Digitalisierung im Film

HIER schafft IT Zukunft.

Cloud Computing, Big-Data-Analysen, Netzwerksicherheit, E-Health und Augmented Reality sind aktuelle Schlagworte, die für moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) stehen.

Sachsen-Anhalt setzt als Wirtschafts-Motor auf die Innovationskraft junger Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationsbranche. Weit über 350 innovative und teils international agierende IKT-Unternehmen mit rund 14.600 sozialversichert Beschäftigten sind derzeit im Land ansässig. Die Mehrzahl dieser Firmen ist in der Softwareentwicklung sowie mit IT-Services für andere Unternehmen tätig.

Hier wächst ein Potential heran, das wir brauchen, um die Digitalisierung in Sachsen-Anhalt voranzubringen und Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Überzeugen Sie sich selbst.


IKT Standort Sachsen-Anhalt: Hard Facts

Standort etabliert. Forschungs- und Ausbildungszentren bringen leistungsstarke Fachkräfte hervor – sie programmieren das Land für die Zukunft. Etwa 350 innovative und teils international agierende Unternehmen bilden den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Wir kennen die Passwörter für Ihre Ideen.



Unternehmen der IKT Branche

IKT Netzwerke

Beschäftigte der IKT Branche

IKT Fachkräftepotenzial


Digitalisierung in Sachsen-Anhalt

Digitalisierung! Was ist das? Warum ist Digitalisierung so wichtig? Was ist der Mehrwert? Wo liegt das Potezial? Lars Bendler, Geschäftsführer der LINTRA Solutions GmbH aus Magdeburg, steht dazu Rede und Antwort.

Stellenwert der Digitalisierung

Digitale Basic Technologien

Wettbewerbsfähigkeit erhöhen

Digitalisierung greifbar machen

Entwicklungspotenziale

Nutzung digitaler Technologien

Nichtnutzung digitaler Technologien

Informationsmöglichkeiten

Motivation schaffen

Zukunftsmusik


LINTRA Solutions GmbH im Film

LINTRA ist seit über 14 Jahren im IT-Projektgeschäft. Mit dem gesammelten Wissen aus den vielen SharePoint-Projekten in der Entwicklung und Beratung bezüglich der Anwendung und Implementierung von SharePoint-Lösungen ist LINTRA ein anerkanntes und sehr erfahrenes Systemhaus in Deutschland. Mit internationalen Kunden in unterschiedlichsten Branchen ist LINTRA neben der Beratung auf die Applikationsentwicklung und Implementierung ihrer eigenen standardisierten Lösungen und Geschäftsanwendungen für SharePoint und Office 365 fokussiert.


IT Sicherheit: Der Gefahr begegnen – Risiken minimieren

GISA GmbH

Beispiele für weltweit agierende Anbieter von Services im Bereich der IT-Sicherheit und Antiviren-Forschung sind auch das Magdeburger Unternehmen AV-TEST GmbH und die DIGITTRADE GmbH mit Sitz in Teutschenthal. Letztere bietet unter anderem verschiedene, abhörsichere Smartcards sowie externe Festplatten und USB-Speichersticks mit einer hundertprozentigen Hardwareverschlüsselung und Authentifizierungs-Verfahren an.

mehr zur IT-Sicherheit aus Sachsen-Anhalt

Unternehmen und Hochschulen arbeiten in Sachsen-Anhalt mit Hochdruck an Lösungen für die Baustelle IT-Sicherheit

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht und wird es wohl auch nie geben. Laut Definition des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik bezeichnet IT-Sicherheit „einen Zustand, in dem die Risiken, die beim Einsatz von Informationstechnik aufgrund von Bedrohungen und Schwachstellen vorhanden sind, durch angemessene Maßnahmen auf ein tragbares Maß reduziert sind“. Für das Gelingen der Digitalisierung ist Cyber-Sicherheit eine wesentliche Voraussetzung, entsprechend wächst die Zahl einschlägiger Firmen in Sachsen-Anhalt: Zum Beispiel hat sich mit der AV-Test GmbH ein weltweit führender Anbieter von Services im Bereich der IT-Sicherheit und Antiviren-Forschung etabliert; die DIGITTRADE GmbH entwickelt und produziert externe Festplatten und USB-Sticks mit Hardwareverschlüsselung sowie zertifizierte Lösungen für die Speicherung sensibler Daten auf mobilen Speichermedien. IT-Sicherheit und Datenschutz sind nicht ohne Grund einer der Schwerpunkte der „Digitalen Agenda“, die derzeit in Sachsen-Anhalt unter Federführung des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung erarbeitet wird

