Wachstum im Zentrum der Feinchemie

©MinAscent GmbH

Forschungszusammenarbeit in Sachsen-Anhalt „ist Gold wert“

Die MinAscent mit ihren beiden Unternehmen Technologies GmbH und Production GmbH hat ihren Sitz im Chemiepark Leuna. Die Zeichen stehen auf Wachstum - die Voraussetzungen dafür sind gut.

Vor 25 Jahren entstand das Unternehmen als Management-Buy-out aus dem Forschungsbereich der Leuna-Werke. Erst seit vier Jahren als eigenständige Firma am Markt aktiv, verzeichnet MinAscent  steigende Produktionszahlen bei Futtermittelzusatzstoffen, pharmazeutischen Molekülen und Feinchemikalien für High Tech-Anwendungen. Das Unternehmen, das zur belgischen Minafin-Gruppe gehört, will weiter wachsen. Sachsen-Anhalt, das Kernland der ostdeutschen Chemieindustrie, bietet dafür attraktive Bedingungen.

Aus, grob gezählt, drei Faktoren setzt sich die Erfolgsformel der MinAscent zusammen. Einer ist die herausragende Qualität der Produkte, der Zweite das Wissen über Feinchemie und der dritte der allumfassende Service für die Kunden. Von der Forschung über die Verfahrensentwicklung, Pilotierung, Produktion sowie die Qualitätssicherung mit Zertifizierung bietet das in Sachsen-Anhalt ansässige Chemieunternehmen der Minafin-Gruppe das komplette Spektrum an Dienstleistungen; Kleinstmengen von wenigen Gramm werden ebenso produziert wie Hunderte von Tonnen der gesamten Produktpalette. Als einziges Chemieunternehmen in Europa produziert MinAscent Di-tert-butyldicarbonat (DiBoc), das in zahlreichen Synthesen für Life Science Produkte verwendet wird.

„Die Gesamtkapazität der Reaktoren von 100 m3 - 10 bis 10000 Liter - wird genutzt, um Industrien einschließlich Pharma, Lebensmittel- und Futtermitteladditive, Agrochemikalien, Aromen und Duftstoffe, Polymeradditive und Kosmetika zu beliefern“, erklärt Managing Director Dr. Steffen Sonnenberg. „Das Unternehmen ist FAMI-QS, GMP- und HACCP-fähig und von der US Food and Drug Administration (FDA) für mehrere Produkte geprüft.“ MinAscent betreibe eine Vielzahl von Spezialtechnologien, darunter thermische Dehydratisierung, Hydrierung einschließlich Hastelloy-Autoklaven, Schwefel-, Selen-, Allen-, Acetylen- und Hydrazinchemie auf kundenspezifischer Basis, so Dr. Steffen Sonnenberg. Selen, als Beispiel, werde in einem Tierfutter-Zusatzmittel verarbeitet, was für besseres Wachstum von Haut und Federn sorge. Weitere pharmazeutische Produkte dienten ebenfalls der Gesundheit von Tieren oder fänden im humanmedizinischen Bereich Verwendung.

Moderne Anlagen, qualifizierte Teams

Das Unternehmen ist bestens ausgerüstet - mit hochqualifizierten Teams ebenso wie mit Laboren, Reaktoren, Pilot- und Produktionsanlagen. Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe wurden bislang getätigt, die Mitarbeiterzahl ist auf 110 angestiegen; mehr als 30 Millionen Euro Umsatz  werden jährlich erzielt. Mehrere 100 Tonnen pro Jahr werden produziert; der Fokus beim Export liegt hauptsächlich auf Europa. Zukünftig, so Dr. Steffen Sonnenberg, sollen die Kapazitäten ausgebaut und das Wachstum vorangetrieben werden. So hat man neben der Tätigkeit als Lohnproduzent (CDMO) ein eigenes Produkt- und Prozessportfolio aufgebaut.

Dafür biete die Forschungslandschaft Sachsen-Anhalts beste Voraussetzungen. „Wir arbeiten eng mit Universitäten und Forschungseinrichtungen, zum Beispiel dem Fraunhofer-Institut für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna, zusammen“, erklärt Dr. Steffen Sonnenberg. Zudem profitiert das Unternehmen von der eigenen Geschichte: Hervorgegangen ist es aus der Forschungsabteilung der ehemaligen Leuna-Werke - vor genau 25 Jahren gründete Dr. Karl Becker mit Mitarbeitern ein Unternehmen, vormals bekannt als Chemtec. Es wurde in den 90er Jahren sukzessive von einem deutschen und einem amerikanischen Unternehmen übernommen und gehört seit 2006 zur Minafin-Gruppe, einem belgischen Chemieunternehmen für Feinchemikalien. Als MinAscent wurde das Unternehmen schließlich als Experte der Minafin Group für sehr technische chemische Reaktionen positioniert, die zur Synthese von Feinchemikalien eingesetzt werden. Minafin selbst ist unterteilt in zwei Divisionen: Endmarkets mit den Firmen Minakem, Minasolve und Minagro in Frankreich und Belgien sowie Niche Technologies mit den Firmen Pennakem und Pressure Chemicals in den USA, Minascent in Deutschland und EcoXtract in Belgien.

Beste Bedingungen in Sachsen-Anhalt

Dass sich Minafin seinerzeit für den Standort im Chemiepark Leuna in Sachsen-Anhalt entschieden hat, ist kein Zufall. Sachsen-Anhalt ist das Kernland der ostdeutschen Chemiebranche. Die Formel dafür: milliardenschwere Investitionen, modernste Anlagen und die Idee der Chemieparks. Sie wurde hier entwickelt und sorgt für kürzeste Wege und technologische Synergien. Der Chemiepark Leuna ist einer von 12 Zukunftsortenim Land – Orte, die sich durch ein lokal gebündeltes enges Miteinander von Wirtschaft und Wissenschaft, interdisziplinären Austausch und daraus resultierender hoher Innovationskraft auszeichnen. Der Chemiepark Leuna, bestätigt auch Dr. Steffen Sonnenberg, ist weltweit bekannt für seine Unternehmen und erreichte Volumina. Inzwischen ist die chemische Industrie des Landes eine der modernsten und konkurrenzfähigsten der Welt. Die Infrastruktur der Chemieparks, die zentrale Lage in Deutschland und Europa, die gute Verkehrsanbindung, der große Pool an lokal ausgebildeten Fachkräften sowie die Dichte von öffentlichen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen machen Sachsen-Anhalt interessant für Neuansiedlungen und Erweiterungen von Chemiefirmen. Da ist es wiederum kein Zufall, dass sich hier 4chiral, ein einzigartiges ostdeutsches Netzwerk aus Herstellern von Spezial- und Feinchemikalien sowie aus Wissenschaftseinrichtungen gegründet hat. Auch MinAscent ist Mitglied bei 4chiral, drei Projekte habe man gemeinsam mit dem Netzwerk innerhalb von zwei Jahren erarbeitet, so Dr. Steffen Sonnenberg: „Diese Zusammenarbeit“, sagt der Managing Director, „ist Gold wert.“

Autorin: Anja Falgowski

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