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Hallesches Unternehmen SONOTEC liefert seine Erzeugnisse bis nach Südamerika oder Korea - Modernste Prüftechnik "Made in Sachsen-Anhalt".
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Die Magdeburger Firma SCREEN RENT vermietet Leinwände in die ganze Welt

Es ist eine Firmengeschichte, wie sie im Buche steht: Ein Student borgt sich Geld, kauft ein paar Bildschirme, trifft mutige Entscheidungen und wird ein erfolgreicher Unternehmer. Heute vermietet der Magdeburger Dirk Roswandowicz mit SCREEN RENT LED-Videowände in ganz Deutschland, aber auch ins Emirat Dubai oder Sultanat Oman. Auf seinen Großbildleinwänden flimmern Fußballspiele, Kamelrennen oder ein Robbie-Williams-Konzert. Der Ex-Fußballer spielt in der ersten Liga der Videowand-Verleiher mit.
 
Direkt neben der Eingangstür leuchten viele blaue Lämpchen auf einer Karte. Jedes steht für einen Ort, in dem „Screen Rent“ Videowände verleiht. „Das ist kein gutes Fotomotiv“, sagt Dirk Roswandowicz. „Hier ist nur Deutschland zu sehen.“ Für den Magdeburger Unternehmer hat sich der Blickwinkel längst erweitert. Der 38-Jährige denkt nicht in Landesgrenzen, er agiert international. Mehr als 250 LED-Screens installierte SCREEN RENT allein im letzten Jahr europaweit. Die Beachvolleyball-WM in Rom, der Empfang von NBA-Superstar Dirk Nowitzki in Würzburg, Weltstar Bon Jovi in München – überall taucht die Magdeburger Firma auf. Der Firmenchef streift sich seine Sportjacke über. Darin fühlt er sich am wohlsten. Dirk Roswandowicz ist kein Schlipsträger, keiner der Akten umherschiebt. Er schiebt lieber seine Ärmel hoch. Er ist ein Entscheider, ein Macher. „Man muss mutig sein, um etwas zu erreichen“, sagt er, als er zurückdenkt, wie alles begann.
 
Als BWL-Student gründete er 1995 gemeinsam mit einem Kommilitonen die Firma „m&d Media“. Die Studenten drehten gern Videofilme, kannten sich „ein bisschen mit der Technik aus“. Der angehende Betriebswirtschaftler Roswandowicz erstellte Präsentationen für regionale Firmen. Aber das reichte ihm nicht aus. „Wir brauchen in Magdeburg Flächen, auf denen wir präsentieren können“, sagte er. Drei Fernseher, auf Pump gekauft, damit begann alles. Der damals 23-Jährige putzte Klinken bei vielen Firmen. Die Ausbeute war mager. Ein bisschen Werbung flimmerte über die Monitore, die in einer überdachten Einkaufszeile aufgestellt waren. Der Manager des Einkaufszentrums stolperte über die frech aufgestellte Werbung, nahm Dirk Roswandowicz beiseite und sagte: „Sie können gern wiederkommen, aber dann mit etwas Richtigem.“ Er kam wieder und brachte 24 Monitore mit, allesamt mit einem Kredit finanziert. Der erste Dämpfer kam beim Blick in die Kasse. „Die Kosten wurden bei weitem nicht gedeckt“, erinnert sich Dirk Roswandowicz. Der Zufall half dem Jungunternehmer weiter. Und ein Student, der der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt flüsterte, dass seine Firma Technik für Messen vermietet. So landeten die Fernsehmonitore mit dem speziellen Gehäuse in Berlin auf der Grünen Woche – ein Novum auf der Messe.
 
Dirk Roswandowicz, der seit 2010 auch Präsident des SC Magdeburg ist, scrollt auf seinem Bildschirm durch die digitalen Ordner, die chronologisch mit Jahreszahlen versehen sind. Die ganz oben sind übersichtlich gefüllt mit Fotos, Dokumenten, Konzepten. Ganz prall wird es unten, je weiter es auf 2011 zugeht, nur 2009 fällt als Jahr der Wirtschaftskrise aus dem Rahmen. „Ein schweres Jahr“, erinnert sich der Unternehmer. Aber „Screen Rent“ läuft weiter. Als Familienvater und Chef von zehn festen Mitarbeiten hat er jetzt eine größere Verantwortung als damals. Er tippt auf seinen Bildschirm. Fotos von wuchtigen Bildschirmen sind dort zu sehen. Die Grüne Woche gehört zu den vielen Mosaiksteinchen seiner Firmengeschichte. Die Marketing-Agentur eines sachsen-anhaltinischen Radiosenders wurde in Berlin auf die Technik aufmerksam, stufte den Magdeburger Studenten als „echt cool“ ein. Nur Tage später kam der Anruf: „Wir würden uns gern mal mit Ihnen treffen.“
 
Das Magdeburger Unternehmen begann zu wachsen und mit ihm der Platzbedarf des Studenten. Drei Zimmer hatte Roswandowicz im Studentenwohnheim gemietet. Eins zum Wohnen, eins als Büro und eins als Lager für die Monitore. Auf seinen Anschreiben kürzte der Student Wohnheim mit „WH“ ab. „Das hätte auch Wohnhaus heißen können“, sagt er und lacht. Es war eine verrückte Zeit. Zum Studieren kam er kaum noch. Neun Jahre brauchte er für den Abschluss. Heute hängt das Diplom in seinem Büro. Roswandowicz: „Ich hatte zum Glück nette Mit-Studenten, die für mich kopierten.“ Sein Leben kreiste damals selten ums Studium, aber um viele andere Sachen. Um das Fußballspielen zum Beispiel. 1995 entschied er sich gegen eine Karriere als Profikicker. Sein Vater hatte ihn zuvor gewarnt: „Dirk, man kann sich nur auf eine Sache konzentrieren.“ Da mischte er aber noch beim Studenten-Fernsehen mit, zog mit einer Kamera für die Live-Sendung über den Campus und stattete alle Wohnheime mit Monitoren aus.
 