Jedes zweite Unternehmen in Deutschland sei von digitalen Angriffen betroffen, 52 Milliarden Euro Schaden pro Jahr würden dadurch verursacht, sagt Franz Weisbrich. Er ist Wirtschaftsingenieur und CEO von „Sengi IT, einem Start-up aus Halle. Vier junge Männer, Absolventen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik, gründeten das Unternehmen mit Hilfe des Gründerservices der Universität Halle. „Wir bieten einen hochsicheren Cloudspeicher für dezentrale Teams an“, erklärt Franz Weisbrich. Die Cloud-Lösung ist einfach zu bedienen und bietet Mitarbeitern sicheren Zugang zu Firmendaten, auch von unterwegs. Dabei werden die Daten verschlüsselt,  in kleinste Teile zerlegt und dann in verschiedenen unabhängigen Datenzentren in Deutschland gespeichert. Sollte es also einmal zu einem Diebstahl kommen, könnte der Angreifer mit den „Schnipseln“ nichts anfangen. „Und niemand weiß, auch nicht wir selbst,  welche Daten wo gespeichert werden“, betont Franz Weisbrich. Ihr Produkt wollen Sengi IT erstmals auf der CeBIT vorstellen.

Als „große Baustelle“ bezeichnet Dr. Sandro Wefel, Informatiker an der Uni Halle, das Thema IT-Sicherheit. Eine Hochschule ist aufgrund ihrer Strukturen besonders anfällig für Angriffe. „Unsere Netze sind anders geschützt als die von Unternehmen; für die Freiheit von Lehre und Forschung sind sie offener. Hinzu kommt, dass bei uns viele Geräte angeschlossen sind, die nicht auf Sicherheit designt worden sind, Roboter zum Beispiel.“ Außerdem würden Mitarbeiter und Studierende auch mit privaten Geräten arbeiten, von denen dann leicht Schadsoftware auf das Uni-Netzwerk übertragen werden könne, sagt Dr. Wefel.

Mit einem gemeinsam mit der Hochschule Harz entwickelten und inzwischen abgeschlossenen Projekt hofft er, für mehr Sicherheit sorgen zu können. Mit einer schwer zu fälschenden Smartcard sollen sich Nutzer gegenüber universitären Diensten im Netz ausweisen können. Nur ein Lesegerät und eine PIN wären dafür erforderlich, die Nutzung eines Passwortes würde entfallen. Jedoch ist die Ausrüstung von Mitarbeitern und Studenten mit Chipkarten  momentan noch zu aufwändig. Dr. Sandro Wefel hofft, dass spätestens bis 2020 mit der Verbreitung des elektronischen Personalausweises, der dann als Smartcard genutzt werden könnte, die Ergebnisse des Projektes umgesetzt werden können.

Keine Frage, das Thema drängt. Schließlich sind private und öffentliche Unternehmen heute in allen Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit auf IT-Systeme angewiesen, Privatpersonen nutzen sie im täglichen Leben - mit steigender Tendenz. Gleichzeitig wachsen die Bedrohungen: Datendiebstahl, Sabotage, Spionage, technische Systemausfälle oder der Missbrauch von Systemen beispielsweise durch die Veränderung von publizierten Inhalten. Die Gefahr kommt unbemerkt daher, meist wird sie erst im Schadensfall erkannt, und sie hat viele Methoden. Schadsoftware wie Trojaner oder Computerviren zum Beispiel, Ransomware, Botnetze oder Identitätsdiebstahl richten mittlerweile Schäden in Milliardenhöhe an.

Eine neue Qualität der Gefährdung beschreibt das BSI in seinem aktuellen Lagebericht: „Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung durch Entwicklungen wie dem Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Smart Everything bieten Cyber-Angreifern fast täglich neue Angriffsflächen und weitreichende Möglichkeiten, Informationen auszuspähen, Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu sabotieren oder sich anderweitig auf Kosten Dritter kriminell zu bereichern.“ Lösungen für den Datenschutz, und Datensicherheit bei gleichzeitiger Informationsfreiheit werden also nicht nur in Sachsen-Anhalt weiter Hochkonjunktur haben, allein aus den letzten Jahren sind auf dem Forschungsportal des Landes Sachsen-Anhalt weit über einhundert Projekte zu finden, in denen sich Forscher und Unternehmen mit Fragen der IT-Sicherheit beschäftigt haben, egal, ob in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen, im Tourismus oder unterwegs im Auto.

