Schunk Sintermetalltechnik Thale glänzt mit Produkten, die nicht jeder kann

Die Schunk Sintermetalltechnik GmbH Thale hat im Verlauf der zurückliegenden sieben Jahre ihre Leistungsfähigkeit so gut wie verdoppelt. Wenn am 29. September bei dem Pulvermetallurgie-Spezialisten gefeiert wird, wird auch davon die Rede sein. Aber das ist nicht der Grund für das Fest, das Geschäftsführer Ralf Will-Eric Stein mit seinen 350 Mitarbeitern feiert. Vor 50 Jahren ist die heutige Produktionsstätte eingeweiht worden. Vor 15 Jahren ist das Unternehmen, das aus dem einstigen Eisenhüttenwerk Thale hervorgegangen ist, von der Schunk-Unternehmensgruppe übernommen worden. Dass die Geschäftsführung wie die Mitarbeiter auf das seit dem Erreichte stolz sind, ist auf einer DVD dokumentiert, die jeder Beschäftigte mit nach Hause nehmen kann. 

Auf ihr wird auf die mehr als drei Jahrhunderte alte Tradition der Metallverarbeitung in Thale verwiesen. Zu den Sternstunden der Metallurgie in Thale gehört die weltweit erstmalige industrielle Nutzung des Sinterns vor mehr als 70 Jahren. Es gilt zwar als einer der ältesten, aber auch als einer der innovativsten Zweige der Metallurgie. Dabei werden pulverförmige Stoffe vermischt und durch Erwärmung miteinander verbunden. „Die industrielle Nutzung der Sintertechnologie wurde 1941 gewissermaßen aus der Not geboren, weil im Kriege nicht genügend Buntmetalle für die Waffenproduktion vorhanden waren“, erklärt Geschäftsführer Ralf W.-E. Stein. Heute dient sie, immer weiter entwickelt und verbessert, ausschließlich friedlichen Zwecken. Aus Eisenpulver wird bei diesem Produktionsverfahren mit einem Presswerkzeug unter hohem Druck ein Rohling erzeugt, der durch das Sintern im heißen Ofen zu einem Halbprodukt wird. Das erlaubt sehr große Stück-zahlen sehr präzise herzustellen, erläutert Stein Vorzüge dieses Umformverfahrens.

In Thale entstehen auf diesem Wege die vielfältigsten Teile für die Automobilindustrie. „Eine unserer Stärken ist die Herstellung von Teilen in einer Qualität, die nicht jeder kann“, sagt Stein und verweist auf Nockenwellenversteller, auf Teile für Ölpumpen und besonders hitzebeständige Teile für die Luftfahrtindustrie. Seit dem Einstieg der Schunk-Gruppe in Thale sind an dem Standort 90 Millionen Euro investiert worden. Ausrüstungen, Öfen. Pressen und Maschinen für die mechanische Bearbeitung wurden erneuert.

Der Einstieg in die Luftfahrtindustrie sei gelungen, weil in Thale die jüngere, sogenannte MIM-Technologie (Metall injection molding) weiterentwickelt werden konnte. Bei dieser speziellen Form des Verpressens können statt einzelnen bis zu acht Teile gleichzeitig hergestellt werden. Mittlerweile ist die Schunk Sintermetalltechnik Thale der größte MIM-Hersteller in Deutschland. Bei der Herstellung von speziellen Stählen für Turbolader ist das Unternehmen, das von dem gelernten Schmied und doppelten Diplom-Ingenieur seit 2005 geführt wird, Marktführer. Seitdem hat sich die Leistungsfähigkeit der Produktionsstätte so gut wie verdoppelt. Die Anzahl der jährlich hergestellten Stücke stieg von 17 auf 34 Millionen. Die Menge des verarbeiteten Pulvers kletterte von 5.000 auf 8.700 Tonnen. Der Umsatz wurde in dieser Zeit von 34 auf 62,7 Millionen Euro gesteigert.

„Damit gehören wir zu den einhundert größten Unternehmen des Landes in Sachsen-Anhalt“, sagt der 55-Jährige Brandenburger. Das war nicht immer so. Die Lage sei unbefriedigend gewesen, als er nach Thale gerufen wurde. Mit den vielfältigsten Maßnahmen, darunter dem bis auf den heutigen Tag angewendeten Instrument des Kontinuierlichen Verbesserungsprozess KVP sei es gelungen, Fortschritte in allen Bereichen zu erzielen. Die Produktivität sei verdoppelt, die Ausschussquote halbiert worden. Eine eigene Entwicklungsabteilung arbeite permanent an Innovationen. Zu deren Zielen gehören höhere Dichten des Materials, neue  Werkstoffe für Turbolader und für die Luftfahrtindustrie. Ständig werde an der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, sowie an der Einführung neuer Produkte gearbeitet, auch um sichere Arbeitsplätze für die nächste Generation zu sichern, sagt Stein. So seien zum Beispiel über vier Jahre gemeinsam mit Luftfahrtunternehmen Teile für Triebwerke entwickelt worden. Jetzt werde für die Motorenhersteller von Rolls-Royce Aerospace und MTU in Serie produziert. Beim Hersteller von Zahnrädern scheint selbst jedes mit großer Präzision ins andere zu greifen.

Die Liste der Autohersteller, die von der Schunk Sintermetalltechnik Thale beliefert werden, liest sich heute wie das Who-is-Who der europäischen Automobilbranche. Dazu gehören Audi, BMW, Daimler, Ford, GM mit Opel und Vauxhall ebenso wie MAN, Porsche, PSA, Seat, Skoda, Volkswagen und Volvo. Zu den Kunden unter den Automobilzulieferern sind Benteler, Borg Warner, Brose, Continental, Getrag, Hilite, Honeywell, HuF, Keiper, Magna, Montaplast, Mubea, Pierburg und Schaeffler zu finden.

Die Schunk-Gruppe, zu der die Schunk Sintermetalltechnik GmbH Thale nunmehr seit 15 Jahren gehört, ist ein international agierender Unternehmensverbund mit einem Produkt- und Leistungsspektrum in den Unternehmensbereichen Materials, Weiss Technik – Wärme und Klimatechnik, Sintermetalltechnik und Sonosystems – Ultraschall-Schweißen. Das 1913 von Ludwig Schunk und Karl Ebe in Fulda gegründete Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 780 Millionen Euro. Zur Gruppe zählen 60 operative Tochtergesellschaften. Die Schunk-Gruppe ist in 26 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 8 200 Mitarbeiter. Der Bereich Schunk Sintermetalltechnik betreibt neben dem Werk in Thale weitere in Gießen und Mexiko.

Die Jubiläums-DVD, die am 29. September vorgestellt und verschenkt wird, werde von all dem Erreichten berichten, damit es auch künftig so weiter geht, kündigt Stein an.





Kontakt:
Schunk Sintermetalltechnik GmbH
Ralf W.E. Stein
Roßtrappenstraße 62
06502 Thale
Tel: +49 3947 71000
E-Mail: ralf.stein@schunk-group.com
Web: www.sintermetalltechnik.de

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