Dirk Roswandowicz lehnt sich auf seinem Bürostuhl zurück: „Ich glaube, wir müssen die Geschichte raffen, sonst sitzen wir morgen früh noch hier.“ Die digitalen Ordner auf dem Monitor erzählen viel von der Firmengeschichte. Da taucht die ECE-Gruppe auf, die auf den Magdeburger aufmerksam wurde und deren Einkaufcenter-Kette er heute noch mit Leinwänden ausstattet. Er hatte schnell bemerkt: Werben wollte auf einer Monitorwand kaum einer, aber mieten wollten sie schon damals viele. Die Technik entwickelte sich rasant und mit ihr die Firma. Den Volltreffer landete Roswandowicz 1998 bei der Fußballweltmeisterschaft. In Halle stellte er auf den Marktplatz eine Videowand auf, die er in Köln gemietet hatte. „Wir waren die ersten, die Public Viewing gemacht haben“, erinnert sich der SCREEN RENT-Chef. Seit 2000 heißt die Firma so, sein Partner stieg irgendwann aus, als „es heiß wurde“. Das Geld war oft knapp, die Idee blieb groß. Modenschauen, Pressekonferenzen, Präsentationen, Wahlkampf. Immer wieder sagte der Magdeburger: „Ja, wir können das.“ Er krempelte die Ärmel hoch, baute selbst auf, installierte, heuerte Studenten an, die ihm halfen. Dabei ist er „gar kein Technikfreak“. „Ich habe mich da immer reingefummelt“, sagt er.
 
Das Telefon klingelt. „Ja, mit Oberhof, das geht klar“, spricht er in sein Handy. „Wir schicken sieben Wände zum Biathlon“, erklärt Dirk Roswandowicz kurz, bevor er noch mal ans Telefon geht, um mit der Volksbank über Finanzen zu reden.
Als das Studium vorbei war und 2002 die Fußball-WM ins Haus stand, traf Dirk Roswandwicz wieder eine richtige Entscheidung. Er wollte eine moderne LED-Wand, 17 Quadratmeter groß, 350.000 Euro teuer. Er fragte bei der Sparkasse. „Ich konnte mein Glück nicht fassen. Die gaben mir Geld“, erinnert er sich. Sein unternehmerisches Konzept hatte überzeugt, die Landesbürgschaftsbank bürgte. 2007 vermietete der Magdeburger die Großbildleinwände für das Robbie-Williams-Konzert in Dubai. Er wird immer wieder darauf angesprochen. Dabei ist das Konzert für den Magdeburger auch nur eins von vielen Mosaiksteinchen der Firmengeschichte.

„Wir müssen immer hart arbeiten, um am Markt zu bleiben“, sagt der Firmenchef. Vor Jahren waren es die innovativen Ideen, kaum eine Firma hatte damals hierzulande den Mut und die Technik, um LED-Großleinwände zu vermieten. Heute wandern allein 50 Leinwände von Magdeburg aus rund um die Welt. Aber: Der Markt wird enger, andere sind längst auf den Zug aufgesprungen. „Wir müssen uns jetzt verstärkt durch Qualität und Service von den anderen abheben“, sagt Dirk Roswandowicz. Er steht auf und lächelt. Draußen warten Schweizer, ein gutes Zeichen. Denn die sind bekannt dafür, dass sie gute Qualität schätzen.


Autorin/ Foto:
Manuela Bock

Kontakt:
SCREEN RENT e.K.
Ölweide 12
39114 Magdeburg
Tel.: 0391 5410231
E-Mail: info@screen-rent.de
Web: www.screenrent.com

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Im zurückliegenden Jahrzehnt hat Sachsen-Anhalt seine Exportkraft fast verdoppelt. Im Jahr 2000 betrug seine Exportquote lediglich 15,7 Prozent. Diese Quote bezeichnet den Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz der Industriebetriebe des Landes. Für 2011 liegen zwar noch keine endgültigen Daten vor, aber sie dürften an die 30-Prozent-Marke heranreichen, sagt Birgit Stodtko, Geschäftsführerin International der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau.

Am Wachstum der Exportkraft dürften die Angebote der beiden internationalen Abteilungen der Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau einen nicht zu unterschätzenden Anteil haben. Gemeinsam betreiben sie ihr Tochterunternehmen, die Außenwirtschafts-fördergesellschaft Intercom. Sie bietet jährlich rund 130 Veranstaltungen an, die auf ca. 40 Länder gerichtet sind, sagt Birgit Stodtko. Bei der Wahl der Schwerpunkte geht es immer darum, den Nerv der Unternehmer zu treffen. Gradmesser dafür sei die Resonanz der Firmen auf die angebotenen Länderberatungstage, Workshops, Unternehmerreisen und Messegemeinschaftsstände, sagt Stodtko. Das Echo auf die Angebote hat im vergangenen Jahr zugenommen. Stodtko führt das nicht nur auf die anziehende Konjunktur zurück.