E-Health: Wenn Informatiker Medizinern auf die Sprünge helfen

Forschungscampus STIMULATE

Die beste Medizin ist der Arzt selbst. Sagen Studien. Sagt die Lebenserfahrung. Aber was, wenn kein Mediziner da ist? Weil sich in der dünn besiedelten Region kein Nachfolger für die Hausarztpraxis fand. Weil die alternde Bevölkerung mehr Ärztezeit benötigt als Kapazität da ist. Dann kann Telemedizin – ein Beispiel für E-Health - das Problem lindern. Informatiker in Sachsen-Anhalt arbeiten eng mit Medizinern zusammen, verwandeln Messdaten in Bilder, helfen Daten zu übermitteln und so die medizinische Versorgung zu verbessern.

Beispiel Halle an der Saale. Hier untersucht die Hallesche Wohnungsgenossenschaft FREIHEIT eG die Praxistauglichkeit von Telemedizin in einem Pilotprojekt mit vielen Partnern. Mit den Möglichkeiten der Telemedizin lassen sich beispielsweise im Sinne der Unterstützung von ärztlichen Tätigkeiten medizinische Behandlungsleistungen im häuslichen Umfeld oder in kritischen Versorgungsregionen sicherstellen. Darüber hinaus lassen sich Eigenständigkeit und Lebensqualität für die betreffenden Patienten deutlich verbessern.

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Preiswürdige Grundlagenforschung
Während die Telemedizin den Alltag erleichtert, Zeiten für Wege zum Arzt und fürs Warten reduziert, widmen sich Sachsen-Anhalts Forscher auch grundlegenden Fragestellungen im Bereich der Medizin, bei denen Datenverarbeitung eine Rolle spielt. So entwickelten Prof. Dr.-Ing. Bernhard Preim und Dr.-Ing. Benjamin Köhler, Computervisualist am Institut für Simulation und Graphik der Fakultät für Informatik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg,  die Software „Bloodline“, die Blutverwirbelungen an den Wänden der Herzkranzgefäße analysiert. Beide sind Informatiker.  Mit dem Medizin-Thema hat sich Bernhard Preim ganz persönlich „infiziert“: Er ist mit der Radiologin Dr. Uta Preim verheiratet. „Das Projekt ist maßgeblich von meiner Frau initiiert worden, die ein Jahr am Herzzentrum Leipzig als Radiologin gearbeitet hat und natürlich wusste, wie wir als Informatiker zur Auswertung von Blutflussdaten beitragen können.“ „Die Algorithmen- und Softwareentwicklung hat Benjamin Köhler fast ganz allein bewältigt“, ist Professor Preim stolz auf seinen „weit überdurchschnittlich guten Doktoranden“. Das Thema insgesamt ist in der medizinischen Forschung ebenso aktuell wie in der Informatik-Forschung. Der 3. Platz im Bereich Grundlagenforschung beim Hugo-Junkers-Preis 2016 ist zusätzlicher Lohn für die Arbeit - neben der Anerkennung in der Fachwelt.

Was wird nun aus „Bloodline“? „Bei der Software handelt es sich um einen Prototypen rein zu Forschungszwecken. Die Messtechnik ,4D PC-MRI‘, wie ,Bloodline‘ offiziell heißt, ist noch weit davon entfernt, im klinischen Alltag eingesetzt zu werden“, sagt Benjamin Köhler. An der Universitätsklinik in Magdeburg und im Herzzentrum Leipzig wird sie jedoch für Studien und weitere Forschungen eingesetzt. Sowohl Uta Preim als auch Doktoranden arbeiten mit ihr und geben Benjamin Köhler wertvolle Hinweise aus der Praxis. Die Software soll schließlich eine vorausschauende und damit bessere Therapie bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße ermöglichen.

