Einzigartiges Cluster für die Fein- und Spezialchemikalienproduktion

ORGANICA, eines der Unternehmen im 4Chrial.
©Chemiepark Bitterfeld-Wolfen

Pharmazie im Blick - Im Chemiepark Bitterfeld schlägt das Herz von 4chiral

Die chemische Industrie Sachsen-Anhalts ist eine der konkurrenzfähigsten weltweit. Die traditionsreichen Chemiestandorte des Bundeslandes bilden das Zentrum des Mitteldeutschen Chemiedreiecks. Mittendrin, im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen, schlägt das Herz von 4chiral, einem einzigartigen Netzwerk aus Herstellern von Spezial- und Feinchemikalien und Wissenschaftseinrichtungen aus ganz Ostdeutschland.

Einzigartiges Cluster für die Fein- und Spezialchemikalienproduktion

Unter dem Motto „Our Core Competence is fine organic synthesis“ führt das Netzwerk 4chiral seit 2006 gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf dem Gebiet organischer Synthesen durch. „Das Netzwerk besteht vor allem aus kleinen und mittleren Unternehmen der Fein- und Spezialchemie, ergänzt um syntheseorientierte Forschungseinrichtungen in den neuen Bundesländern. Zusammen bilden sie eine bedeutende wirtschaftliche Schlagkraft und Innovationsfähigkeit“, sagt Dr. Oliver Seidelmann, Sprecher des Netzwerkes und Geschäftsführer der ChiroBlock GmbH in Bitterfeld-Wolfen. Die Netzwerk-Unternehmen bieten gemeinsam vor allem wissensbasierte Lösungen, Prozesse, Consultingleistungen, aber auch die Produktion komplexer Fein- und Spezialchemikalien. Dabei liegt ein Fokus der Arbeit auf pharmazeutisch relevanten Zwischenprodukten und Wirkstoffen.

Effiziente Verbindungen für die Marktreife

„Für die Aufgabenstellung, ein beliebiges, neues Molekül in überschaubarer Zeit zu wettbewerbsfähigen Kosten in jedem Maßstab zu produzieren, dafür ist 4chiral einzigartig positioniert“, so Dr. Oliver Seidelmann. Durch die Eigenständigkeit der Mitglieder, durch das sehr unbürokratisch und schlank organisierte Netzwerk und aufgrund der hohen Spezialisierung der einzelnen Firmen und Institute sei das Netzwerk in der Lage, ganz unterschiedliche Fragestellungen und Aufträge auf dem Gebiet der Stoffwandlung erfolgreich, flexibel und mit hohem Kundennutzen zu bearbeiten. „In dieser Form ist ein solches Cluster in Deutschland einzigartig. Es gibt zwar in anderen Regionen Europas zwei oder drei ähnliche regionale Chemie-Netzwerke. Diese sind aber weniger breit aufgestellt als 4Chiral. Historisch bildet die Synthese sogenannter chiraler Verbindungen den inhaltlichen Schwerpunkt des Clusters. Heute umfasst das Spektrum aber die gesamte Stoffwandlung in der Fein- und Spezialchemie sowie Biotechnologie.

Sieben Firmen aus dem Chemiepark Bitterfeld-Wolfen hatten das Netzwerk 4chiral gegründet, inzwischen ist es auf 40 Mitglieder und Partner in ganz Ostdeutschland gewachsen. Neun Universitäten, Hochschulen und Institute gehören dazu. Die Partner treffen sich bei Jahresversammlungen und vor allem in zahlreichen Kooperationsprojekten. Die ORGANICA Feinchemie GmbH Wolfen und die SYNTHON Chemicals GmbH & Co. KG aus Bitterfeld-Wolfen stehen beispielhaft für die Zusammenarbeit im Netzwerk.