Sie sagt: „Bei gesättigten Binnenmärkten sind die Firmen auch gezwungen, immer mehr am Außenhandel teilzunehmen.“ Außerdem befinden sich Sachsen-Anhalts Unternehmen noch immer in einem Aufholprozess. Während im bundesdeutschen Durchschnitt jeder dritte Arbeitsplatz vom Export abhängt, ist es in Sachsen-Anhalt erst jeder vierte. Viele Unternehmen, die nicht selbst exportieren, seien aber indirekt als Zulieferer trotzdem an dem Zuwachs an Export-Kraft beteiligt. Schließlich müssten auch viele Firmen international preisgünstig einkaufen, wollten sie wettbewerbsfähig sein, fügt Stodtko hinzu. Als ein Beispiel führt sie den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu China an. Zwischen 2006 und 2010 stiegen Sachsen-Anhalts Ausfuhren in das bevölkerungsreichste Land der Welt von 314 auf 472 Millionen Euro. Die Einfuhren kletterten von 280 auf 945 Millionen Euro um das mehr als Dreifache.  

Die Kammern helfen, den wachsenden Informationsbedarf der Unternehmer zu befriedigen. Dem dienen ganz besonders gezielte Kooperationsbörsen, Unternehmerreisen und so genannte Delegationsreisen, bei denen auch Landespolitiker mit an Bord seien, um die regionale Wirtschaft zu unterstützen, erklärt die diplomierte Volkswirtin.

Günther Fuchs, Geschäftsführer der Bitterfelder OrganoSpezialChemie GmbH, hat an einigen solcher Unternehmerreisen teilgenommen. Er war viel in Westeuropa, aber auch in Ägypten mit den Kammern unterwegs. Dabei seien in Folge einer solchen Reise vor Jahren in Frankreich Geschäftsbeziehungen aufgebaut worden, die bis heute stabil sind und derzeit sogar weiter ausgebaut werden, berichtet Fuchs.

Für 2012 hat sich die IHK Halle-Dessau vorgenommen, die individuelle Betreuung der Firmen zu stärken. Je mehr Unternehmen am Export teilnehmen, umso mehr differenzieren sich die Fragen. „Sie sind oft auf allgemeinen Veranstaltungen nicht zu beantworten“, räumt Stodtko ein. Wichtig sei dabei, die Firmen intensiv zu beraten und zu begleiten. Denn die oft kleinen Firmen sähen sich einem unübersichtlichen Berg von Maßnahmen und Regelungen gegenüber. „Wir bringen da mehr Transparenz rein“, verspricht Stodtko.

Sie verweist weiter auf das speziell für kleinere Unternehmen entwickelte Projekt „Fit für den Export“. In seinem Rahmen werde geprüft, über welche Voraussetzungen das Unternehmen verfügt, welche Potenzen sein Produkt besitzt, welche Märkte sich dafür anbieten und welche Sprachkenntnisse nötig sind. Auf dieser Grundlage entstehen so genannte International-isierungspläne, die Wege auf ausländischen Märkten ebnen sollen. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 20 solcher Pläne entstanden.

Ein Schwerpunkt im gerade begonnen Jahr stellt für Stodtko und ihr Team auch das umfangreiche Seminarprogramm dar. Es richtet sich vor allem an Mitarbeiter in den Unternehmen, um sie mit den stets komplizierter und bürokratischer werdenden Ein- und Ausfuhrregelungen vertraut zu machen.

Die angebotenen Länderberatungstage beschäftigen sich laut Stodtko neben Europa zunehmend auch mit Zukunftsmärkten in den so genannten BRICS-Staaten, wie Brasilien, Russland, Indien, China und neuerdings auch Südafrika, die zusammenfassend kurz so genannt werden. Dabei kommen Vertreter von Auslandshandelskammern (AHK) nach Halle oder Magdeburg. Sie informieren individuell über Markteinstiegsmöglichkeiten, über wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen sowie über Chancen von Produkten auf diesen Märkten.
Die in diesem Jahr zahlreich angesetzten Länderberatungstage reichen von A wie Arabischer Raum bis V wie Vietnam. Unternehmerreisen führen 2012 nach Belgien, Russland, Italien, China, Vietnam und in die Slowakei. Mitte Mai fährt Ministerpräsident Reiner Haseloff mit einer Delegation in die USA. Unter den vorgesehenen 20 Mitteldeutschen Messegemeinschaftsständen im In- und Ausland hebt Stodtko zwei Beispiele hervor.

Das sind die Gemeinschaftsstände auf der „ChemSpec europe“ in Spanien (Madrid) für die chemische Industrie sowie auf der Internationalen Maschinenbaumesse MSV in Tschechien (Brünn).


Kontakt:
Birgit Stodtko
Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau
Franckestraße 5
06110 Halle (Saale)   
Tel. 0345 2126-274
E-Mail: bstodtko@halle.ihk.de
Web: www.halle.ihk.de

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Die Wittenberger Polymer-Technik Elbe GmbH (PTE) hat ihr bisher bestes Jahr hinter sich. Sie verkaufte 37 000 Tonnen Gummi-Mischungen, so viel, wie nie zuvor. Neue Kunden wurden gewonnen, neuartige Spezialmischungen entwickelt. Der Umsatz stieg um 40 Prozent. PTE hat aber auch ein gutes Jahr vor sich. Das Wachstum soll im Jahr 2012 weitergehen. Im Januar wird die erste von zwei neuen zusätzlichen Fertigungsstraßen geliefert. Im dritten Quartal wird sie die Produktion aufnehmen. Insgesamt investiert das Unternehmen 14 Millionen Euro in die Erweiterung der Produktionsstätte, die auch die Möglichkeit für eine weitere dritte Fertigungslinie schafft. 40 neue Arbeitsplätze würden entstehen, kündigt Geschäftsführer Wolfgang Keil an.  

