter zu vernetzen, um bekannter zu werden und neue Aufträge für das Unternehmen zu akquirieren, ist jetzt Aufgabe von Boris Wietmann. Als Geschäftsführer leitet der 46-Jährige jetzt die Geschicke der US Engineering Deutschland GmbH. Firmengründer Urs Schweinfurth hat sein Unternehmen inzwischen verkauft und ging in Pension.

Wenn Boris Wietmann Besucher oder Kunden durch die nagelneue 2000 Quadratmeter große Produktionshalle in Wernigerode führt, wird schnell klar: Platzmangel herrscht hier nicht. „Eine solche Halle in der Schweiz zu bauen, wäre ungleich teurer gewesen“, sagt er. „Allein das Bauland kostet ein Vielfaches.“

Der Geschäftsführer ist eigentlich in Süddeutschland zu Hause, hat zuletzt aber zehn Jahre in der Schweiz gelebt. Er kann die Argumente für eine Ansiedlung in Mitteldeutschland gut nachvollziehen. „Ich kann einem Schweizer Unternehmen, das expandieren möchte, sagen: Das hier ist eine gute Alternative. Die zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung, die überschaubaren Investitionskosten.“ Als Betriebswirt hat er natürlich vor allem die Zahlen im Sinn und hält nicht hinterm Berg damit, dass die Lohnkosten in Deutschland vergleichsweise niedriger sind.

Doch finanzielle Fragen sind es nicht allein, die ihn optimistisch in die Zukunft schauen lassen. Er habe festgestellt, dass sich die Schweizer und die Sachsen-Anhalter gar nicht so unähnlich seien. „Hier wie da mögen die Leute keine ausgeprägten Hierarchien, man ist schnell beim Du. Die Mitarbeiter sehen sich nicht nur als Befehlsempfänger, sondern wollen Verantwortung tragen, mitdenken, Entscheidungen treffen“ sagt Wietmann. Auch eine große Loyalität beobachtet er bei seinen Angestellten.

Im Moment hat die US Engineering Deutschland GmbH sieben Mitarbeiter. Boris Wietmann ist zuversichtlich, dass die Anzahl in ein, zwei Jahren auf ca. 20 wachsen wird. „Wir sind ein kleines Unternehmen im Aufbau. Aber wir bedienen eine Nische. Was wir bauen, können nicht viele. Das ist unsere Chance.“ Dass er in Mitteldeutschland geeignete Fachleute finden wird, wenn das Unternehmen wächst, bezweifelt er nicht. „Die Hochschulen hier bilden Nachwuchs in dieser Richtung aus.“

Dem Geschäftsführer, der zwischen Sachsen-Anhalt, der Heimat am Bodensee und der Schwester-Firma in der Schweiz pendelt, ist um die kleine Firma nicht bange, wenn er in die Zukunft schaut: „Ich sage nur E-Mobilität. In der Welt der Elektromotoren tut sich gerade unheimlich viel.“ Das Unternehmen hat ein innovatives Verfahren zum Imprägnieren von Elektromotoren entwickelt und setzt es in Wernigerode um. Ein großer Automobilhersteller zeigt bereits Interesse. Um weiter Fuß zu fassen, ist international sicher auch der gute Ruf der Schweizer und der Deutschen förderlich: Wenn Schweizer Präzision auf deutsche Gründlichkeit trifft, sollte doch eigentlich wenig schief gehen.

Autorin: Dana Toschner

Kontakt:

US Engineering Deutschland GmbH
Boris Wietmann
Neustadter Ring 11
38855 Wernigerode
Tel.:  +49 3943 69436 - 0
Fax.: +49 3943 69436 299
info@usengineering.de

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