Bioökonomie

HIER fallen grüne Innovationen auf fruchtbaren Boden.

Zukunftsfähiges Wirtschaften erfordert einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen – in Sachsen-­Anhalt ist das gelebte Praxis. Rund die Hälfte des hier erzeugten Stroms stammt bereits aus erneuerbaren Energien. Auch im Umgang mit nachwachsenden Rohstoffen und biotechnologischen Verfahren – etwa als Grundlage für Industrie, Energie und Ernährung – verfügt das Sachsen-Anhalt über umfassende Erfahrung. Als Traditionsstandort der Ernährungs-, Chemie-, Holz-/Zellstoff- und Agrarwirtschaft verfügt Sachsen-Anhalt über umfassende Erfahrung im Umgang mit biobasierten Rohstoffen und deren Potenzialen. HIER sind die natürlichen Kreisläufe verstanden, bioökonomisches Denken verankert und Maßstäbe für nachhaltiges Wirtschaften gesetzt.

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Industrielle Bioökonomie

Wachstum aus nachwachsenden Rohstoffen.

Sachsen-Anhalt gehört zu den Schrittmachern der industriellen Bioökonomie in Deutschland. Mit seiner starken Chemieindustrie, die ostdeutschlandweit die höchste Mitarbeiterdichte und eine einzigartige Umsatzproduktivität aufweist, bietet das Bundesland beste Voraussetzungen für den Wandel hin zu einer biobasierten Wirtschaft. Ob Basischemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen, biopharmazeutische Wirkstoffe oder innovative Biokunststoffe: HIER verbinden sich industrielle Kompetenz, Forschungsexzellenz und ein aktives Netzwerk. Die industrielle Bioökonomie schafft neue Wertschöpfungsketten und macht den Weg frei für eine klimafreundliche Zukunft „Made in Sachsen-Anhalt“.

Erfolgsgeschichten

EW Biotech – Bioökonomie auf industriellem Niveau

Die EW Biotech GmbH, eine Tochter der EW Nutrition GmbH, betreibt in Leuna eine hochmoderne Mehrzweck-Biotech-Anlage. Der Standort ist ein zentraler Knotenpunkt für Scale-up-Prozesse, Lohnfertigung sowie Forschung und Entwicklung im Bereich biobasierter Chemikalien und Zusatzstoffe für Lebensmittel und Futtermittel. Mit fundierter Erfahrung in Biotechnologie und Fermentation begleitet das Unternehmen seine Partner auf dem Weg vom Labormaßstab zur industriellen Produktion.

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Heppe Medical Chitosan – Produkte für die Welt

Als eines der innovativsten Unternehmen im Bereich industrieller Bioökonomie entwickelt, produziert und vertreibt die Heppe Medical Chitosan GmbH im Technologiepark Weinberg Campus in Halle (Saale) Biopolymere, insbesondere Chitin, Chitosan und deren Derivate für die Wissenschaft und den medizinischen Sektor. In der Produktion entstehen 100 verschiedene Chitosane und Chitosanderivate in hochreiner und konstanter Qualität für die weltweite Medizintechnik- und Pharmaindustrie.

Bildrechte: Heppe Medical Chitosan

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Biobasierte Produkte

Lösungen aus Naturstoffen.

Sachsen-Anhalt gehört zu den führenden Regionen, wenn es um die Entwicklung biobasierter Produkte geht. Ob aus Holz, Pflanzen, Algen, Ölen, Fetten oder pflanzlichen Wirkstoffen – hier entstehen marktfähige Lösungen, die fossile Rohstoffe ersetzen und neue, nachhaltige Wertschöpfungsketten aufbauen. Zukunftsorientierte Unternehmen wie PureRaw, VERBIO Vereinigte BioEnergie, Nordzucker oder NOVO-TECH nutzen die Vielfalt natürlicher Ressourcen für biobasierte Materialien, Kraftstoffe und Lebensmittelzusätze. Im Pharmabereich setzen Akteure wie Salutas Pharma und mibe auf pflanzenbasierte Wirkstoffe. Wissenschaftliche Impulse liefert unter anderem die Hochschule Anhalt in Köthen mit anwendungsnaher Forschung. 

