Sachsen-Anhalts Chemieunternehmen stärken den multimodalen Verkehr

Unternehmen und Logistikdienstleister trafen sich auf dem Chemiepark Leuna, um über die Verlagerung von Chemietransporten von der Straße zum multimodalen Verkehr zu diskutieren. Die Verbindung der Verkehrsträger Schiene und Straße ermöglicht einen umweltfreundlichen und sicheren Transport, der gerade für die transportintensive Chemieindustrie besonders wichtig ist.

In Mitteldeutschland haben die Terminals in Schkopau, Halle, Leipzig und Schwarzheide ihre Umschlagkapazitäten deutlich ausgebaut und erwarten ein weiteres Wachstum im Containergeschäft. Mit der Eröffnung der Zugbildungsanlage Halle im Sommer 2018 werden sich die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für den Schienentransport zusätzlich verbessern. Logistikdienstleister nutzen diese Möglichkeiten, um neue regelmäßige Verbindungen beispielsweise zu den Nordseehäfen oder nach Norditalien zu etablieren, welche für die Unternehmen attraktive Transportmöglichkeiten darstellen. So berichteten LINEAS, die Pressnitztahlbahn und TX Logistics über Ihre Erfahrungen und Pläne für die Weiterentwicklung der multimodalen Verbindungen nach Antwerpen, Rostock und Verona.

Im Rahmen des EU Projektes ChemMultimodal wurden in einem Pilotprojekt mit Chemieunternehmen die Möglichkeiten des multimodalen Verkehrs intensiv analysiert. Hierbei wurden mehrere Strecken für eine Verkehrsverlagerung identifiziert. Dabei handelte es sich meist um Verbindungen in die europäischen Nachbarländer und um größere Transportmengen. Vielfach kritisierten die Unternehmen, dass der Straßentransport durch LKW-Fahrermangel und häufige Staus seine Kapazitätsgrenzen erreicht hat. Durch die Verkehrsverlagerung ist eine Reduktion der CO2 Emissionen um über 50% möglich.  

Das Land Sachsen-Anhalt bietet mit der Richtlinie für die Entwicklung logistischer Schnittstellen und Umschlagtechniken für den kombinierten Verkehr eine Förderung für innovative Projekte zur Stärkung des multimodalen Verkehrs. Hier können die Entwicklung von multimodalen Umschlagsystemen, Umschlageinrichtungen und Umschlaggeräten, Transporttechnologien und technischen Ausrüstungen sowie logistische Informations- und Steuerungssysteme gefördert werden.

Die Projektpartner werden in den nächsten Monaten die Kooperation mit den Unternehmen und Logistikdienstleistern weiterführen und intensivieren, um die reale Umsetzung der identifizierten Verkehrsverlagerungen zu unterstützten. Interessierte Unternehmen können die Unterstützungsangebote weiter in Anspruch nehmen. Für den Herbst 2018 ist ein weiterer Workshop auf dem Chemiepark Bitterfeld-Wolfen geplant.

Hintergrundinformation:

Im Interreg Central Europe Projekt ChemMultimodal kooperieren Chemieregionen, Verbände und Universitäten aus Deutschland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Österreich, Ungarn und Italien mit dem Ziel den multimodalen Transport von Chemiegütern zu stärken. In Kooperation mit Chemieunternehmen, KV-Terminals und Logistikdienstleistern sollen konkrete Verlagerungen von der Straße zur Schiene realisiert werden. Koordinator des Projektes ist das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalt. Weitere Partner aus Sachsen-Anhalt sind das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, das isw Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

http://www.interreg-central.eu/Content.Node/ChemMultimodal.html

Kontakt: Andreas Fiedler,  isw Institut,  Email fiedler@isw-institut.de  Tel. 0345 29982724

vorheriger Beitrag nächster Beitrag