Die Auftragslage des Spezialisten für Kautschukmischungen hat sich, nach Angaben von Wolfgang Keil, über die Jahre sehr gut entwickelt. Als der promovierte Chemiker im Jahr 2000 in die Lutherstadt Wittenberg zu PTE kam, wurden 23 000 Tonnen Gummimischungen verkauft. Jetzt liegt die Jahresleistung bei 37 000 Tonnen. „In der Perspektive wollen wir jährlich 60 000 Tonnen verkaufen“, sagt der 53-Jährige, der seit 25 Jahren in der Gummibranche mitmischt. Der Bedarf wächst. Automobilhersteller, Reifenfabrikanten, Flugzeug- und Eisenbahnhersteller, die Hoch- und Tiefbaubranche sowie viele andere der verschiedensten Kunden verlangen nicht nur nach immer mehr Gummiprodukten, sie fordern von den Zulieferern auch immer bessere Eigenschaften des vielfältig einsetzbaren, elastischen Materials. So fahren in den Autos von VW, Audi, BMW, Opel und Mercedes ebenso weiterverarbeitete PTE-Gummiteile mit, wie in der Magnetschwebebahn Transrapid in Shanghai oder fliegen in Maschinen des Flugzeugherstellers Airbus mit, berichtet Keil. Zu den Kunden gehören marktbeherrschende Reifenhersteller wie Michelin, Continental und Goodyear.

PTE ist auf die wachsenden Anforderungen gut eingestellt. Hervorgegangen ist das Unternehmen 1992 aus den Gummiwerken Elbe, die im Zuge der grundlegenden Umgestaltung der ostdeutschen Wirtschaftsstruktur von der Treuhandanstalt privatisiert wurden. Gesellschafter sind seitdem die beiden Familienunternehmen Woco Franz-Josef-Wolf Holding GmbH (Hessen) und die Vorwerk und Sohn GmbH & Co. KG (Nordrhein-Westfalen). Unter ihrer Regie ist die Wittenberger PTE mit ihren 300 Beschäftigten zum Mutterwerk einer wachsenden, internationalen Firmengruppe geworden. In der ostchinesischen Millionenstadt Wuxi hat die PTE GmbH für zwölf Millionen Euro im Jahr 2006 eine Produktionsstätte errichtet, in der 110 Mitarbeiter jährlich 8 000 Tonnen Gummimischungen produzieren. Beteiligt ist die PTE GmbH an der Silcomp Silikoncompounding GmbH im niedersächsischen Osterode und über sie an der französischen Silcomp France. Zusätzlich gehört noch die Wittenberger Maschinen und Technik GmbH zum Firmenverbund.
„Der Schritt, nach China zu gehen, erweist sich auch aus heutiger Sicht als richtig“, erklärt Keil. „Wir waren die erste Firma aus Sachsen-Anhalt, die in China ein Werk errichtet hat“, erinnert er sich an die Vorreiter-Rolle. Einem unserer Gesellschafter, der sich schon in den 90er Jahren in China  engagiert hatte, war klar geworden, was China für ein großer Wachstumsmarkt ist. Mit einem alleinigen Standort in Deutschland könne auf globalen Märkten nicht mitgespielt werden, erklärt Keil. Außerdem vertrügen Gummi-Halbfabrikate keine langen Transportwege, da sie einer gewissen Haltbarkeitsdauer unterliegen.

Nach den Investitionen in die Auslandstöchter, stellte sich die Frage, wie es mit dem deutschen Standort weitergehen soll. Die Entscheidung, den sechs Fertigungsstraßen in Wittenberg auf längere Sicht erst zwei und dann drei Fertigungsstraßen hinzuzufügen, sei gefallen, weil Sachsen-Anhalt ein guter Standort für Spezialisten von Kautschukmischungen ist. „Hier ist die Berufserfahrung vorhanden, es bestehen beste Entwicklungsmöglichkeiten, die staatlichen  Fördermöglichkeiten seien beträchtlich, die wachsenden osteuropäischen Märkte befänden sich in vernünftigen Lieferentfernungen“, zählt Keil Faktoren auf, die zur Entscheidung über den Ausbau des Mutterwerks geführt haben. Diese Erweiterung erhebe die Bedeutung des Unternehmens, seine Wettbewerbsfähigkeit werde erhöht. Unsere Position gegenüber Partnern und Zulieferern verbessere sich, so Keil. „Unter den europäischen Mischungslieferanten gehören wir, gemessen an Menge, technischer Ausrüstung und Kompetenz der Mitarbeiter, zu den ersten fünf der Branche“, ist sich Keil sicher.  

Außer in Australien, hat PTE Kunden auf allen Kontinenten. Das Unternehmen kaufe aber auch weltweit ein. Eine Hälfte sei Naturkautschuk, die andere Hälfte werde synthetisch hergestellt.

Gummi in einem mehrstufigen Verfahren zu mischen, ist, nach Keils Worten, sehr aufwändig. Verwendet werden 1 000 verschiedene Rohstoffe. Das seien neben Chemikalien, auch Füllstoffe, Weichmacher, Alterungsschutz- und Vulkanisierungshilfsmittel sowie Ruß, nennt Keil einige der wichtigsten Gruppen. Gemischt werden kann nach 3 000 Rezepten. Zum Teil seien sie von PTE, zum Teil brächten Kunden ihre Rezepte auch mit. In jedem Fall wird um sie ein großes Geheimnis gemacht. Die Mitarbeiter werden zur Geheimhaltung verpflichtet, um das Know how vor Wettbewerbern zu schützen. Um die Prüfung und Entwicklung neuer, oft spezieller, Mischungen nach Kundenwünschen, kümmern sich allein in Wittenberg 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und selbst der Chemiker Keil probiere mal die eine oder andere Sache selbst aus, räumt der Geschäftsführer ein. Ein zusätzlicher promovierter Chemiker wurde eingestellt, um sich ausschließlich um die Anforderungen zu kümmern, die sich aus der Chemikalienverordnung der EU für die Produkte aus Wittenberg ergeben. Auch dieser Aufwand sei notwendig, damit die Mischung immer stimmt, sagt Keil.


