Hervorragende Stimmung im Handwerk – Erwartungen zuversichtlich

Ergebnis der Herbst-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Magdeburg

„Die Auftragslage ist gut, der Großteil unserer Mitgliedsbetriebe hat alle Hände voll zu tun“, sagte Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, heute bei einem Pressegespräch.

92 Prozent der befragten Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage mit „gut“ oder „befriedigend“. Der Geschäftsklimaindex liegt mit 92 Punkten über dem Wert der Frühjahrsbefragung und über dem Vorjahreswert. Für das nächste Quartal wird eine weiterhin gute Lage erwartet, nur jeder Elfte rechnet mit einer Verschlechterung.

Die durchschnittliche Betriebsauslastung liegt mit 81 Prozent einen Prozentpunkt über dem Vorjahreswert und insgesamt auf recht hohem Niveau. Besonders hoch zeigt sich die Auslastung im Bauhaupthandwerk mit 88 Prozent. Die Auftragsreichweite liegt derzeit bei durchschnittlich 7,1 Wochen, das entspricht dem Niveau des Vorjahres und liegt leicht unter dem Wert der Frühjahrsbefragung. Der Beschäftigten-Bestand ist stabil.

„Für welche Qualifikation haben Sie im vergangenen halben Jahr Mitarbeiter gesucht und ist es Ihnen gelungen, die offenen Stellen zu besetzen?“, lautete die Sonderfrage der Herbst-Konjunkturerhebung. Das Ergebnis: Insgesamt haben 31 Prozent der befragten Betriebe im vergangenen Halbjahr nach neuen Mitarbeitern gesucht. 22 Prozent suchten Gesellen, 16 Prozent waren auf der Suche nach Auszubildenden. Jeder zehnte Inhaber hat nach an- oder ungelernten Kräften gesucht. Nach Mitarbeitern mit Meisterabschluss hielten 4 Prozent, nach einem Hochschulabsolventen 2 Prozent Ausschau. Die offenen Stellen konnten unterschiedlich gut besetzt werden. So sagten 40 Prozent derjenigen, die einen Auszubildenden suchten, dass die Stelle nicht besetzt werden konnte. Die offenen Stellen für Gesellen blieben in 39 Prozent der Fälle offen, die für An- und Ungelernte in 41 Prozent der Fälle.

„Der Fachkräfteengpass ist einer von vielen Unsicherheitsfaktoren in Hinblick auf die zukünftige konjunkturelle Entwicklung“, sagte Hauptgeschäftsführer Burghard Grupe und nannte außerdem die Schlagworte Mindestlohn, Steuerpolitik, Energiepolitik und Rentenpolitik. Damit sich die positive Entwicklung im Handwerk fortsetze, müssten jetzt die richtigen Weichen gestellt werden. Grupe: „Die milliardenschweren Mehrausgaben für sozialpolitische Wohltaten werden Schlaglöcher auf dem konjunkturellen Wachstumspfad hinterlassen. Die Wirtschaftspolitik muss einen klaren Wachstumskurs einschlagen, um die Konjunktur auch weiterhin am Laufen zu halten. Dabei gilt es vor allem, die Rahmenbedingungen für Investitionen zu verbessern. Verstärkt sollten solche Impulse aber auch vom Staat selbst ausgehen – Investitionen in die Infrastruktur sind gefragt. Die deutlichen Steuermehreinnahmen bieten trotz Konsolidierungskurs die dafür notwendigen Handlungsspielräume.“

Zum Stichtag 30. September 2014 gab es im Kammerbezirk Magdeburg 13.764 Betriebe mit etwa 69.000 Beschäftigten. Der Umsatz lag 2013 bei zirka 6 Mrd. Euro. Für das Jahr 2014 wird mit einem leichten Anstieg gerechnet. An der Herbst-Konjunkturbefragung nahmen 489 Handwerksunternehmen teil.

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