Zeit ist Gesundheit
Aber auch praxisorientiert hat sich die Otto-von-Guericke-Universität telemedizinischer Forschung verschrieben, um Schlaganfallpatienten die notwendige schnelle Hilfe zu ermöglichen, selbst wenn kein Spezialkrankenhaus in der Nähe ist. „Mit der Telemedical Acute Stroke Care, kurz TASC, konnten wir per Telemedizin nachweislich dafür sorgen, dass Patienten nach einem Schlaganfall so zügig Medikamente erhielten, dass sie signifikant bessere Heilungschancen haben“, berichtet Peter Knüppel. Die Uni hat ein Netzwerk aufgebaut, an dem sich mehrere Kliniken im nördlichen Sachsen-Anhalt beteiligten. Die Patientendaten wurden im Uniklinikum Magdeburg bewertet, die Therapie erfolgte vor Ort. Kurze Wege, schnelle Hilfe, bessere Genesung. „Inzwischen gibt es kein Forschungspotenzial mehr, so dass wir als Medizintechniker ausgestiegen sind. TASC läuft aber immer noch“, ist Informatiker Knüppel zufrieden mit der Nachhaltigkeit. Als eine Art Weiterentwicklung gab es dann ASTER. In diesem Projekt hatten sich Unternehmen und die Uni zusammengetan, um die Ausstattung von Krankenwagen zur optimalen Versorgung von Schlaganfallpatienten zu optimieren..

Die räumliche Nähe von Medizinern, Informatikern, Computervisualisten und weiteren Spezialisten hilft den Experten, ihr Wissen in Netzwerken gebündelt einzusetzen. So entwickeln sie „Bloodline“ und „TASC“ und laden ein zum „Wohnen 4.0“. Sachsen-Anhalt wuchert mit seinem Pfund – gut ausgebildete und ehrgeizige junge Forscher, die „etwas Nützliches“ erfinden wollen.

Augmented Reality: Die Fabrik der Zukunft und die Werkbank 2.0

Konzepte aus Sachsen-Anhalt verhelfen der Technologie zum Durchbruch: Die erweiterte Realität, auch Augmented Reality (AR) genannt, ist bei Firmen und Forschern ein kaum noch wegzudenkender Bestandteil der Digitalisierung. Gegenstände virtuell darzustellen, spart Kosten, Zeit und Aufwand. Denn AR ermöglicht die zeitlich und räumlich korrekte Visualisierung nicht sichtbarer Eigenschaften und Vorhaben direkt in der realen Umgebung. Unternehmen und Forschungseinrichtungen inSachsen-Anhalt arbeiten an und mit AR-Lösungen.

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Die Fabrik der Zukunft und die Werkbank 2.0

Es ist viel los in der Laborhalle des Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Überall sind Versuchsstände der Forschungsprojekte mit Roboterarmen, Kameras, Projektoren und Computern aufgebaut. „Für uns ist es wichtig, die Forschung zum Beispiel für die Industrie im realen Kontext zu betrachten und zu schauen, wie Augmented Reality in der Anwendung sinnvoll eingesetzt und perfekt in die Arbeitsabläufe integriert werden kann“, erklärt Dr. Simon Adler vom Fraunhofer IFF. Jede Anwendung benötigt ein bestimmtes Maß an Genauigkeit für die Überlagerung. An einer maßstabsgetreuen und voll funktionsfähigen 3D-Nachbildung einer Industrieanlage hält Dr. Simon Adler ein Tablet an die Anlage, die gerade einen Fehler gemeldet hat. „Auf dem Tablet blinkt ein Achtungszeichen genau über der Stelle, an der der Fehler aufgetreten ist. Zudem grenzt ein Fehlercode die mögliche Störung ein. Wir nutzen die Augmentierung im Kern für drei Bereiche: für das Suchen und Finden, dass Orientieren und das Beurteilen“, so der Wissenschaftler. 

Auf dem nächsten Teststand sind ein Roboterarm, Maschinenteile und eine Werkbank aufgebaut. Vier Projektoren über der Anlage projizieren ein Raster auf den berührungsempfindlichen Fußboden. So können Menschen und deren Bewegungen im Raum lokalisiert werden. Zudem werden mit einem Farbschema die nächsten Bewegungen und der Schwenkbereich des Roboters dargestellt. Der Sicherheitsbereich des Roboters ist normalerweise nicht sichtbar. Das Sichtbarmachen der dynamischen Sicherheitsbereiche und damit die Vermittlung der Bewegungsintension haben den Vorteil, dass der Mensch nicht unbewusst den Stopp des Roboters auslöst. Tritt man aber in den Gefahrenbereich, verlangsamt der Roboter und stoppt bei weiterer Annäherung, um eine Verletzung der Person zu verhindern. „In diesem Bereich der Robotersysteme testen wir die Mensch-Roboter-Kollaboration. So bedarf es keiner starren Schutzzäune, die aufwendig an- und umgebaut werden müssen. Außerdem ist es von enormer Wichtigkeit, die hohen Ansprüche und Normen der Berufsgenossenschaften zur Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten“, so Dr. Simon Adler über das Testfeld.