Kontakt:
Polymer-Technik Elbe GmbH
Dr. Wolfgang Keil
Heuweg 5
06886 Lutherstadt Wittenberg
Tel. 03491 659 154
E-Mail: wkeil@polymertechnk.com
Web: www.polymertechnik.com

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Der Glashersteller HNG Global GmbH investiert in seinen Standort Gardelegen in einen Neubau. Die 24.000 m² große Lagerhalle soll bereits im Juni 2012 genutzt werden. Mehr Informationen erhalten Sie hier.


Das sachsen-anhaltische Unternehmen Mercateo konnte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 79 Millionen auf knapp 111 Millionen Euro steigern. Nicht nur der Umsatz des B2B-Unternehmens erhöhte sich um 40 Prozent, auch die Sortimentsgröße im Shopbereich konnte von 5,4 Millionen auf über 7 Millionen Artikel ausgebaut werden. Insgesamt wurden mehr als fünf Millionen Bestellpositionen über Mercateo abgewickelt.

Die ausführliche Nachricht finden Sie hier.


In der Magdeburger Glüherei wurde ein riesiger Ofen zum Brennen von großen Bauteilen in Betrieb genommen. Bauteile aus Stahl, Gusseisen oder Aluminium bis zu einem Durchmesser von 4,80 Metern können künftig in Magdeburg in einem überdimensionalen Glühofen bearbeitet werden. Die neue Anlage mit 80 Hochgeschwindigkeitsbrennern ist am Mittwoch in Betrieb gegangen. Sie kostete rund 900.000 Euro. Ein Bild des Ofens finden Sie hier.

Die Lebensgrundlagen für morgen zu sichern, hat sich das Julius Kühn-Institut (JKI) mit Hauptsitz in Quedlinburg zur übergreifenden Aufgabe gemacht.

Das Bundesforschungsinstitut präsentiert sich auf der Grünen Woche in Berlin in der Halle 23a des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit vier Themenständen. Auch dem JKI geht es hier unter anderem um Fragen des guten Geschmacks: den der Möhre nämlich. An seinen Ständen will das Julius Kühn-Institut den Besuchern seine Forschung nahe bringen.

"Mit unserer Forschung an der Möhre legen wir den Grundstein dafür, dass Züchter neue Sorten auf den Markt bringen können. Zu diesem Zweck arbeiten wir gezielt mit Züchtern und Anbauern auch in Sachsen-Anhalt zusammen", sagt der Präsident des Julius Kühn-Institutes, Dr. Georg F. Backhaus. Weil in der Vergangenheit bei der Züchtung krankheitsresistenter und den klimatischen Veränderungen angepasster Sorten oft der gute Geschmack auf der Strecke blieb, ist in Quedlinburg eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die sich mit Fragen des Geschmacks und der Inhaltsstoffe von Möhren beschäftigt. Sie findet heraus, welches die Aroma gebenden Wirkstoffe bei diesem Wurzelgemüse sind.Am Stand des JKI können Besucher an einer "Duftorgel" vier Komponenten erschnuppern, die maßgeblich zum typischen Möhrengeschmack beitragen.

Eine andere Gemüsepflanze, die in unserer Küche längst nicht mehr so gegenwärtig ist wie die Mohrrübe, ist die Ackerbohne, früher als "dicke Bohne" oder "Saubohne" bezeichnet. Eine heimische Pflanze, die sich wegen ihres sehr hohen Eiweißgehaltes auf dem Speiseplan der ernährungsbewussten Bevölkerung wieder einen bedeutenden Platz erobert. 2004 war sie "Gemüse des Jahres" und entwickelt sich seitdem zu einem Retro-Gemüse.

Neben Dingen des guten Geschmacks sind an den Ständen des JKI auch Krankheitserreger zu sehen, die den Gemüsebauern zu schaffen machen. Fäulepilze, Insekten, Viren und Fadenwürmer sind seit Jahrhunderten bekannt. Sie bedrohen letztlich Qualität und Quantität der Ernte und müssen deshalb von den Landwirten bekämpft werden. Das könne über Anbaustrategien wie die Fruchtfolge, über resistente Sorten oder durch direkte Maßnahmen wie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erfolgen, so Backhaus. Am Julius Kühn-Institut werde daran gearbeitet, dass Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten werden. Im Falle der Möhre gehe es um Resistenzen gegen Pilzkrankheiten. "Krankheitsresistente Möhren sind immer dort gefragt, wo man möglichst wenig Pflanzenschutzmittel einsetzen will oder - wie im Ökoanbau - nur begrenzt Mittel zur Schädlingsbekämpfung zur Verfügung stehen. Darum zeigen wir auch eine Boden schonende Fruchtfolge und den Boden als Lebensraum", sagt Backhaus."

Unser Ziel ist es, gesunde und leistungsfähige Pflanzen nachhaltig anzubauen", betont der JKI-Präsident. "Deshalb erforschen wir an unserem Hauptsitz Quedlinburg und an elf weiteren Standorten nicht nur die Pflanzenkrankheiten, sondern auch die vorbeugenden Pflanzenschutzstrategien; die Pflanzengenetik sowie Aspekte der Pflanzenzüchtung und der biologischen Vielfalt."
Das Julius Kühn-Institut ist das einzige Bundesforschungsinstitut, das die heimischen Kulturpflanzen in ihrer Gesamtheit, also in Feld, Wald und Gewächshaus betrachtet. Das Spektrum reicht von den klassischen Ackerkulturen wie Getreide und Kartoffeln über Zierpflanzen, Obst und Reben bis hin zu den Gemüsekulturen und Gewürzpflanzen. Auf der Grundlage seiner Forschung berät das JKI die Bundesregierung insbesondere bei der Erarbeitung nationaler und internationaler pflanzengesundheitlicher Regelungen, Leitlinien und Normen.