Erfolgsgeschichten

Algenfarm Klötze – Alleskönner Algen

In Klötze, Sachsen-Anhalt, produziert die Algenfarm Klötze GmbH & Co. KG in einem fortschrittlichen Photobioreaktorsystem Mikroalgen für die Lebensmittel-, Futtermittel- und Kosmetikindustrie. Das Unternehmen nutzt die hohe Effizienz der Algenzucht, um nachhaltige, biobasierte Produkte auf den globalen Markt zu bringen und hat Kunden aus Europa, Asien und Amerika. Mit der fortschrittlichen Nutzung von Algen ist das Unternehmen ein gutes Beispiel dafür, wie Sachsen-Anhalt als führender Standort in der Bioökonomie von morgen positioniert ist.

Bildrechte: Algenfarm Klötze GmbH & Co. KG  

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Bioraffinerien

Nachhaltige Wertschöpfung.

Sachsen-Anhalt ist ein zentraler Akteur im Bereich der Bioraffinerien, in denen nachwachsende Rohstoffe effizient in wertvolle Produkte wie Biokraftstoffe, Chemikalien und biobasierte Materialien umgewandelt werden. Mit gut ausgebauter Infrastruktur, starken Forschungsnetzwerken und spezialisierten Unternehmen bietet das Land ideale Voraussetzungen, um den Übergang zu einer nachhaltigeren und ressourcenschonenderen Industrie zu gestalten.

Außenansicht auf eine Bioraffenerie.

Erfolgsgeschichten

UPM Leuna – Pionier der Bioökonomie in Sachsen-Anhalt

Mit der weltweit ersten Bioraffinerie am Chemiestandort Leuna produziert das finnische Unternehmen UPM Biochemikalien aus nachhaltig gewonnenem Laubholz. Diese Biochemikalien werden für die Herstellung von recyclingfähigen Alltagsgegenständen und Materialien genutzt, die in Textilien, Kunststoffen, Gummi, Kosmetika und Medikamenten Anwendung finden. UPM Leuna reduziert damit den Verbrauch fossiler Rohstoffe und senkt CO2-Emissionen – ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Zukunft der Bioökonomie in Sachsen-Anhalt.

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Forschung und Entwicklung

Kluge Köpfe schaffen Innovation.

Forschung und Innovation haben in Sachsen-Anhalt eine lange Tradition: HIER führte das Universalgenie Otto von Guericke 1654 den berühmten Halbkugelversuch durch. HIER wurden vor 100 Jahren die Grundlagen der Saatzuchtwirtschaft gelegt und im 20. Jahrhundert der erste Farbfilm entwickelt. Heute ist Sachsen-Anhalt unter anderem ein Zentrum für Pilotanlagen in der Bioökonomie, wo Forschung und technologische Entwicklung Hand in Hand gehen, um nachhaltige Lösungen für die Zukunft zu schaffen.

Blick durch eine runde Öffnung in ein Labor.

Zentrum für Pilotanlagen

Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP

Das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna schließt die Lücke zwischen Laborforschung und industrieller Umsetzung. Durch die Bereitstellung von Infrastruktur und Technikanlagen unterstützt es Kooperationspartner aus Forschung und Industrie bei der Entwicklung und Skalierung biotechnologischer und chemischer Prozesse bis hin zum industriellen Maßstab. Mit diesem flexiblen Konzept können Rohstoffe wie pflanzliche Öle, Cellulose, Lignocellulose, Stärke oder Zucker aufbereitet und in wertvolle chemische Produkte umgewandelt werden.

Link zum CBP

Einmalige Forschungsdichte

Sachsen-Anhalt verfügt über eine der dichtesten Forschungslandschaften Deutschlands: Im Land sind sechs Fraunhofer-Institute, fünf Leibniz-Institute, drei Max-Planck-Institute, zwei Helmholtz-Zentren sowie zwei Universitäten und acht Fachhochschulen ansässig.

Im Bundesland wachsen starke Forschungsnetzwerke rund um die Bioökonomie: Aus Kooperationen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit außeruniversitären Einrichtungen sind bedeutende Zentren wie der Wissenschaftscampus für pflanzenbasierte Bioökonomie, das Interdisziplinäre Zentrum für Nutzpflanzenforschung oder das Biodiversitätsforschungszentrum iDiv hervorgegangen.

Mit dem Spitzencluster BioEconomy wurde das Forschungsfeld im Land weiter gestärkt. Auch in Magdeburg widmet sich die Wissenschaft bioökonomischen Fragestellungen – etwa am Forschungszentrum Dynamische Systeme.