Spezialbeschichtung für den ICE-2 aus Sachsen-Anhalt

Luftbild des Unternehmensstandorts auf einer Fläche von 90000 Quadratmetern arbeiten 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. ©Lorenz-Lackierungen GmbH & Co. KG

Über die Arbeiten der Schönebecker Spezialisten für Industrie- und Fahrzeug-Lackierungen

Moderner Oberflächenschutz hat heute vielfältige Aufgaben zu erfüllen. Dazu zählen der Schutz vor Abnutzung, Korrosion, UV-Strahlung, Verschmutzung  und die Abwehr bakterieller Beläge. Die Lorenz-Lackierungen GmbH & Co. KG in Schönebeck bei Magdeburg ist ein Spezialist für Industrie- und Fahrzeug-Lackierungen aller Art. Von Kleinteilen, so groß wie ein Klingelknopf, bis hin zu Industrieanlagen und Fahrzeugen von der Größe eines LKW. Die rund drei Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können alles lackieren, was sich lackieren lässt – von Glas über Kunststoff bis Metall.

 Im Jahr 1932 von Walter Lorenz als Malerfirma gegründet, spezialisierte sich das Unternehmen bereits in den 1950er Jahren auf Fahrzeuglackierungen und Karosseriearbeiten. Heute zählen zu den Leistungen auch Industrielackierungen und Lackierungsarbeiten im Hausbereich, beispielsweise Möbel, Türen oder Heizkörper.

„In jüngster Zeit haben wir unser Geschäft in zunehmendem Maß auf Industrielackierungen ausgerichtet“, so Geschäftsführer Martin Blitz. Beispielsweise die  Spezialbeschichtungen der ICE-2- Bremshohlwellen, auf denen die mechanischen Bremsscheiben sitzen. Als sicherheitsrelevante Bauteile, die hohe mechanische Belastungen aushalten müssen, stellt die Deutschen Bahn besonders hohe Qualitätsansprüche an alle Partner, die an der Fertigung beteiligt sind.

Mit der Präsenz auf der diesjährigen InnoTrans, der internationalen Weltleitmesse für Verkehrstechnik, will Lorenz-Lackierungen seine überregionalen Kundenbeziehungen nachhaltig ausbauen. Für Industriekunden liefern die Schönebecker auch bislang schon Bauteile und Anlagen in ganz Europa aus.

Ein zweites Standbein des Unternehmens sind Lackierungen von PKWs, Caravans, Motorrädern und Nutzfahrzeugen, die Unfallschäden aufweisen. Die Arbeiten reichen von der Reparatur kleinerer Lackkratzer, Steinschlägen und Parkschäden bis zu aufwendigeren Restaurationslackierungen von Oldtimer-Fahrzeugen, die zum Teil älter als 80 Jahre sind. Während die Mitarbeiter für die meisten PKW-Unfallkorrekturen meist nicht länger als einen Tag benötigen, kann die Sanierung mit kompletter Entrostung, Karosserieaufbau, Grundlackierung und Spezialbeschichtung  deutlich länger dauern. Für die Kunden entscheidend ist die von den Schönebecker-Experten gelieferte Qualität, die sich unter Oldtimer-Liebhabern in allen deutschsprachigen Ländern und darüber hinaus herumgesprochen hat.

Bei den Lackmaterialien und den Verarbeitungstechniken wird auf höchste Qualität,  geringen Materialverbrauch und optimalen Umweltschutz großen Wert gelegt. Bereits in den 1990er Jahren hat das Unternehmen auf wasserbasierende Mehrkomponentenlacke  - Acryllacke - umgestellt. Sie sind umweltfreundlicher als organische Nitrolacke, wie sie früher verwendet wurden. Um die Umwelt zu schonen und die sogenannten Overspray´s – überschüssiges Material im Sprühnebel  - möglichst gering zu halten, setzen die Mitarbeiter Lackierpistolen ein, die den Nebel reduzieren.

Ebenfalls ein sehr verlustarmes Verfahren ist die sogenannte Elektrostatische Lackierung. Dabei werden Spritzpistolen eingesetzt, die den Lack bei der Zerstäubung elektrisch aufladen. Die Teilchen können dann sehr effektiv auf ein entgegengesetzt geladenes Bauteil aufgebracht werden. Auch sogenannte Einkomponentenlacke mit bis zu einhundert Prozent Festkörperanteil werden verarbeitet.

Von Kunden zunehmend gefragt sind Beschichtungen aus abriebfesten Polyurethan-Beschichtungen, die zum Teil auch aggressiven Chemikalien wiederstehen beziehungsweise antibakteriell wirken.

Derzeit sind bei Lorenz-Lackierungen neben einer Sandstrahlanlage zur Grundreinigung, fünf Spritz- und drei Trockenanlagen im Einsatz. Die größte Spritz- und Trockenkabine ist eine  Halle von 19 Metern Länge, knapp sechs Metern Breite und vier Metern Höhe. Darin können Maschinen und Fahrzeuge von der Größe eines LKW bearbeitet werden. 

„Entscheidend für die Qualität des Ergebnisses ist jedoch nicht allein die moderne Technik“, so Geschäftsführer Blitz. „In der Unfallreparatur und der Kleinserien-Lackierung kommt es nicht zuletzt auf die qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an“. Gängige Industrieroboter können diese Arbeiten noch nicht so effektiv wie  ausgebildete Facharbeiter erledigen. Der Zeitaufwand zur Programmierung der Bearbeitung von Einzelteilen durch  und die Umrüstzeiten sind bis auf weiteres noch zu aufwendig, urteilt der Geschäftsführer.

Da gute Lackierer „nicht vom Himmel fallen“, bildet das Schönebecker Unternehmen schon seit mehreren Jahren kontinuierlich Facharbeiter aus. Selbst wenn zukünftig Roboter einen Teil der Arbeiten in Lackierereien übernehmen sollten, wird es qualifizierte Fachkräfte brauchen, die sie bedienen und beaufsichtigen. 

Mehr Informationen zu den Ausstellern am Landesgemeinschaftsstand Sachsen-Anhalt und der InnoTrans 2018 unter: www.investieren-in-sachsen-anhalt.de/innotrans-2018 

vorheriger Beitrag nächster Beitrag