"Ob es nun um Klimawandel, Welternährung oder die Bewahrung der Vielfalt geht, die Pflanzenerzeugung in Landwirtschaft und Gartenbau steht vor großen Herausforderungen", sagt JKI-Präsident Backhaus. "Wir erkennen frühzeitig, wo Handlungsbedarf entsteht, untermauern unsere Argumente durch Forschung und können so rechtzeitig Lösungen aufzeigen. Ohne Agrarforschung werden wir die anstehenden Probleme nicht lösen können. Hier leisten wir als JKI unseren Beitrag."

Kontakt:

Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Erwin-Baur-Str. 27

06484 Quedlinburg
Tel: 03946 47-105

Fax: 03946 47-100
pressestelle@jki.bund.de
www.jki.bund.de

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Die Internationale Grüne Woche in Berlin gilt als weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Vom 20. bis zum 29. Januar werden Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ihre Produkte, Philosophien und Partner vorstellen. Ein Traditionsunternehmen - ursprünglich als Zweigstelle des Weingutes „Marienhof“ 1924 in Magdeburg gegründet und seit 1928 bekannt durch die Produktion von Spirituosen wie Likören und Bränden - baut ebenfalls seinen Stand in den Messehallen auf: Die Spezialitäten-Destillerie „Abtshof“ reicht in diesem Jahr Likör-Spezialitäten und den legendären Absinth. Vor allem aber hat das Team viel Erfahrung im Gepäck. Wir sprachen mit Ilona Borchers, Leiterin Vertrieb der Abtshof Magdeburg GmbH, über die Grüne Woche, den "doppelten Otto" und darüber, wie schwer es auch für Traditionsunternehmen ist, sich am Markt zu behaupten.
 
Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an der Internationalen Grünen Woche?
Als regionaler Hersteller versuchen wir mit der Teilnahme an der Grünen Woche auch überregional präsent zu sein. Für uns ist diese Ausstellung ein Präsentationsort für unsere Produkte, ein Treffpunkt, an dem wir mit Kunden und gewerblichen Teilnehmern in Kontakt treten können. Aber die Grüne Woche ist auch ein Test- und Rechercheort für eigene und fremde Produkte. Wir hoffen daher, dass auch in diesem Jahr unsere Teilnahme an der Grünen Woche ein Erfolg wird.

Welche Erfahrungen konnten Sie bereits bei vorherigen Auftritten in Berlin sammeln?
Für uns ist die Kommunikation zum Kunden insbesondere außerhalb unseres Bekanntheitsbereiches von Bedeutung. Diesbezüglich nutzen wir die Messe, um von den Interessenten ein Feedback zu bekommen. Bisher waren die Besucher auf der Grünen Woche sehr aufgeschlossen und neugierig auf unsere Produkte und unser Haus. Zu den Höhepunkten zählen, wie jedes Jahr, die Besuche des Ministerpräsidenten an unserem Stand.

Mit welchen Neuerungen werden Sie in Berlin punkten?
Wir sind dieses Jahr mit dem „doppelten Otto“ vertreten. Als Botschafter der Stadt Magdeburg haben wir im Rahmen der Ottokampagne zwei Liköre entwickelt und diese nach ihren Namenspatronen „Otto von Guericke“ und „Otto der Große“ vermarktet.

„Der doppelte Otto“ setzt sich aus zwei Flaschen in Halbkugelform zusammen und wird in einer dekorativen Geschenkverpackung angeboten. Das Produkt wurde erstmalig im Rathaus vom Magdeburger Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper vorgestellt.

Sie sind ein Traditionsunternehmen. Wie schwer ist es, sich heutzutage am Markt zu behaupten? Und was steckt für Kraft dahinter?
Wir sind nicht nur ein Unternehmen mit einer 88-jährigen Tradition, wir sind zudem ein Familienbetrieb, der inhabergeführt wird. Wir können uns daher nicht, wie andere größere Spirituosenkonzerne oder Marken, große Investitionen oder hohe Werbeausgaben leisten. Der Markt wird kleiner. Wir wissen: Trends kommen, aber sie gehen auch wieder. Viele Konsumenten besinnen sich auf ihre Region. Das ist ein Faktor, auf den wir uns unter anderem konzentrieren.

Sie haben gerade einen Absinthkeller eingeweiht. Warum starten Sie solche Aktionen?
Wir haben mit „Absinth 66“ eine nationale Marke und bieten für Besucher ein umfassendes Kulturangebot auf unserem Werksgelände an. Die Idee unseren alten Verkostungskeller in einen Absinthkeller umzubauen, hatten wir schon längere Zeit. Allein aus markenpolitischen Gründen gehört es einfach dazu, eine Marke „erlebbar“ zu machen - vor allem dann, wenn um die Marke ein Mythos herrscht.

Wo sehen Sie rein unternehmerisch, in den nächsten zwei Jahren Ihre Schwerpunkte?
In den nächsten zwei Jahren werden die erfolgreiche Produktentwicklung und die Produktvermarktung ausschlaggebend für den Erfolg des „Abtshofes“ sein. Damit wir uns von Wettbewerbern und homogenen Produkten abgrenzen können, werden wir an diesen Stellschrauben in nächster Zeit am meisten drehen.