Netzwerk mit hochspezialisierten Playern

ORGANICA, die gegenwärtig die Netzwerk-Koordinierung führt, gehört zu den größten Unternehmen bei 4Chiral. „Im Jahr 2017 haben wir etwa 300 Tonnen Chemikalien an mehr als 200 Kunden in 35 Ländern verkauft. ORGANICA bietet Kundensynthesen von hochwertigen Feinchemikalien für verschiedenste Bereiche. Eine unserer drei Säulen sind pharmazeutische Vorstufen von späteren Medikamenten“, sagt Dr. Jörg Blumhoff, Geschäftsführer des 1995 gegründeten Unternehmens mit mehr als 90 Mitarbeitern.

Netzwerk-Partner SYNTHON Chemicals, ein 1991 ebenfalls in Wolfen gegründeter Hersteller von Spezial- und Feinchemikalien, hat heute 35 Mitarbeiter. Die Chemiker und Techniker spezialisieren sich seit einigen Jahren verstärkt auf die Herstellung von Feinchemikalien für Medizinprodukte, dazu gehören etwa Farbstoffe für die Diagnostik, aber auch Photoinitiatoren. „SYNTHON deckt den gesamten Bereich der Synthese im Gramm-Maßstab bis hin zum 100 Kilogramm-Maßstab ab. Überschreitet die vom Kunden gewünschte Menge unsere Herstellkapazitäten, so haben wir die Möglichkeit, diese Mengen bei einigen Netzwerkpartnern, wie etwa ORGANICA Feinchemie oder bei Orgentis Chemicals, herzustellen“, nennt Marketing-Manager Stephan Herre ein Beispiel für die Zusammenarbeit. Dabei würden Synthese- und Analyseverfahren auf Basis von Geheimhaltungen an die Netzwerkpartner transferiert.

Die gesamte Prozesskette aus einer Hand

Die Orgentis Chemicals GmbH in Gatersleben ist Gründungsmitglied des 4chiral-Netzwerkes. Orgentis entwickelt seit 1991 mit inzwischen 15 Mitarbeitern Syntheseverfahren für vorgegebene Zielmoleküle und synthetisiert vielfältige organische Verbindungen auf Kundenanfrage. „Die Partner im Netzwerk 4chiral ergänzen sich durch ihre unterschiedlichen Kompetenzen, was zum einen die Technologien und zum anderen die Anlagengröße betrifft“, sagt Orgentis Geschäftsführer Dr. Hans-Matthias Vorbrodt. Über das Netzwerk kann somit den Kunden die gesamte Prozesskette von der Literaturstudie über die ersten Laborversuche bis hin zur großtechnischen Produktion angeboten werden. Das alles über das Netzwerk quasi aus einer Hand. „Mir ist immer eine positive Einstellung zu neuen Technologien im Allgemeinen und der Feinchemie hier in Sachsen-Anhalt im Besonderen zum Ausdruck gebracht worden, das trifft sowohl auf die Bevölkerung als auch auf die betreffenden Behörden zu“, so Vorbrodt.

Das Bundesland Sachsen-Anhalt als traditioneller Industriestandort mit einer ausgeprägten chemischen Historie sei ein bedeutender Standort für die Feinchemie in Deutschland, sagt Netzwerk-Sprecher Dr. Oliver Seidelmann. „Die Infrastruktur der Chemieparks im Bundesland ist exzellent und für Neuansiedlungen, Erweiterungen von Chemiefirmen bestens geeignet.“ Hinzu kämen die zentrale Lage in Deutschland und Europa, die gute Verkehrsanbindung, der große Pool an Fachkräften und die Dichte von öffentlichen F&E-Einrichtungen mit dem Fokus „Chemie, Biochemie, Stoffwandlung und Material“. Zudem habe die Landesregierung Sachsen-Anhalt mit ihrer Innovationsstrategie ausdrücklich auch den Wert und das Potenzial der Feinchemie erkannt und unterstütze diese durch zahlreiche Förderinstrumente.

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