Nachhaltige Mobilitätskonzepte als Herausforderung für Kommunen und Unternehmen im ländlichen Raum

©Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH

Erstes Länderübergreifendes ENERGIEFORUM deckt erheblichen Informationsbedarf auf

Die Gestaltung zukunftsfähiger Verkehrskonzepte stellt vor allem Unternehmen und Kommunen im ländlichen Raum vor große Herausforderungen. Bei der Neustrukturierung des Verkehrs spielen Aspekte wie Umweltverträglichkeit und damit einhergehend die Nutzung alternativer Antriebe, das individuelle Mobilitätsbedürfnis sowie die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle.

Das erste länderübergreifende ENERGIEFORUM am 3. September 2019 in der Motorsportarena Oschersleben, zu dem die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA) gemeinsam mit der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (IMG), der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland sowie den Partnerenergieagenturen aus Sachsen und Thüringen eingeladen hatte, widmete sich genau diesen Anforderungen nachhaltiger Mobilitätskonzepte.

Etwa 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung sind an diesem Tag in die Motorsport Arena gekommen, um sich zu dem Leitthema der Veranstaltung „Klimafreundlich unterwegs – Nachhaltige Mobilität bei Dienstfahrten“ auszutauschen.

„Die hohe Teilnehmerzahl zeigt einmal mehr, dass dieses Thema einen Nerv trifft“, betonte der Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, Dr. Sebastian Putz, zu Beginn in seinem Grußwort.  

„Eine der größten Herausforderungen ist zweifellos der Klimaschutz. Mit einem Blick in die Energieeffizienzpotenzialanalyse für Sachsen-Anhalt 2017 wird ein THG-Minderungspotenzial bis zum Jahr 2030 i.H. von 1,4 Mio. Tonnen allein dem Verkehrssektor in unserem Bundesland zugeschrieben.“, wie LENA-Geschäftsführer Marko Mühlstein erläuterte.

Um dieses Einsparpotenzial auszuschöpfen, definierte Staatssekretär Dr. Putz drei Handlungsfelder, die die Landesregierung in ihrem Klima- und Energiekonzept (KEK) als Maßnahmen herausgearbeitet hat: den ÖPNV stärken mit dem Ziel, „ein landesweites, attraktives Gesamtangebot von Tür zu Tür“ zu schaffen, die Umstellung auf umweltfreundliche, alternative Antriebe sowie die Digitalisierung des Verkehrs.

Da das Potenzial und die damit verbundenen Herausforderungen und der Informationsbedarf in den anderen neuen Bundesländern vergleichbar hoch sind, diente das ENERGIEFORUM, das unter der Schirmherrschaft des Ostbeauftragen der Bundesregierung, Herrn Staatssekretär Christian Hirte stattfand, in erster Linie dem Informations- und Erfahrungsaustausch sowie der Vernetzung der Akteure in den drei Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Ziel ist es langfristig länderübergreifende Synergieeffekte für die Partner zu erzielen.

Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren rund 30 Aussteller, die in der Boxengasse der Arena ihre technischen Lösungen, Innovationen sowie verschiedenste Elektro-Fahrzeuge präsentiert haben, die die Besucher ausgiebig getestet haben. Die Bandbreite reichte von elektrisch betriebenen Kleinstfahrzeugen wie Einräder, Skatboards und E-Scooter über E-Bikes und E-Chopper bis hin zu wasserstoffbetriebenen PKW´s.

Parallel zu der Ausstellung wurden in Form von Workshops mit Mythen und Vorurteilen rund um die Elektromobilität aufgeräumt, der netzdienliche Einsatz von E-Fahrzeug-Batterien veranschaulicht sowie die Abrechnung von Ladevorgängen im Gewerbe erläutert.

Ein Fazit des Tages: Die Elektromobilität gilt als effizienteste Antriebsart. Dennoch kommt eine entsprechende Umstellung nicht für jeden Bereich in Frage. Besonders für Unternehmen und Kommunalverwaltungen lohnt sich jedoch ein genauerer Blick in die Fahrtenbücher ihrer Dienstwagen. Eine intensive Prüfung ergibt oftmals, dass der Umstieg auf ein Elektro-Fahrzeug für den eigenen Betrieb oder die eigene Behörde durchaus wirtschaftlich und sinnvoll sein kann.

 

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