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Seit 22 Jahren präsentiert sich die Börde Käse GmbH auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Doch nicht allein von immer neuen Käsesorten und immer neuen geschäftlichen Kontakten hängt die Existenz des kleinen Unternehmens ab. Im 22. Jahr nach der Wende denkt die Geschäftsführung in Vahldorf – wie auch die in vielen anderen damals (neu) gegründeten Unternehmen – daran, den Staffelstab zu übergeben. Aber an wen? Eine schwierige Frage angesichts der demografischen Entwicklung. Die Antwort findet das durch die Europäische Union und das Land Sachsen-Anhalt geförderte Projekt „NeLE“. Es gibt Hilfestellungen und Anregungen in Sachen Nachwuchsentwicklung und Laufbahnplanung.

„Wir sind in diesem Jahr in der Sachsen-Anhalt-Halle 23B. Dort wird viel verkostet“, sagt Mike-Sören Dietrich und reicht seine jüngste Pressemitteilung über den Tisch. Sie fasst die Erfolge des zurück liegenden Jahres zusammen: drei Goldmedaillen auf der „International Cheese Show“ in Nantwich, ebenfalls Gold in der Kategorie bester Räucherkäse auf der „World Cheese Award“ in Birmingham.

Im Schrank des Chefzimmers der Börde Käse GmbH in Vahldorf stapeln sich die Urkunden aus vielen Jahren und die schmucken Medaillen, die es dazu gab. Im gekühlten „Tresorschrank“ daneben wird derzeit noch geheim gehalten, was die Vahldorfer in diesem Jahr in Berlin Neues präsentieren. Nur so viel wird verraten: Der Geschmack geht in Richtung „pikant“ – etwas für die moderne Küche.

Die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau ist für den familiengeführten Betrieb eine lebenswichtige Kontaktbörse. Mike-Sören Dietrich ist verantwortlich für das Marketing und leitet den Geschäftsbereich „Export“. Der junge Mann, „Baujahr ‘76“, wie er sagt, erzählt von seinen Märkten vor allem in den neuen Bundesländern, aber auch denen in England, Japan, Korea, Spanien, Dubai ...

Mit deren Ess-Traditionen hat er sich beschäftigt, um sich dort mit dem richtigen Käse-Geschmack zu etablieren. Der rauchige Bördespeck zum Beispiel munde den Engländern besonders gut, sagt er. „Unsere Stärke aber ist die Nische“, betont Mike-Sören Dietrich. Will sagen: Gemeinsam mit Kunden werden Produkte nach deren Vorstellungen und Wünschen entwickelt. Beispielsweise für einen Pizzahersteller ein spezieller Käse, der nicht schwarz wird beim Aufbacken. Oder für eine Kinokette einen Käse, der stundenlanges Erhitzen verträgt. Zur Fußball-WM gab es für eine Supermarkt-Kette herzhaften Börde-Käse im Fußball-Design. Besonders erwähnenswert für die Vahldorfer sind die geschäftlichen Kontakte nach Dubai. Dort zählen Hotels, größtenteils unter der Leitung von österreichischen oder schweizerischen Spitzenkräften, zu den Kunden. Über Catering-Firmen kam Börde-Käse auch auf die Spezialitätenplatte für Business Class-Reisende der „Emirates Airlines“.

10 bis 15 neue Käsevariationen aus der Börde kommen pro Jahr auf den Markt. Alle Rezepturen werden selbst entwickelt – zu Hause im Betrieb in Vahldorf. Dabei federführend ist der Geschäftsführer und studierte Lebensmittelingenieur Hans-Peter Dietrich. Gemeinsam mit Rosemarie Appel hatte er den Traditionsbetrieb nach der Wende in eine GmbH überführt. Beide denken jetzt daran, die Geschäfte in jüngere Hände zu geben.

In diesem Zusammenhang hat die Börde Käse GmbH bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres 2012 einen Vertrag abgeschlossen. Die MA&T Organisationsentwicklung GmbH – die Buchstaben stehen für das Zusammenwirken von Mensch, Arbeit und Technik – wird dem Betrieb in den nächsten anderthalb Jahren bei Fragen der Nachwuchs- und Laufbahnentwicklung zur Seite stehen. MA&T ist Träger eines Projektes, das von der Landesregierung initiiert wurde. Es heißt „NeLE“ - Demografieorientierte Nachwuchsentwicklung und Laufbahnplanung in Unternehmen der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalts. Denn gerade diese personalintensivste Branche des verarbeitenden Gewerbes in Sachsen-Anhalt ist von der demografischen Entwicklung stark betroffen.

MA&T-Geschäftsführer Oliver Lilie sitzt in den kommenden 18 Monaten als Berater mit an den Geschäfte führenden Tischen der Börde Käse GmbH. „Wie in den meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen der Ernährungsbranche sieht es auch hier in Vahldorf so aus, dass hervorragende Produkte hergestellt werden, auch das Marketing stimmt, aber für eine langfristige Personalentwicklung reicht das strategische und praxisnahe Know-how nicht aus“, sagt Oliver Lilie.

Da es in den nächsten Jahren nur sehr wenige junge Fachkräfte geben wird, müssen sich die Unternehmen als attraktive Arbeitgeber darstellen. Für die meisten wird es erforderlich sein, Schlüsselpositionen aus den eigenen Reihen (nach) zu besetzen. „Was auch Konfliktpotenzial in sich birgt“, weiß der Personalexperte. „Die schrittweise Übernahme von geschäftsführenden Tätigkeiten bedeutet zum einen, dass diese Fachkraft an anderer Stelle entlastet werden muss. Zum anderen sollte sich die altbewährte und erfolgreich arbeitende Geschäftsführung aufgeschlossen zeigen gegenüber neuen Sichtweisen und Methoden des jungen Nachwuchses.“

Oliver Lilie bringt die individuell angepassten „Hilfsinstrumente“ mit und die Sicht von außen, um derart innere Probleme allseits zufrieden stellend zu lösen.