Der nächste Teststand wirkt dagegen wie gerade aus der Werkhalle geholt: Ein Arbeitsplatz mit Montagehalterungen, davor Displays und darüber Kameras. „In den Kamerabildern wird live ein präzises Abbild von den nächsten notwendigen Montageschritten und welche Teile dafür wie verwendet werden müssen dargestellt“, so der Wissenschaftler. Dieser Montagedemonstrator plant, wie das Werkstück montiert werden soll, überlagert Realität und kennzeichnet Fehler, die so nicht sichtbar wären. „Unsere Auftraggeber kommen aus Wirtschaft und Industrie, wie die Kolbus GmbH und Co. KG, die Premium Aerotec GmbH und die MTU Aero Engines AG. Dazu kommen Bundes- und EU-Projekte. Deren Erfahrungen werden dann unabhängig interessierten Firmen zur Verfügung gestellt. „Ich denke, wir können mit der Augmentierung gemeinsam mit unseren Forschern und Partnern aus der Industrie einen großen Beitrag leisten, um Produktionsabläufe sicherer, einfacher, flexibler und effektiver zu machen. Wir suchen nach verschiedenen Zugängen und Lösungen für die Industrie. Das ist die Stärke unseres Fraunhofer IFF in Magdeburg.“

Der erweiterte Röntgenblick für die Medizin
Gleich neben dem Fraunhofer IFF in Magdeburg steht das futuristische Gebäude der Experimentellen Fabrik - kurz EXFA. Es ist das Forschungs- und Transferzentrum für anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung auf dem Gelände der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Hier hat sich der Forschungscampus STIMULATE angesiedelt. Dort erforschen und entwickeln interdisziplinäre Teams bildgeführte Diagnose- und Therapiemethoden mit einem Fokus auf gesellschaftlich höchst relevante Krankheitsbilder. In einem dieser Labore steht Junior Professor Christian Hansen vor einem OP-Feld an einem künstlichen Torso. Mit 3D-Brille und einem Laparoskop untersucht er, wie minimal-invasive Eingriffe in der Leber und der Niere in Zukunft ablaufen können. „Wir nutzen Rohdaten aus bildgebenden Verfahren wie MRT und CT. Daraus erstellen wir dreidimensionale Abbilder und überlagern sie mit den stereoskopischen Videobildern des lebenden Objektes“, so der studierte Computervisualist über das Forschungsprojekt, das erst vor wenigen Tagen gestartet ist. Über ein hochauflösendes Display wird das 3D-Bild des Endoskops mit einer virtuellen Abbildung des Organs, seiner Gefäße und des Tumors überlagert. Als würde man mit einer Taschenlampe einen dunklen Raum ausleuchten, werden nur wirklich notwendige Informationen ins Blickfeld gerückt. „Das alles passiert, bevor der Chirurg den ersten Schnitt am Organ setzt. Die Herausforderung besteht in der notwendigen hohen Präzision.

Denn die Technologie hat es später im OP ja mit einem lebenden Patienten zu tun, dessen Organe sich kontinuierlich bewegen und verformen, zum Beispiel durch Atmung und Herzschlag des Patienten“, so Hansen. Gedacht ist, dass das Verfahren von der OP-Planung bis zum eigentlichen Einsatz während einer Laparoskopie Anwendung findet.

Derzeit arbeitet Christian Hansen an mehreren Projekten im Bereich der bildgeführte Therapie. „Das BMBF und die Landesregierung haben rechtzeitig die Potentiale der Branche Medizintechnik für die kommenden Jahrzehnte erkannt und den Standort Magdeburg im Bereich  Forschung und Entwicklung unterstützt. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat bereits vor einigen Jahren den Studiengang Medizintechnik eingerichtet. Wir zählen in Magdeburg zu einem der attraktivsten Forschungszentren für Nachwuchswissenschaftler; man nimmt uns mittlerweile auch außerhalb der Landesgrenzen  sehr deutlich wahr. Nach und nach siedeln sich wichtige Industriepartner an, die dem Standort Magdeburg und der Region in diesem Bereich zusätzlichen Auftrieb geben“, so Hansen. So ist STIMULATE weltweit an Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt. Bald geht Christian Hansen für ein Jahr als Stipendiat an die Harvard Medical School in Boston, um  das Netzwerk des Forschungscampus STIMULATE zu erweitern und den Forschungsstandort Magdeburg in Sachsen-Anhalt international noch bekannter machen.