Sachsen-Anhalt-Premiere auf der Fakuma 2017

Ideenschmiede für Ressourcenzukunft setzt auf Forschungskompetenz

Neue Ideen und intelligente und anwenderfreundliche Lösungen im Bereich Kunststoffe, Gummiformteile , Recycling, Compounds, Regranulate und Leichtbau zeigt Sachsen-Anhalt vom 17. bis 21. Oktober 2017 auf der Fakuma in Friedrichshafen, einer der größten internationalen Messen für Kunststoffverarbeitung. Für Sachsen-Anhalt eine Premiere, denn das Bundesland zeigt sich hier zum ersten Mal mit einem Gemeinschaftsstand.

Am Gemeinschaftstand des Landes an Stand FO-54 präsentieren fünf mittelständische Unternehmen aus Sachsen-Anhalt Innovationen und Anwendungsbeispiele im Bereich der industriellen Kunststoffverarbeitung. Vertreten ist hier auch das mitteldeutsche Expertennetzwerk für die Kunststoffbranche, Polykum e.V.

„Wir wollen zeigen, dass Sachsen-Anhalts gut vernetzte Kunststoffbranche das Know-how hat, in Zeiten schwindender fossiler Rohstoffe und wachsender Ansprüche an Umwelt- und Klimaschutz neue hocheffiziente polymerbasierte Materialien in ressourcenschonenden und energieeffizienten Produktionsprozessen herzustellen,“ sagt Thomas Einsfelder, Geschäftsführer der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH, die den Gemeinschaftsstand im Auftrag des Wirtschaftsministeriums organisiert. Als Zentrum des Mitteldeutschen Chemiedreiecks ist Sachsen-Anhalt starker Traditions- und Innovationsstandort der Kunststoffindustrie in Europa. Einsfelder: „Im Jahr 2015 erwirtschafteten die 104 Unternehmen der Kunststoffindustrie und ihre ca. 9.600 Beschäftigten einen Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro.

Aussteller am Gemeinschaftsstand ist beispielsweise die ThermHex Waben GmbH aus Halle(Saale) mit ihrem international patentierten Verfahren zur kontinuierlichen Wabenkernproduktion. Das Unternehmen fertigt  in einem einzigen und vor allem kontinuierlichen Produktionsschritt Kunststoffwabenkerne für Leichtbauplatten und –bauteile. Die Kunden von ThermHex verarbeiten die Wabenkerne beispielsweise zu Verkleidungen oder Strukturbauteile für LKW, Busse oder Yachten,  Fertigbäder, LKW-Aufbauten, oder komplexe Gondelverkleidungen von Windkraftanlagen. Die ThermHex-Wabenkerne sind nur 3,5 mm dünn, und ermöglichen Gewichtsreduktion um bis zu 50 Prozent gegenüber homogenen konventionellen Faserverbundplatten. Der Rohstoff Polypropylen wird aus dem nahegelegenen Chemiepark Leuna bezogen. Das Unternehmen arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS aus Halle in einem gemeinsamen Forschungsprojekt an der Entwicklung serientauglicher Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren für Organoblech-Sandwich-Halbzeuge.

Die Merseburger Aluminium und Kunststoffe AG will auf der FAKUMA mit Ihrem Newscycling Verfahren punkten. Das Verfahren zum Folien-Recycling erweitert den Kreis der recycelbaren Kunststoffe und steht unmittelbar vor der Markteinführung. Käse, Fleisch, Wurst oder Fisch werden in Folien frischgehalten, die aus verschiedenen Komponenten bestehen. Bisherige Ansätze anderer Verarbeiter setzen auf mechanische Trennung. Doch die ist sehr kompliziert. Das Unternehmen hat nun ein chemisches Verfahren entwickelt, das die Trennung in Polyethylen vom Polyamid erleichtert und eine Weiterverarbeitung für neue Verpackungen ermöglicht. Unter den Namen Mersalen und Mersamid werden das so gewonnene Polyethylen und Polyamid aus Merseburg vermarktet.  (Mehr dazu in unserem Themendienst „Ein bisschen die Welt retten –Newscycling-Verfahren aus Sachsen-Anhalt“)

Alle Informationen rund um den Auftritt Sachsen-Anhalts auf der Fakuma 2017: www.investieren-in-sachsen-anhalt.de/fakuma-2017

Die Aussteller am Gemeinschaftsstand Sachsen-Anhalt (Stand FO-54)

  •  APK AG, Merseburg
  • dGW Gummiwerke, Tangermünde
  • HaWi-Tec GmbH & Co. KG, Landsberg
  • Polykum e.V., Merseburg
  • SECO Thale GmbH, Thale
  • ThermHex Waben GmbH, Halle (Saale)

 Weitere Aussteller aus Sachsen-Anhalt

Hintergrund zu FAKUMA
Die Fakuma in Friedrichshafen ist die internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung und findet in diesem Jahr zum 25. Mal statt. Erwartet werden mehr als 40.000 Fachbesucher aus 120 Ländern. Über 1.800 Aussteller aus über 37 Nationen präsentieren ein breitgefächertes Angebot an Verarbeitungsmaschinen und dazugehöriger Peripherie, Rohmaterialien und Anwendungen, Automatisierungslösungen und C-Techniken. Schwerpunkte sind unter anderem die Themen Spritzgießen, Extrusionstechnik, Thermoformen und 3D-Printing.

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