In der Börde Käse GmbH ist er willkommen. Hier soll es beim familiengeführten Betrieb bleiben. Konkret geht es auch um die Laufbahnplanung von Mike-Sören Dietrich. Gemeinsam mit dem Projekt NeLE in persona von Oliver Lilie werden nun intern die nächsten Schritte aufgestellt, die alle Beteiligten in aussichtsreiche Richtungen führen.

„Nachwuchstalent“ Dietrich lenkt seine persönlichen Schritte schon einmal Richtung Kaufland und Rewe. Die Geschäftsführung hat ihm die alleinige Betreuung dieser beiden Handelsketten anvertraut.

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Das Wittenberger Unternehmen „Wikana“ - bereits 1906 als die „Kant Chokoladenfabrik AG“ gegründet - sahnte auf der Anuga, der weltweit größten Fachmesse der Ernährungswirtschaft und Nahrungsmittelindustrie in Köln, den Taste Award für ein Fairtrade-Produkt ab. Wir sprachen mit „Wikana“-Geschäftsführerin Yvonne Böhm über den preisgekrönten Keks, fairen Handel und die Grüne Woche.

Was steckt hinter und in dem preisgekrönten Fairtrade Quinoa Kakaokeks?
Eine ganze Menge. In dem Fairtradekeks steckt viel Kakao und vor allem Quinoa, ein altes Inka-Getreide, das in Südamerika angebaut wird. Quinoa gehört dort seit 6.000 Jahren zu den Hauptnahrungsmitteln. Wir haben uns nach der erfolgreichen Einführung unseres Fairtrade Quinoa Doppelkekses für eine Sortimentserweiterung fair gehandelter Produkte entschieden. Der Fairtrade Quinoa Kakaokeks mit Schokotropfen ist wirklich lecker kakaohaltig.
 
Was bedeutet es einen Fairtrade-Keks zu produzieren und warum entwickeln Sie solche Produkte?
Wer ein Fairtrade-Produkt anbietet, muss Zutaten verwenden, die zu mindestens 30 Prozent aus Rohstoffen bestehen, die über fairen Handel gelaufen sind. In erster Linie wollen wir eine gute Sache unterstützen. Der faire Handel hilft durch die Zahlung gerechter Produktpreise, Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeitern in Entwicklungsländern nachhaltig ein menschenwürdiges Leben zu führen. Fairtrade-Produkte rücken zudem auch immer mehr ins Bewusstsein der Kunden. Diese Produkte werden zu einem Marktsegment, das immer mehr nachgefragt wird und sich weiter entwickelt. Darum ergänzen wir auch die Ansprache der Kunden. Neben der Betonung des ethischen Ansatzes stellen wir zusätzlich die besondere Qualität der Erzeugnisse in den Mittelpunkt. Die Wahrnehmung war früher oft so: Kaufst Du ein fair gehandeltes Produkt, musst du Abstriche machen, tust aber etwas Gutes. Diese Ansicht wandelt sich: Gutes tun und gute Qualität bekommen, das passt durchaus zusammen. Geschmacklich kann ich nur sagen: Dieser Keks ist wirklich mal etwas ganz anderes.

 
Wie entsteht eine neue Rezeptur bei Ihnen? Wer darf die neuen Produkte probieren?
Die Produkte werden im Entwicklungslabor gemixt, gebacken und verkostet. Wir haben sehr strenge Qualitätsstandards, die eingehalten werden. Ein Team aus Produktentwicklern und Qualitätsprüfern probiert und prüft das neue Produkt, bis die Rezeptur steht.
 
Von der Entwicklung bis zum Füllen der Regale – wie lange währte die Entstehung der neuen Sorte?
In diesem Fall ging alles sehr schnell, ungefähr ein Vierteljahr haben wir gebraucht. Sonst rechnen wir bei Produktentwicklungen durchschnittlich mit einem Jahr. Beim Quinoa Kakaokeks handelte es sich um eine Sortimentserweiterung. Wir wussten bereits genau, wo wir unsere Zutaten beziehen können. Alle Rohstoffe, für die es Fairtrade-Standards gibt, müssen hundertprozentig von Fairtrade-zertifizierten Produzentenorganisationen zu Fairtrade-Bedingungen eingekauft werden. Somit wissen wir wissen genau, aus welchem Land, aus welcher Kooperation und von welchem Bauern unsere Rohstoffe kommen.
 
Wird es bald noch mehr neue Sorten bei den „Wikana“-Keksen geben?
Ganz bestimmt. Wir waren und sind noch viel mit Vorbereitungen für Messen beschäftigt. Auf der internationalen Süßwarenmesse in Köln Ende Januar werden wir drei neue Produkte vorstellen.
 
Apropos Messe: Sie sind vom 21. bis zum 30. Januar auch auf der Grünen Woche in Berlin mit einem Stand vertreten. Was werden Sie den Besuchern präsentieren?
Natürlich auf jeden Fall unsere Klassiker, die Othello-Kekse, die Wikinger-Kekse und die Butterkekse. Aber, da wir wissen, dass die Besucher uns stets nach Neuerungen fragen, wollen wir auch etwas Neues bieten und stellen unseren Othellino vor. Der kleine Bruder vom Othello-Keks wurde 2011 von uns auf den Markt gebracht. Die spezielle Rezeptur des Klassikers wurde noch mit einer Kakaofüllung verfeinert, und schmeckt sehr lecker, das kann ich Ihnen versichern.





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