Alles aus einem Guss


Erfolg wächst in Sachsen-Anhalt: Zahlreiche Branchen konnten in den vergangenen Jahren mit innovativen Produkten und Prozessinnovationen national und international überzeugen.
Die Gießtechnik im Motorenbau ist ein Beispiel, die Produkte weltweit gefragt Grund genug für den VDI, Branchenexperten aus ganz  Deutschland zum 6. VDI Wissensforum in die Landeshauptstadt Magdeburg einzuladen.

Die TRIMET ALUMINIUM AG in Harzgerode ist eine der modernsten Aluminium-druckgießereien Europas. Das Unternehmen produziert anspruchsvollste Aluminium-Druckgussteile, die auf die Anforderungen von Kunden aus der Automobil-, Elektro- und Maschinenbauindustrie ausgerichtet sind. Ziel ist es, Aluminium immer fester und zäher zu machen, um im Fahrzeugbau zunehmend Eisen-Stahl-Komponenten durch Aluminiumteile ersetzen zu können. In Harzgerode werden Strukturteile, Motorblöcke und Kupplungs- sowie Getriebegehäuse gefertigt. Nicht weit entfernt produziert die Nemak Wernigerode GmbH. Das Unternehmen ist einer der führenden Hersteller von Zylinderköpfen aus Aluminium. Zum Kundenstamm gehören unter anderem VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Auch Zylinderkurbelgehäuse und Fahrwerksteile aus Aluminiumguss werden hier hergestellt.

Hochwertige Aluminium-Gussteile aus Sachsen-Anhalt sind nicht nur in Motoren führender deutscher Automobilhersteller zu finden, sondern immer mehr auch in Flugzeugen und Schienenfahrzeugen. Im Netzwerk AL-CAST und im Creativitäts- und Competenz-Centrum Harzgerode entwickeln Forscher und Unternehmen neue Legierungen und Produktionsverfahren für härtere und leichtere Bauteile aus Aluminium. Der Leichtmetallguss, speziell der  Aluminium-Druckguss, ist eines der wichtigsten Kompetenzfelder .

Um den Anforderungen auf dem Gebiet der Gießereitechnik auch in Zukunft gerecht zu werden, ist die enge Zusammenarbeit von Forschung und Entwicklung unumgänglich, inklusive Praxiserprobung. Wie erfolgreich eine solche Zusammenarbeit sein kann, zeigt das Gießereiunternehmen Nemak, das drei Entwicklungszentren in Monterrey (Mexiko), Windsor (Kanada) und in Wernigerode betreibt. Die Nemak-Experten haben ein Gießverfahren für Hochleistungszylinderköpfe entwickelt, das ohne die enge Zusammenarbeit mit der Otto-von-Guericke-Universität  Magdeburg nicht möglich gewesen wäre. Denn den steigenden Anforderungen an Material, aber auch an die Entwickler und Gießereispezialisten kann nur durch erfolgreiche Kooperation Rechnung getragen werden. 

In fast jedem Auto auf deutschen Straßen fährt inzwischen ein Bauteil aus Sachsen-Anhalt mit. Das ermöglichen 250 Zulieferbetriebe, die Automobilhersteller aus Deutschland und über 50 weiteren Ländern mit Innovationen versorgen. Vom Maschinenbauingenieur bis zum Mechatroniker – die Branche bietet heute Arbeit für 18.500 Menschen. Ingenieure und Wissenschaftler engagieren sich gemeinsam für den intelligenten Leichtbau. Weniger Fahrzeuggewicht bedeutet weniger Benzinverbrauch – und weniger klimaschädliche Abgase.

Das leisten schon heute moderne Spritzgussteile oder Aluminium-Karossen. Auch Antriebs- und Steuerungs-systeme aus Sachsen-Anhalt helfen, mehr und mehr Energie zu sparen. Neue Technologien und Produktinnovationen entstehen auch am Institut für Kompetenz in Automobilität IKAM in Magdeburg/Barleben. Das Leuchtturm-projekt verzahnt Wissenschaft und Wirtschaft, um zum Beispiel umweltfreundliche Werkstoffe und Antriebssysteme für sparsame Elektro-Autos zu entwickeln.

Das Thema Aluminium ist in Sachsen-Anhalt fest etabliert", sagt Dr. Jürgen Ude, Vorstandsvorsitzender des Sachsen-Anhalt Automotive e.V. Es wird intensiv zu den Einsatzmöglichkeiten von Aluminium vor allem in den Bereichen Motor und Antrieb im Automobilbau geforscht. Erklärtes Ziel ist es, den weltbesten Aluminiumguss aus dem Harz in alle Welt zu schicken.

Der Verbund MAHREG Automotive  vereinigt Zulieferer und Maschinenbauexperten. Darin fest integriert sind auch die Aluminiumhersteller des Landes, die zunehmend  bei namhaften Automobilherstellern gefragt sind. Denn ob BMW oder VW, alle setzen auf das Know-how aus Sachsen-Anhalt. Besonders gefragt sind die Kompetenz bei der Entwicklung von Verbundforschungsthemen, die Arbeit an hochfesten Bauteilen aus Leichtmetallen sowie die Einführung neuer Werkstoffe für Fahrzeuge und Formen.

Dazu gehören unter anderem die Herstellung von Leichtmetallguss für Motor, Antriebsstrang und Fahrwerk. In Zusammenarbeit mit dem Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) besetzen die Unternehmen die Themen „Aluminium“ und „Virtual Engineering“ und haben als kompetente Partner auch den internationalen Markt erobert. Dr. Jürgen Ude zu den Zielen des Clustermanagement in den kommenden drei Jahren: „Wir wollen das Netzwerk der Automobilzulieferer noch dichter machen, die Zusammenarbeit zwischen großen Herstellern und den zumeist kleinen heimischen Firmen intensivieren sowie die Innovationsfähigkeit und -tätigkeit unserer Mitgliedsunternehmen weiter stärken. Daneben wird der Fokus auch auf der Unterstützung von Ansiedlungen liegen.“

In der Innovationsbranche Maschinenbau und Metallverarbeitung mit rund 33.500 Beschäftigten in mehr als 500 Unternehmen werden heute wieder moderne Fertigungs-systeme, Anlagen für die chemische Industrie oder Sondermaschinen für die Solar-industrie produziert. Die Innovationen sind weltweit begehrt: Fast 40 Prozent aller Maschinen und Anlagen werden ins Ausland verkauft. Das Clustermanagement im Sondermaschinen- und Anlagenbau wird mit Landes- und Bundesmitteln gefördert, um Kooperationen zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu fördern. Dazu gehören neben der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg  und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auch alle großen Forschungsgesellschaften wie das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung oder das Max-Planck-Institut.

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