Frank Platte stellt Mixed Reality Marketing-Technologie vor

Auf der Hannover Messe bedient sich Sachsen-Anhalt einer ganz neuen Marketing-Technologie, die im eigenen Land entwickelt wurde: Mixed Reality Marketing. Erleben Sie, wie sich reale und virtuelle Welt vermischen. Es ist eine Sache, in einem Text zu beschreiben, wie eine Industriebremse oder ein Elektroauto aufgebaut sind und sich ein zweidimensionales Foto davon anzuschauen. Es ist eine andere Sache, diese Bremse oder das Auto dreidimensional vor sich zu sehen, sie zu berühren und zu beobachten, wie Auto oder Bremse in ihre Einzelteile zerlegt werden, um sie dann von allen Seiten zu studieren.

In Sachsen-Anhalt werden nicht nur diese besonderen Industriebremsen und das Elektroauto gebaut, hier wird auch  Marketing-Software entwickelt. Eine Software, um beides dreidimensional zu präsentieren, und zwar von der MXM AG. Die MXM AG präsentiert sich auf dem Gemeinschaftsstand Sachsen-Anhalts vom 08.-12. April 2013 in der Halle 4/ Stand G05.

Irgendwie ist diese Marketing-Idee erst einmal sehr abstrakt. Reale und virtuelle Welt sollen sich vermischen, heißt es beim Unternehmen, welches für Mixed Reality Marketing steht. „Wir zeigen das Unvorstellbare“, verspricht das Werbeschild. Aha? Und wie soll das gehen? „Ganz einfach“, sagt Frank Platte, Gründer und kreativer Kopf der Firma. „Man hat ein ganz normales Foto von der Industriebremse zum Beispiel und dieses Foto ist kodiert. Also kann man sich die App der MXM AG herunter laden und dann den QR-Code der Industriebremse scannen. Schon zeigt sich im Smartphone die Bremse in einer 3-D-Präsentation. Voila.“

Voila.

Frank Platte ist der kreative Kopf. Kommunikationsdesigner mit passender Brille, flottem Kurzhaarschnitt und modernem Kleidungsstil. Dass seine Firma in Salzwedel – einer Kleinstadt in der altmärkischen Provinz – sitzt, glaubt man ihm kaum. Als Mit-Inhaber einer Werbeagentur in genau dieser Kleinstadt  hatte er vor drei Jahren die Idee, die Mixed-Reality-Marketing-Technologie auszubauen. Eigentlich spricht die Werbe-Szene ja von Augmented Reality Marketing. Augmented, also erweitert. „Aber das Wort augmented ist echt unsexy“, sagt Platte und grinst. Deshalb nennt er es lieber mixed-reality. Das verstehe jeder, sofort. „In der Werbeagentur habe ich damals erkannt, dass diese Technologie für den Verkauf und die Vermarktung von Produkten geeignet ist, weil sie Unvorstellbares vorstellbar macht“, erzählt er in seinem ZweitBüro in Magdeburg. Man könne Videos zeigen und Präsentationen – und damit Werbung neu definieren.

Mittlerweile gibt es eine Zweigstelle des Unternehmens in der Landeshauptstadt, denn die wichtigsten Mitarbeiter leben hier. Da ist einerseits der Chef der Software-Enwicklung: Daniel Anderson, grüner Kapuzen-Pulli und Lachfältchen um die Augen. Er hat damals in einem Forschungsprojekt die MXM-Technologie am Fraunhofer-Institut in Magdeburg erforscht. Nach dem Projekt ist er gleich in die Firma mit eingestiegen. „Einfach, weil mich diese Technologie interessiert und überzeugt hat“, sagt er. Seinem Kollegen Marek Junghans ging es ähnlich. Der - Computer-Visualistiker kam aus der freien Wirtschaft zur MXM AG und baut jetzt die schönen 3-D-Grafiken von der Industriebremse oder dem Elektroauto.

Alle drei – und weitere freie Mitarbeiter – sitzen in ihrem Magdeburger Büro vor ihren Rechnern. „Das widerspricht zwar der Philosophie eines IT-Unternehmens, dass wir real in einem Raum zusammen sitzen“, sagt Frank Platte. „Aber wir wollten das so, um uns austauschen zu können.“ Und das tun sie. Hitzig fliegen Anweisungen hin und her. Die Zeit bis zur Hannover-Messe ist knapp. Die Köpfe rauchen, ständig klingelt das Telefon.

Nach der Fraunhofer-Forschungsphase, ist nun auch die Testphase des Start-Up-Unternehmens fast vorbei. Ab Mai wird es ernst. Einer der Testkunden ist beispielsweise das Land Sachsen-Anhalt selbst, mit seinem Messekatalog auf der Hannover-Messe. „Das ist eine Neuheit, dass sich eine Behörde dieser hochmodernen Technologie bedient“, betont Platte. Das würden bisher nur IT-Firmen und große Marken machen. „Da ist das Land wirklich ganz früh aufgestanden und ganz vorn dabei“, sagt er.

Weltweit gibt es laut Platte nur eine handvoll Firmen, die diese Marketing-Software entwickeln und für jeden Kunden passgenau zuschneiden. Die MXM-AG in Sachsen-Anhalt ist eine von ihnen. Eine Welt-Neuheit – Made in Sachsen-Anhalt. Frank Platte: „Diese Technologie ist die Brückentechnologie zwischen dem Print-Marketing und dem mobilen Marketing. Ich denke, sie ist ähnlich bedeutend wie die Erfindung des Buchdrucks.“

Autorin: Anja Schlender
Kontakt
Mixed Reality Marketing AG
Lübecker Str. 53-63
39124 Magdeburg
Tel.: +49 (0) 3901 30840-20
www.mxm-ag.de

Hintergrundinformationen zur Technologie:

http://de.slideshare.net/FrankPlatte

https://www.youtube.com/user/mixedrealityag/

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