„Außenwirtschaftstag Sachsen-Anhalt“ / Minister verleiht Preise

CODIXX AG ©Ministerium/Stoffregen

Willingmann zeichnet Unternehmen aus Thale, Landsberg und Barleben mit Export-AURA aus

Große Bühne für erfolgreiche Export-Unternehmen aus Sachsen-Anhalt: Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat heute in Halle drei Unternehmen mit dem AURA-Außenwirtschaftspreis 2019 des Landes ausgezeichnet. Die Wirth GmbH aus Landsberg (Saalekreis), die CODIXX AG aus Barleben (Landkreis Börde) und die Maaß-Bau GmbH aus Thale (Landkreis Harz) erhielten neben Urkunden und Glückwünschen auch je einen Imagefilm, mit dem die Unternehmen künftig für sich werben können.

Willingmann sagte: „Die drei Preisträger sind echte Außenhandels-Profis. Sie sind seit Jahren überaus erfolgreich auf ausländischen Märkten unterwegs und stehen damit stellvertretend für viele Unternehmen im Land, die in ihrer Nische Höchstleistungen bringen und auch international Maßstäbe setzen. Auch ich bin immer wieder überrascht, welche ‚Hidden Champions‘ wir im Land haben. Respekt“!

Die 1992 gegründete Wirth GmbH aus Landsberg entwickelt und produziert innovative Vakuumtechnik zum Heben schwerer Lasten von bis zu 9.000 Kilogramm. Das Unternehmen hat Kunden in weltweit mehr als 20 Ländern, darunter die USA, Kanada, Australien, Katar und Frankreich. Die selbst entwickelten Hebegeräte kamen u.a. beim Bau des neuen Firmensitzes von Apple in Kalifornien zum Einsatz.

Die CODIXX AG aus Barleben wurde 2002 gegründet und hat sich auf die Entwicklung besonders leistungsstarker Polarisatoren spezialisiert, die u.a. in Glasfasernetzen oder Messgeräten wie Spektrometern zum Einsatz kommen. Das Unternehmen hat mehr als 1.200 Kunden weltweit und exportiert rund 80 Prozent seiner Produkte ins Ausland. Zudem arbeitet die CODIXX AG eng mit mehreren Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen.

Die Maaß-Bau GmbH aus Thale stellt innovative Industrieöfen her und ist u.a. in Europa, China, Südafrika, Australien und Russland tätig. Neben Produktion und Lieferung werden auch Montage und Service übernommen. Der Exportanteil des im Jahr 2000 gegründeten Unternehmens liegt derzeit bei mehr als 50 Prozent.

Der „Außenwirtschaftstag Sachsen-Anhalt“ fand in diesem Jahr unter dem Motto „Auf Stärken besinnen – EUROPA fest im Blick“ statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Sachsen-Anhalts Unternehmen trotz großer Herausforderungen wie dem geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union sowie aktueller Krisen und Handelskonflikte international erfolgreich bleiben können. Für Willingmann ist es aktuell „besonders wichtig, sich für freien Handel und internationale Kooperation stark zu machen sowie wachsendem Populismus und Protektionismus entgegenzutreten“.

Der Minister sagte vor rund 100 Anwesenden: „Unser Land hat sich in den vergangenen Jahren wirtschaftlich gut entwickelt, auch dank des europäischen Binnenmarktes und der umfangreichen Förderung aus Brüssel. Wenn ich EU höre, denke ich nicht an die Regulierung krummer Gurken, sondern an das zentrale Friedensprojekt der vergangenen Jahrzehnte, an die Vorzüge des gemeinsamen Binnenmarktes sowie an die massive finanzielle Unterstützung für Gründer, Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen. Von Europa profitieren Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und die Gesellschaft insgesamt in Sachsen-Anhalt.“ Umso wichtiger sei es, bei der Europawahl in der kommenden Woche die Weichen für ein zukunftsfähiges Europa zu stellen.

Mit Blick auf den Brexit sagte Willingmann: „Ein EU-Austritt Großbritanniens ohne Vertrag wäre auch für Sachsen-Anhalt sehr schmerzhaft. Unsere Verflechtungen mit dem Vereinigten Königreich sind eng und betreffen viele Bereiche. Ein vernünftiges Partnerschaftsabkommen hat daher auch für uns allerhöchste Priorität.“

Wichtige Themen wie die Herausforderungen und Chancen der EU-Handelspolitik sowie die Digitalisierung des europäischen Binnenmarktes wurden am Nachmittag in zwei Workshops vertieft. Zu den Höhepunkten des Außenwirtschaftstages zählte zudem der Impulsvortrag des Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Prof. Gabriel Felbermayr, zum Thema „Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen – Wo steht Deutschland?“.

Hintergrund:
Sachsen-Anhalts Außenhandel hat 2018 ein neues Allzeithoch erreicht: Die Exporte der Unternehmen stiegen 2018 um 5,9 Prozent auf mehr als 16,3 Milliarden Euro (2017: 15,4 Mrd. Euro). Die Importe nach Sachsen-Anhalt wuchsen sogar um 18,1 Prozent auf gut 19,2 Milliarden Euro (2017: 16,3 Mrd. Euro).
Der Außenwirtschaftstag wird gemeinsam vom Wirtschaftsministerium mit den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, der Ingenieurkammer sowie dem Landesverband für Groß- und Außenhandel durchgeführt. Die Organisation liegt in den Händen der landeseigenen Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG).

vorheriger Beitrag nächster Beitrag